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Aus am ersten Abend : Viele Überraschungen bei Darts-EM in Göttingen

  • Aktualisiert am

Auch für Weltmeister Michael van Gerwen kam das Aus bei der EM früh. Bild: dpa

Bei der Darts-EM in Göttingen scheidet am ersten Abend ein Mitfavorit nach dem anderen aus, darunter Weltmeister Michael van Gerwen. Noch schlechter läuft es für die deutschen Spieler.

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          Bei der Darts-Europameisterschaft in Göttingen sind schon am ersten Abend mehrere Weltmeister und Titelverteidiger James Wade gescheitert. Neben dem niederländischen PDC-Weltmeister Michael van Gerwen (5:6 gegen Ross Smith) und Vorjahreschampion Wade (0:6 gegen Jonny Clayton) erwischte es am Donnerstagabend in der Lokhalle auch BDO-Weltmeister Glen Durrant, der sich mit 5:6 Ricky Evans geschlagen geben musste. Auch der frühere Welt- und Europameister Adrian Lewis musste nach einem überdeutlichen 1:6 gegen Simon Whitlock vorzeitig die Heimreise nach England antreten.

          Von den früheren Titelträgern des seit 2008 ausgetragenen Turniers ist nur noch Whitlock im Rennen. Er kann den Wettbewerb zwar gewinnen, als Australier aber nicht Europameister werden. In der Zuschauerrolle sind in diesem Jahr in Göttingen die deutschen Profis um Max Hopp, die allesamt den für die Qualifikation nötigen Sprung unter die besten 32 in der European Order of Merit verpasst haben. Dabei sah im Frühjahr die Darts-Welt von Hopp noch rosig aus.

          Bei der EM war ihm ein bemerkenswerter Halbfinal-Coup gelungen, bei der WM ein sportlicher Achtungserfolg, und als Belohnung für all das durfte der Youngster in der Premier League in Berlin mit den Besten der Welt antreten. Inmitten dieser beachtlichen Erfolgsserie ist dem „Maximiser“ dann aber eine missliche Panne unterlaufen: Hopp hat die Meldefrist für zwei European-Tour-Events verpasst und als eine der Spätfolgen daraus hat er nun, wie alle anderen Deutschen, die Qualifikation für die Europameisterschaft verpasst.

          „Ich habe einfach gepatzt. Das ist extrem bitter, wenn man da zwei Turnierteilnahmen verpasst. So etwas darf nicht passieren, und so etwas wird mir auch nicht mehr passieren“, kommentierte der 23 Jahre alte Profi seinen Fauxpas. Für Darts-Deutschland ist die Heim-EM ohne eigene Beteiligung ein erheblicher Dämpfer. Erst das vergangene Jahr mit Hopp im Halbfinale von Dortmund hatte gezeigt, wie sehr ein erfolgreicher Deutscher die Stimmung befeuern kann. Im Vergleich zu seinem Halbfinale war das Endspiel zwischen Wade aus England und dem Australier Whitlock eine ruhige Angelegenheit.

          Die PDC Europe geht zwar nicht davon aus, große finanzielle Einbußen bei 32 internationalen und null deutschen Profis in der Göttinger Lokhalle hinnehmen zu müssen. Doch auch für die Profis um Hopp, Gabriel Clemens und Martin Schindler ist es ein nicht eingeplanter Rückschlag, weniger als zwei Monate vor der herbeigesehnten WM in London. „Ich glaube nicht, dass das einen großen Dämpfer gibt. Natürlich ist es schade, vor allem für das Publikum“, kommentierte der 36 Jahre alte Clemens die verpasste Qualifikation.

          Die leidenschaftlichen deutschen Fans, die bei den Events gerne als Banane, Queen Elizabeth oder als Super Mario erscheinen, sehnen den Aufstieg eines eigenen Profis in die Weltspitze herbei, müssen sich aber weiter gedulden, auch wenn Hopp in der Weltrangliste so gut wie nie plaziert ist. „Er spielt ein Jahr, das ich gar nicht so schlecht finde. Er hat fast kein Highlight, aber ist relativ konstant. Ihm sind viele Achtelfinals gelungen“, sagte Darts-Experte und Kommentator Elmar Paulke der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, die deutschen Profis sitzen am Fernseher, und denen laufen schon ein paar Tränchen runter“, prophezeite Paulke.

          Hopp sei aber ein Spieler, der aus solchen Enttäuschungen Kraft und Motivation ziehe. „Der sitzt da, und das nervt ihn, gerade weil er im Halbfinale war. Sowas stachelt ihn aber an“, fügte Kommentator Paulke vor dem Start an. Hopp hatte seine schwache Saison 2017 mit dem besten Jahr seiner Karriere beantwortet. Trotz der verpassten EM wird der Idsteiner so aussichtsreich wie nie in die WM im Alexandra Palace starten.

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