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Marathon in New York : „Viel Glück, Mami, und fall nicht!“

Nie gefährdeter Erfolg: Mary Keitany war in New York nicht zu schlagen. Bild: dpa

Enttäuschungen treiben die Sieger beim Marathon in New York an. Bei den Männern gewinnt ein Jungspund. Bei den Frauen ist eine zweifache Mutter die Schnellste – auch, weil sie auf den Tipp ihrer Tochter hört.

          2 Min.

          Zwei Generationen haben den New York City Marathon dominiert: Mary Keitany aus Kenia, zweifache Mutter, siegte zum dritten Mal nacheinander. Die 34-Jährige brauchte 2:24:26 Stunden für die Strecke. Das Rennen der Männer gewann der 20 Jahre alte Ghirmay Ghebreslassie aus Eritrea. Beide dürften von Enttäuschung getrieben gewesen sein.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Ghebreslassie, der im vergangenen Jahr in Peking mit 19 Jahren Marathon-Weltmeister wurde, landete beim London-Marathon im April 2016 in persönlicher Bestzeit (2:07:46 Stunden) nur auf Platz vier. Dasselbe Resultat stand für ihn im August bei den Olympischen Spielen von Rio zu Buche. Seinen dritten Marathon des Jahres, am Sonntag, acht Tage vor seinem Geburtstag, gewann er schließlich. Nach 2:07:51 Stunden war er im Ziel – glatt eine Minute vor Lucas Rotich aus Kenia.

          Mindestens genauso viel Jubel wie der Sieger löste Abdi Abdirahman aus, der in 2:11:23 Stunden auf Platz drei lief. Abdirahman ist 39 Jahre alt, ein aus Somalia stammender Amerikaner. Seit Sydney 2000 ist er bei allen Olympischen Spielen für sein Heimatland gestartet. Der 19 Jahre jüngere Ghebreslassie ist der jüngste Sieger in der 46-jährigen Geschichte des New York City Marathons, des mit 50.000 Teilnehmern größten und letzten der Marathon Majors in diesem Jahr. Allein die Siegprämie für die Schnellsten beträgt 100.000 Dollar; dazu kommen Antrittsgeld und Prämien der Sponsoren. Vorjahressieger Stanley Biwott (Kenia) gab noch vor der Halbmarathon-Marke wegen einer Muskelverletzung auf.

          Mami allein auf weiten Wegen

          Mary Keitany, die mit ihrer Bestzeit von 2:18:37 Stunden (London 2012) dem phantastischen Weltrekord von Paula Radcliffe (2:15:25) so nah kam wie keine Frau je, war vom kenianischen Verband nicht einmal für die Sommerspiele nominiert worden. Das war die Strafe dafür, dass sie im April beim London-Marathon über eine Konkurrentin gestürzt und lediglich als Neunte ins Ziel gekommen war. Mit ihrem dritten Sieg von New York blamierte die kleine Person von nur 42 Kilo Körpergewicht nun die Verbandsfunktionäre.

          Schon nach der Hälfte des Marathons hatte sie auch die letzten Konkurrentinnen hinter sich gelassen, steigerte sogar das Tempo und schaffte, weil sie auf den letzten der 42,195 Kilometer austrudeln ließ und 3:34 Minuten vor ihrer ersten Verfolgerin im Ziel war, trotzdem nicht den Streckenrekord. Gemeinsam mit dem Läufer Charles Koech hat die 34-Jährige zwei Kinder: Jared, neun, und Samantha, drei. Das Töchterlein verabschiedete sie am Sonntag mit dem Rat ins Rennen: „Viel Glück, Mami, und fall nicht!“

          Schon nach der Hälfte des Rennens hatte Keitany alle Konkurrentinnen abgeschüttelt und lief alleine und ohne den Sturz dem Ziel entgegen. Bilderstrecke
          Schon nach der Hälfte des Rennens hatte Keitany alle Konkurrentinnen abgeschüttelt und lief alleine und ohne den Sturz dem Ziel entgegen. :

          Fünf ihrer acht Marathons hat die Frau aus Iten gewonnen: zweimal London, dreimal New York; in London 2015 wurde sie Zweite, bei Olympia in London kam sie auf Platz vier. 2009 wurde sie Weltmeisterin auf der Halbmarathon-Strecke, zwei Jahre später lief sie in 1:05:50 Stunden Weltrekord auf dieser Distanz. Auch bei den Frauen war Platz drei besonders umjubelt. Die Amerikanerin Molly Huddle, Rekordhalterin über 5000 und 10.000 Meter, gab in 2:28:31 Stunden ein eindrucksvolles Marathon-Debüt.

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