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Miller kritisiert Skiverband : „Auch wenn einer von uns sterben würde“

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Bode Miller: „ Es würde sich nicht einmal etwas ändern, wenn einer von uns sterben würde” Bild: REUTERS

Kurz vor dem Start des alpinen Ski-Weltcups warf Bode Miller den Funktionären vor, sie würden nicht genug für die Sicherheit der Rennläufer tun. „Man kann reden soviel man will - es ändert sich nichts.“

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          Neue Saison, alte Kritik: kurz vor dem Start des alpinen Ski-Weltcups im österreichischen Sölden geht auch die Sicherheitsdiskussion in eine neue Runde. Gesamtweltcupsieger Bode Miller warf den Funktionären des Internationalen Ski-Verbandes (Fis) wieder einmal vor, sie würden nicht genug für die Sicherheit der Rennläufer tun. „Man kann reden soviel man will - es ändert sich nichts. Es würde sich nicht einmal etwas ändern, wenn einer von uns sterben würde“, sagte der Amerikaner.

          Dagegen sieht Fis-Renndirektor Günter Hujara den Skirennsport für den WM-Winter gewappnet. „In 99 Prozent aller Fälle des Rettungswesens bewegen wir uns am oberen Rand von dem, was möglich ist auf einer Rennpiste in freier Natur. Wir sind nicht in Stadien oder an einer Formel-1-Rennstrecke“, sagte Hujara am Freitag und mahnte an: „Die Auseinandersetzung muss Fakten-bezogen sein.“

          Rennfahrer sind austauschbar

          Der Deutsche berichtete, jede Strecke sei im Verlauf des Sommers „bis ins Detail überprüft worden, um zu sehen, was wir besser machen können.“ Er versicherte, dass die Sicherheit auf den Renn-Pisten noch nie so groß gewesen sei wie im kommenden Winter. Zukünftig werde man bei der Kurssetzung „mehr auf die Finger schauen“, kündigte Hujara an. „Mit den Trainern wurden die Themen Kurssetzung und Tempo-Kontrolle besprochen.“

          Bode Miller, der selbsternannte Weltcup-Rebell aus Amerika

          Nach den Diskussionen um den verzögerten Abtransport des Österreichers Lanzinger, dem nach einem fürchterlichen Sturz auf der Abfahrt im norwegischen Kvitfjell der Unterschenkel hatte amputiert werden müssen, verabschiedete die Fis auch ein „Medizin-Handbuch“. Künftig liegt die darin konkret vorgeschriebene Umsetzung der medizinischen Versorgung alleine bei einem Rennarzt vor Ort, den die Organisatoren des Rennens stellen müssen.

          Eine Garantie kann keiner geben

          Angesichts schwerer Stürze in der vergangenen Saison von Doppel-Weltmeister Aksel Lund Svindal (Norwegen), Scott Macartney (USA) und Matthias Lanzinger (Österreich) hatte sich der viermalige Weltmeister Miller bereits mehrfach über die Fis ausgelassen. In Sölden beklagte er nun unter anderem verkrusteten Verbands-Strukturen und behauptete: „Jeder von uns ist austauschbar, auch die absoluten Spitzenfahrer. Die Fis würde es trotzdem weiterhin geben.“

          „Jeder Läufer weiß, in welchem Berufsfeld er sich bewegt“, konterte Hujara: „Keiner wird von uns gezwungen. Wir können keine Garantien geben, dass nichts passieren kann.“

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