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Morgan Chase Corporate Challenge : Teil einer Massenbewegung

Lauf vor Frankfurts Bankkulisse Bild: dpa

69.390 Teilnehmer haben den Morgan Chase Corporate Challenge zum größten Lauf der Welt gemacht. Doch das Wichtigste sind die rituellen Verbrüderungen der Straßenlaufgemeinde nach Überschreiten der Ziellinie.

          Es sind vor allem die Zahlen, die beeindrucken: 69 390 Läufer aus 2191 Firmen drängeln sich nervös vor dem Startseil an der Alten Oper, tänzeln auf der Stelle, um die Muskulatur nicht erkalten zu lassen oder laufen noch einige Meter in der abgezäunten Startzone. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Morgan Chase Corporate Challenge noch einmal um 4000 Teilnehmer gewachsen. Stolz darf der Moderator die Zahl des Tages nennen und zum Countdown für den größten Lauf der Welt ansetzen. Weder die Marathons in Berlin und New York noch der Silvesterlauf in Rio de Janeiro können sich mit der kilometerlangen Schlange messen, die auf die 5,6 Kilometer lange Strecke zwischen Alter Oper und Senckenberganlage geht.

          Thomas Thiel

          Redakteur im Feuilleton.

          All die im Vorfeld der Veranstaltung aufgefahrenen Zahlen, die 2000 Äpfel für Läufer und Helfer mit Südfruchtallergie, die 70.000 Bananen oder die 38.000 Liter Mineralwasser werden zur Nebensache, als um 19.30 Uhr der Startschuß fällt und zwei Läuferheere sich von Börsen- und Hochstraße aus in Bewegung setzen, bis sie sich am Eschenheimer Tor zu einem großen, langsamen Strom vereinigen. Am Anfang ist es vor allem ein Stampfen, Drängeln und Einander-auf-die Füße-Treten.

          Was zählt, ist das kollektive Fiebern

          An der Spitze des Feldes werden die Schritte hingegen schnell fließend und raumgreifend. Auf der anderen Seite des Opernplatzes trifft man die Läufer nach wenigen Minuten wieder. Oliver Mintzlaff, der Puma-Manager und spätere Sieger, hat schon einige Meter zwischen sich und seine Verfolger gebracht. Als er nach siebzehn Minuten die Ziellinie an der Senckenberg-Anlage passiert, haben viele Teilnehmer noch nicht einmal die Startlinie am Opernplatz erreicht. Es sind fast alles ehemalige nationale Spitzenathleten, die hier den Sieg unter sich ausmachen. "Die alten Helden sind müde", sagt der hochgewachsene Steffen Brandis, der einmal Deutscher Meister im Hindernislauf war. Heute ist er Siebzehnter.

          Die Masse...

          Für andere sind Plazierungen und Zeiten Nebensache. Was für sie zählt, ist das Gemeinschaftserlebnis und das kollektive Hinfiebern und Hintrainieren auf das Ereignis. "Der Morgan Chase steht für Teamgeist, Kommunikation, Kollegialität und Fitness", sagt John Jetter, der Vorstandsvorsitzende von JP Morgan, am Rande der Strecke.

          Rituelle Verbrüderungen

          Hinter der Ziellinie sieht man die rituellen Verbrüderungen der Straßenlaufgemeinde. Wie hat man den Lauf erlebt? Wo trifft man sich wieder? Was sagt der Pulsmesser, was sagt die Uhr? Zwischendrin immer wieder der Griff zu den hochaufgetürmten, nicht enden wollenden Bananentischen und Mineralwasserständen.

          Zurück zu den Zahlen: Das größte Team kommt in diesem Jahr von der Allianz Versicherung/Dresdner Bank mit 1662 Läufern, dahinter folgt Siemens (1312), auf dem dritten Rang liegt die Deutsche Bank (1226).

          Der Morgan Chase ist kein reiner Volkslauf, nur festangestellte Firmenmitarbeiter mit mehr als 20 Arbeitsstunden pro Woche dürfen teilnehmen. Kein Wunder, daß die uniformierten Läufergruppen von Roche, SAP und anderen großen Konzernen die Innenstadt fest im Griff haben. Auf allen Kontintenten, in New York und Sydney genauso wie in Singapur und Johannesburg, sind solche Gruppen in diesen Tagen zu sehen. In Frankfurt aber sind sie Teil des größten Laufs der Welt.

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