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Modernes Eishockey : Rückpässe nicht mehr erlaubt

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Die Triebfeder, die hinter dem neuen deutschen Eishockey-Schwung steckt: Uwe Krupp Bild: dpa

Seine mutige Eishockey-Spielweise hat Außenseiter Deutschland in einen Favoritenschreck verwandelt. Doch wer kommt nach Krupp? Hoffentlich nicht Zach oder Kühnhackl. Der Weg zurück zu den Vorgängern kann kein Fortschritt sein.

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          Erfolg schafft Freunde. Beim Bundestrainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft werden es stündlich mehr: „Uwe Krupp muss bleiben“, so hat sich bei Facebook eine Gruppe von Fans genannt, die momentan regen Zuspruch erfährt und die versuchen will, mit ihrer Internetinitiative den Verband doch noch zu bewegen, den Coach über den Sommer hinaus weiter zu beschäftigen. Krupp ist die Triebfeder, die hinter dem Schwung steckt, mit dem die Nationalmannschaft auch bei der WM in der Slowakei so positiv überrascht. Viele Anhänger haben das erkannt.

          Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, zwar auch, doch er meint, dass es andere genauso gut könnten (siehe: Eishockey-Präsident Harnos im Gespräch: „Superprodukt, das nicht wahrgenommen wird“). Was zu beweisen wäre. Krupp, nur so viel ist klar, wird in der nächsten Saison in Köln allumfassend das Sagen haben. Ralph Krueger, der ihn beerben soll, steht frühestens 2012 als Nachfolger bereit. Mit seinem Veto gegen eine Doppelfunktion für Krupp manövriert sich Harnos in eine schwierige Situation. Er muss eine Aushilfe für zwölf Monate finden, die überzeugt, sonst droht ihm Gefahr vor der angestrebten Wiederwahl.

          Rückpässe sind nicht mehr erlaubt

          Die Namen, die bislang als Übergangslösung gehandelt werden, können die Fußstapfen, die Krupp hinterlässt, nur schwerlich ausfüllen: Ruheständler Hans Zach oder der „Eishockeyspieler des Jahrhunderts“, Erich Kühnhackl, rechnen sich Chancen aus - für die Nationalmannschaft wären es trübe Aussichten, denn der Weg zurück zu Vorgängern kann niemals als Fortschritt verkauft werden.

          Krupps Taktik und seine Philosophie von einer mutigen Spielweise, in der Rückpässe nicht mehr erlaubt sind, sorgten dafür, dass sich arglose Außenseiter in einen formidablen Favoritenschreck verwandelten. Mit ihren drei Achtungserfolgen in der ersten Woche von Bratislava haben Krupp und die Spieler Maßstäbe gesetzt, alte Sympathien aufgefrischt und neue hinzugewonnen.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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