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Mayweather gegen Pacquiao : Der teuerste Box-Kampf der Geschichte

Ungeschlagener Weltmeister der Verbände WBC und WBA: Mit dieser Empfehlung tritt Mayweather den Kampf an Bild: Imago

Darauf hat die Box-Welt sechs Jahre lang gewartet: Am 2. Mai steigen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao in Las Vegas für 70.000 Dollar in den Ring – pro Sekunde.

          Berufsboxen ist ein Krisengebiet. Die großen Stars, die Global Fighter, gibt es nicht mehr, zumindest nicht im Schwergewicht, wo ein Langeweiler wie Wladimir Klitschko die nicht mehr vorhandene Konkurrenz nach Belieben aus dem Ring prügelt. Ist der Niedergang des Profiboxens überhaupt noch aufzuhalten? Ja, ist er, zumindest für einen besonderen Tag, mit einem besonderen Kampf. Und dieser Kampf, auf den die Boxfans seit langem warten, wird nun stattfinden.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Am 2. Mai treffen im MGM Grand Hotel in Las Vegas der Amerikaner Floyd Mayweather, Weltmeister im Halbmittel- und Weltergewicht, und der philippinische Nationalheld Manny Pacquiao, in seiner bisherigen Karriere Weltmeister in sieben verschiedenen Gewichtsklassen, gegeneinander an. Das gab Mayweather am Freitag bekannt. „Worauf die Welt gewartet hat, ist endlich gekommen. Ich habe den Fans versprochen, dass wir das hinbekommen, und das haben wir“, schrieb er auf der Internet-Seite shots.com und postete dazu ein Foto des von beiden Kämpfern unterschriebenen Vertrages.

          Das Problem der Übertragung ist gelöst

          Fast wäre man geneigt zu sagen, dies wird der größte Kampf aller Zeiten, doch einerseits haben wir alle Zeiten noch nicht hinter uns, und andererseits gab es in der Vergangenheit einen Mann namens Muhammad Ali, für den alle Superlative des Boxsports reserviert sind. Was man aber sagen kann: Mayweather gegen Pacquiao – das ist der größte denkbare Fight, den der Boxsport aktuell zu bieten hat. „Wir brauchen diesen Kampf“, sagt der frühere Weltmeister Oscar de la Hoya. „Er hat die Kraft, das Boxen wieder auf die Beine zu bringen.“

          Der Taktiker: Mayweather (rechts, im September 2013 gegen Marcos Maidana ) boxt klug und überlegt

          Es wird Zeit. Pacquiao ist schon 36 Jahre alt, Mayweather wird am Dienstag 38. Ein früherer Versuch, die beiden Weltmeister in den denselben Ring zu bekommen, war vor fünf Jahren am Veto von Mayweather gescheitert, nachdem sein Rivale Doping-Kontrollen in der Vorbereitungsphase des Kampfes verweigert hatte. Nun aber ist alles in trockenen Tüchern. Beide Parteien haben Einigkeit erzielt, Pacquiao akzeptiert mittlerweile auch Bluttests in der Vorbereitung und hat in allen strittigen Punkten nachgegeben.

          Auch das Problem der Fernsehübertragung ist gelöst. Die beiden größten amerikanischen Pay-TV-Sender – Showtime, das einen Vertrag mit Mayweather hat, und HBO als Partner von Pacquiao – haben sich auf eine gemeinsame Übertragung geeinigt, zuletzt gab es das 2002 beim Kampf Mike Tyson gegen Lennox Lewis. Bis zu hundert Dollar sollen die Pay-TV-Kunden für den Kampf bezahlen, auch dies wäre ein Rekord. In Las Vegas haben die Hotels für das Wochenende 2./3. Mai die Preise bereits angehoben – und jede Menge Buchungen erhalten. Eine Karte am Ring wird um die 5000 Dollar kosten.

          Ein Held in der Heimat: Pacquiao bei einer Parade auf den Philippinen im November 2014

          Mayweather ist ungeschlagener Weltmeister der Verbände WBC und WBA, Pacquiao hält den Titel nach Version der WBO. Mayweather hat 47 Profikämpfe hinter sich – und alle 47 gewonnen. Er ist die Nummer eins der Boxwelt, der größte Star der Szene, er ist quer durch alle Gewichtsklassen der beste Boxer der Welt. Im Privatleben ist Mayweather ein schriller Aufschneider, der im Stil eines Gangster-Rappers mit seinem enormen Reichtum und schönen Frauen protzt und 2012 wegen körperlicher Gewalt gegen eine Ex-Freundin eine Haftstrafe von 90 Tagen absaß.

          Im Ring ist er ein Taktiker, ein genialer Konterboxer, klug und überlegt, einer, der gern auf Nummer sicher geht. Wahrscheinlich erklärt das auch sein jahrelanges Zögern, gegen Pacquiao anzutreten. Er weiß: Auch wenn der Philippine keinen blütenweißen Kampfrekord hat (5 Niederlagen in 63 Kämpfen), so ist er doch der einzige Kämpfer, der ihm gefährlich werden.

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