https://www.faz.net/-gtl-9fz8o

Darts : Max Hopp verpasst EM-Finale denkbar knapp

  • Aktualisiert am

Stark, aber nicht nervenstark genug: Max Hopp gibt die Endspielteilnahme aus der Hand. Bild: dpa

Knapp vorbei ist auch daneben: Max Hopp hat Matchdarts im Halbfinale der European Championships in Dortmund. Gegen James Wade verpasst er aber letztlich den bislang größten Erfolg seiner Karriere.

          Der Traum vom EM-Titel ist für Max Hopp trotz einer furiosen Vorstellung geplatzt. Der 22 Jahre alte Hesse scheiterte nach einem echten Darts-Krimi im Halbfinale am Sonntagabend an Favorit James Wade aus England. Hopp unterlag mit 10:11, nachdem er in der Dortmunder Westfalenhalle bereits mit 9:5 geführt hatte. Der Deutsche vergab drei Matchdarts auf Doppel-20 und schaute konsterniert und mit leerem Blick ins Publikum, die Enttäuschung war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Wade krönte sich weniger als eine Stunde später zum neuen Europameister.

          Zuvor hatte Hopp den Engländer Darren Webster mit 10:5 geschlagen und damit überraschend die Runde der letzten Acht erreicht. Nie zuvor war ein deutscher Spieler bei einer EM überhaupt nur bis ins Viertelfinale gekommen. Hopp bestach am Sonntag vor rund 6000 Zuschauern mit starkem Scoring und herausragenden Qualitäten im Finish. Gegen Webster checkte er 126, 164 und 124 Punkte, das Publikum in der Westfalenhalle wurde dabei immer lauter. Im Duell mit Wade behielt Hopp trotz extremen Drucks lange die Nerven, er nutzte die offensichtlichen Schwächen seines Rivalen eiskalt aus und setzte sich ab. Als das Match bei 9:5 klar in seine Richtung zu laufen schien, patzte der Deutsche doch noch.

          Nach dem verwandelten Matchdart von Wade wirkte Hopp ratlos. Der 35 Jahre alte Routinier nutzte seinen Schwung und besiegte im Anschluss auch noch den Australier Simon Whitlock im Finale mit 11:8. Er sicherte sich somit seinen ersten EM-Titel. Bei dem als EM ausgetragenen Turnier können auch Spieler von anderen Kontinenten antreten, Whitlock hatte das Turnier sogar schon einmal gewonnen.

          Der Weg zum EM-Titel war diesmal machbar wie selten zuvor: Titelverteidiger Michael van Gerwen war genauso ausgeschieden wie Weltmeister Rob Cross. Auch die Top-Profis Peter Wright, Adrian Lewis und Dave Chisnall gingen unter. Vor dem Beginn der Titelkämpfe in Dortmund war Hopp als Außenseiter gehandelt worden, die Buchmacher führten ihn mit einer Quote von 100 Euro für einen auf den Turniersieg. Am Ende war Wade um ein Haar eine zu hohe Hörde.

          Hopp macht damit auch in der Weltrangliste ordentlich Boden gut. Vor zwei Jahren hatte er bei dem Turnier, das damals noch im belgischen Hasselt ausgetragen wurde, das Achtelfinale erreicht. Die Heim-EM wurde für den „Maximiser“ zu einer emotionalen Angelegenheit: Die Fans trieben Hopp mit lauten Rufen nach vorne, seine Gegner wurden teilweise schon beim Einlaufen und vor allem während der Partie gnadenlos ausgepfiffen, wie es im Darts sonst eher nicht üblich ist. „Man weiß natürlich, man hat das Publikum auf seiner Seite. Das ist immer ein Bonus, das muss man sagen“, sagte Hopp.

          Ob als Krokodil, Scheich oder Donald Trump - bei den Kostümen kannten die Grenzen der Anhänger einmal mehr keine Grenzen. „Ich bin den Fans schon sehr dankbar, dass sie uns so feiern. Das ist auch nicht unbedingt normal“, erklärte Hopp. Für den besten Deutschen läuft die Saison mehr als ordentlich. In Saarbrücken gelang ihm im April sensationell sein erster Turniersieg auf der European Tour - er schlug dabei unter anderem Weltmeister Rob Cross und Peter Wright. Die Bilanz der Veranstalter in Dortmund fällt außerordentlich positiv aus. Über 25.000 Zuschauer kamen zu den vier Turniertagen. Im kommenden Jahr wird die EM erneut in Deutschland ausgespielt, dann in Göttingen.

          Weitere Themen

          Görges baut deutsche Führung aus

          Relegation im Fed Cup : Görges baut deutsche Führung aus

          Andrea Petkovic hatte mit einem überraschenden Sieg im Fed-Cup vorgelegt, Julia Görges zog daraufhin nach und gewann ihr Match mit einiger Mühe. Den deutschen Tennis-Damen fehlt in der Relegation gegen Lettland jetzt nur noch ein Punkt.

          Topmeldungen

          Karfreitag in Nordirland : Ein Tag der Trauer

          Dass es in Nordirland seit mehr als zwanzig Jahren weitgehend friedlich geblieben ist, gehört zu den großen Leistungen der Politik. Doch mit dem Mord an einer Frau in Londonderry ist die Gefahr für den Frieden wieder einmal deutlich geworden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.