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Unser täglich Sportbuch : Verführung zum Handball

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Es muss nicht immer Fußball sein: Ein Kinderbuch wirbt für Handball. Bild: Elaine Schauer/„Mein Sprungwurf“/3S-Verlag

Handballstar Andy Schmid hat mit seinem Kinderbuch eine eindeutige Absicht. Denn sein sieben Jahre alter Sohn spielt Fußball. Und nicht Handball. Das will Andy Schmid mit „Mein Sprungwurf“ ändern.

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          Dieses Buch hat eine eindeutige Absicht. Denn der sieben Jahre alte Lio spielt Fußball. Bei Astoria Walldorf. Und nicht Handball. Das plagt seinen Vater ziemlich. Lio schaut selbst zwar gern Handball, in der großen SAP-Arena, wenn der Papa unten spielt. Gegen den THW Kiel oder die SG Flensburg-Handewitt. Aber er selbst und der Handball? Hm. Da hat es bislang noch nicht gefunkt.

          „Ich habe das Buch für ihn geschrieben, und ja, es hat auch eine Intention“, sagt Andy Schmid am Telefon und lacht. Der Regisseur der Rhein-Neckar Löwen, einer der überragenden Bundesligaspieler dieser Zeit, ist unter die Schreiber gegangen. „Mein Sprungwurf“ erzählt die Geschichte Leos. Leo ist sechs Jahre und spielt Handball. An einem aufregenden Wochenende schaut Leo erst seinem Vater bei der Arbeit zu, einem Handballprofi. Am nächsten Tag spielt Leo selbst Handball. Ein Turnier. Einmal verliert seine Mannschaft, einmal gewinnt sie. Papa, Mama und der kleine Bruder sind dabei. Am Abend vor dem Einschlafen steht für Leo fest: Er möchte auch einmal die Meisterschale in Händen halten.

          „Ich habe geschaut, ob es Handballbücher für Kinder gibt. Gibt es nicht. Dann habe ich mich abends, wenn die Kinder schliefen, hingesetzt und selbst eines geschrieben“, sagt Schmid und fügt an: „Ich habe mich abends immer drauf gefreut, die Geschichte aufzubauen und die richtige Sprache zu finden. Aber ich habe gewiss nicht die Schreibfähigkeit, ein hochstehendes Buch zu schreiben. Es ist eine Kindergeschichte, kein Bestseller.“

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          Für das erste Lesealter und zum Vorlesen eignet sich diese kurze Geschichte sehr gut. Es geht um Gewinnen und Verlieren, um Freude an der Bewegung, Fairness, Respekt und Empathie. Schmid sagt: „Ich wollte es nicht mit erhobenem Zeigefinger schreiben. Die Werte des Handballs sollten aber erkennbar werden.“

          Der echte Lio fand es cool, dass bald ein Buch erscheint, das einen Teil seiner Familiengeschichte erzählt. Die Illustrationen sind nämlich ziemlich nah an der wirklichen Optik der Familie Schmid, und das Geschehen mit siegreichen Löwen ist es auch.

          Was eher Wunsch als Wirklichkeit sei, verrät Schmid lachend, sei die Fähigkeit seines Sohnes, eine Niederlage wegzustecken, wie bei Leos erstem Handballspiel im Buch. Lios Ehrgeiz verhindere so viel Gelassenheit, berichtet Schmid. Was auf jeden Fall helfe, sei, dass die realen Löwen in den vergangenen beiden Jahren auch öfter mal verloren hätten: „Lio ist aufgewachsen in der Gewissheit, dass bei Papa im Zimmer der Pokal oder die Schale steht. Inzwischen verfolgt er viele Spiele im Fernsehen. Es ist ein wichtiger Prozess für ihn zu sehen, dass wir auch mal Spiele verlieren und andere Vereine gewinnen.“ Der Begleiteffekt dessen sei allerdings, dass Lio den THW Kiel und die SG Flensburg nicht besonders möge.

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