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Tennis-Erfolge mit 34 : Das Comeback der Martina Hingis

  • -Aktualisiert am

Die Vollstreckerin: Martina Hingis beim Volley am Netz - mit ihrer Partnerin Sania Mirza bietet sie derzeit die beste Kombination im Damen-Tennis. Bild: AP

Inzwischen 34, wirkt Martina Hingis im dritten Teil ihrer schillernden Tennis-Karriere fitter denn je. An diesem Wochenende spielt sie wieder Fed Cup - und träumt von Olympia. Was kommt da noch?

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          Die Nachricht schlug wie ein Schmetterball kurz vor der Grundlinie ein. Martina Hingis, so hieß es während der Australian Open, werde noch in diesem Jahr für die Schweiz wieder im Fed Cup spielen. Es lag allerdings auf der Hand, dass die vermeintliche Absicht nicht in erster Linie dem wichtigsten Mannschafts-Wettbewerb im Frauentennis galt, sondern der Möglichkeit, auf diesem Weg im kommenden Jahr in Rio de Janeiro zu landen.

          Um bei Olympischen Spielen antreten zu dürfen, muss sich eine Spielerin innerhalb von zwei Jahren dreimal für ihr Land im Fed Cup zur Verfügung stellen, und die Folgen dieser Regel sind in den ersten Monaten 2015 zu besichtigen. Serena Williams trat ein paar Tage nach dem Gewinn ihres 19. Grand-Slam-Titels zum Auswärtsspiel in Argentinien an, Maria Scharapowa flog 30 Stunden aus Melbourne nach Polen zur ersten Runde. An diesem Wochenende in Sotschi wird sie allerdings nicht dabei sein, wenn die Russinnen im Halbfinale gegen die deutsche Mannschaft spielen.

          Und nun ist auch Hingis ganz offiziell wieder dabei; 17 Jahre nach dem letzten Auftritt im Fed Cup gehört sie zur Mannschaft, die am Wochenende in Polen um den Aufstieg in die Weltgruppe spielen wird. Weil sie sich ernsthaft Gedanken macht, 2016 in Rio dabei zu sein. Aber passt die Idee nicht in die knallbunte Sammlung der Ereignisse im Leben der im slowakischen Kosice geborenen Schweizerin?

          Hingis tritt sogar im Einzel für die Schweiz an

          Die ehemalige Weltranglisten-Erste trifft am Samstag in Zielona Gora im ersten Spiel auf Agnieszka Radwanska. Die zweite Partie bestreiten Urszula Radwanska und Timea Bacsinszky. Für das Doppel am Sonntag ist Hingis an der Seite von Bacsinszky vorgesehen.

          Mit 13 tauchte die kleine Hingis, die den Vornamen nach der berühmten Martina Navrátilová bekommen hatte, zum ersten Mal in der Weltrangliste auf (Platz 399). Mit 14 spielte sie in Zürich bei ihrem ersten Profiturnier, noch bevor sie 15 wurde, gehörte sie zu den besten 20 der Weltrangliste, und beim ersten Grand-Slam-Turnier landete sie im Januar 1996 in Melbourne im Viertelfinale. Ein paar Wochen später besiegte sie zum ersten Mal Steffi Graf, im Juli gewann sie in Wimbledon an der Seite der Tschechin Helena Suková im Doppel mit 15 den ersten Grand-Slam-Titel. Als die beiden abends zum Feiern in einer Pizzeria in der Nähe des All England Club auftauchten, sah es aus, als habe Suková ihre kleine Schwester mitgebracht.

          Hingis bei der Aufnahme in die Hall of Fame des Tennis an der Seite der australischen Legende Rod Laver
          Hingis bei der Aufnahme in die Hall of Fame des Tennis an der Seite der australischen Legende Rod Laver : Bild: AP

          Der erste große Titel im Einzel war sechs Monate später in Melbourne fällig; im 20. Jahrhundert hatte es bis dahin keine jüngere Siegerin bei einem Grand-Slam-Turnier gegeben. Aber Hingis verblüffte nicht nur mit der federleichten, scheinbar mühelosen Art ihres Spiels, mit Finten und Varianten, sondern auch mit der völlig unverkrampften, selbstbewussten bis frechen Form, in der sie darüber und über manches andere sprach. Nur eine Verletzung könne sie daran hindern, schon bald die Nummer eins zu werden, meinte sie nach dem historischen Sieg in Melbourne. Nicht vielleicht auch jemand wie Steffi Graf? „Sicher ist sie eine tolle Spielerin“, antwortete sie, „aber hier war ich in bester Form.“ In ihrer Welt gab es nur einen Maßstab, und den bestimmte sie selbst.

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