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Ringen : Der „Bruder“ übernimmt den Pokal

Nicht überhoben: Matthias Maasch gewinnt mit seinem Heimatverein Wacker Burghausen den deutschen Meistertitel Bild: Picture-Alliance

Wacker Burghausen ist erstmals deutscher Mannschaftsmeister im Ringen. Der Pokal wechselt deshalb von Weltmeister Frank Stäbler zu dessen bestem Ringerkumpel.

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          In den vergangenen vier Jahren gab es eine Konstante im Ringen: Wenn es um den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters ging, dann entschied stets Frank Stäbler, der einzige aktive deutsche Weltmeister,  zu Gunsten seines Teams über die Pokalvergabe, gleich in welchem Team er gerungen hat. Frank Heinzelbecker, Trainer von Stäblers Vorjahresteam von Germania Weingarten, sagte deshalb einmal den schönen Satz: „Wo Stäbler ist, ist die Meisterschaft.“

          Die Aussage wurde in diesem Jahr, in dem das deutsche Mannschaftsringen durch den Streit zwischen dem Deutschen Ringerbund samt seiner Bundesliga und den abtrünnigen und in der Deutschen Ringerliga organisierten fünf Klubs aus Weingarten, Nendingen, Ispringen, Schifferstadt und Eisleben auf den Kopf gestellt wurde, falsifiziert: Stäbler rang für den VfL Neckargartach und schied ausnahmsweise schon im Viertelfinale aus. Der 28 Jahre alte Griechisch-Römisch-Spezialist scheiterte, nachdem er Weingarten wegen einer drohenden Sperre durch den DRB für DRL-Ringer verlassen musste, mit seinem neuen Klub am SV Wacker Burghausen und wünschte dem Gegner schon damals alles Gute für den Titelgewinn.

          In Burghausen ringt schließlich einer von Stäblers engsten Freunden: Matthias Maasch, langjähriger Trainingspartner und bei Duellen wie in den Viertelfinalkämpfen zwischen Burghausen und Neckargartach auch stets wehrhafter, wenn auch unterlegenger Gegner. Stäbler bezeichnet Maasch als „Bruder“. Und nun nahm der Bruder den Pokal in Empfang. Nach dem Sieg sagte Stäbler nun: „Niemandem gönne ich es mehr als ihm.“

          So muss eine runde Geschichte enden: Natürlich war es Maasch sogar vorbehalten, die letzten nötigen Punkte zum Gewinn des deutschen Mannschaftsmeistertitels des SV Wacker Burghausen im Finale beim KSV Köllerbach zu erringen, das Burghausen am Ende nach einem 20:8-Hinkampfsieg und einer 12:14-Niederlage am Samstagabend für sich entschieden hat. Der Griechisch-Römisch-Spezialist in Reihen des SV Wacker Burghausen ist schließlich das Gesicht des Klubs, der am Samstagabend erstmals den Pokal in die kleine Stadt an der Grenze zu Österreichs holte. Der 31 Jahre alte Nationalmannschaftsringer blieb seinem Heimatverein immer treu, seit er vor einem Vierteljahrhundert mit dem Ringen angefangen hatte. Finanziell attraktivere Abwerbeversuche lehnte er immer wieder ab. „Es macht mich nun umso glücklicher, dass diese Heimatverbundenheit heute so belohnt wird“, sagte Maasch nach dem Kampf vor fast 2000 Zuschauern in der Völklinger Hermann-Neuberger-Sporthalle. „Es ist einfach noch mal was anderes, wenn man mit seinem eigenen Klub deutscher Mannschaftsmeister wird als wenn man irgendwo als Legionär dabei ist.“

          Maasch ist in Burghausen zudem mehr als nur der Ringer, der wechselweise in den Klassen bis 71, 75 oder auch wie am Samstagabend beim 8:0-Sieg nach Punkten gegen Marc-Antonio von Tugginer in der Klasse bis 80 Kilogramm ringt. Maasch ist auch in die Planung des Klubs eingebunden, er fädelte dank seiner Nationalmannschaftsbeziehungen vor der Saison die Wechsel von deutschen und internationalen Spitzenringern ein, sodass der Bundesligarückkehrer Burghausen plötzlich zum Spitzenteam wurde. Maasch als Aushängeschild des Klubs sowie die weiteren Eigengewächse Andreas Maier und Eugen Ponomartschuk wiederum dürften maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Stadt Burghausen mit ihrer Tourismuswerbung zum maßgeblich Sponsor der Ringer in einem von Legionären aus Ringernationen wie Russland, der Türkei oder Ungarn geprägten Sport wurde. So war es dem Klub möglich, Weltklasseathleten wie Khahaber Khubetzty, Tamas Lörincz, Vladimir Egorov oder Magomedmurad Gadhziev zu verpflichten, die das gute deutsche Ensemble zum Meisterschaftsanwärter werden ließen.

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