https://www.faz.net/-gtl-9o7oh

BMW Open im Golf : Der gute Auftakt des Martin Kaymer

  • -Aktualisiert am

„Ich habe nicht großartig, aber solide gespielt“: Martin Kaymer Bild: dpa

Im Golf Club München-Eichenried legt er einen vielversprechenden Start hin – zur Freude der vielen Fans. Vielleicht trägt es schon Früchte, dass Martin Kaymer sein Verhalten während der Turnier geändert hat.

          Martin Kaymer geht neuerdings seinen Job als Golfprofi anders an: „Ich habe mich ein bisschen davon freigemacht, resultatorientiert zu denken. Mir geht es eher um den Prozess.“ Für ihn stehe im Vordergrund, sich Schritt für Schritt wieder zu dem Spieler zu entwickeln, der er einmal war: einer der Besten der Welt und kurzzeitig sogar laut Weltrangliste im Frühjahr 2011 der Allerbeste. „Ich muss in allen Bereichen besser werden, nicht viel, aber ein bisschen, um die Konstanz zu haben, vorne mitzuspielen“, hatte der 34 Jahre alte Rheinländer vor der 31. BMW International Open gesagt.

          Am Donnerstag gelang ihm das im Golf Club München-Eichenried. Zur Freude der vielen tausend Fans absolvierte er die erste Turnierrunde in 67 Schlägen (5 unter Par). „Ich habe nicht großartig, aber solide gespielt, vor allem keine großen Fehler gemacht“, bilanzierte Kaymer, der nur einen Schlag hinter dem zunächst führenden Italiener Andrea Pavan auf dem geteilten zweiten Platz lag. Die erste Runde wurde am Abend wegen Dunkelheit abgebrochen, nachdem ein Gewitter für eine dreistündige Pause gesorgt hatte.

          Vielleicht trug es schon Früchte, dass sich Kaymer während Turnieren nicht mehr von sozialen Medien ablenken lässt und selbst nicht mehr im Internet aktiv ist. „Da wird einem das Leben anderer Menschen nahe gebracht, das nicht wirklich der Realität entspricht – und man vergleicht sich teilweise damit, ob man möchte oder nicht“, sagte Kaymer, der in der Weltrangliste bis auf Rang 197 abgerutscht war. Zur Aufmunterung hatte er sich ab und zu Videos von seinen großen Siegen angeschaut, um zu sehen, wie gut er einmal war.

          In einem Interview mit einem amerikanischen Online-Magazin gab er offen zu, dass ihm in den letzten zwei Jahren einfach das Selbstvertrauen gefehlt habe, um Turniere zu gewinnen. Beim Memorial Tournament in Dublin (Ohio) vor drei Wochen war er zwar als Führender auf die letzten 18 Löcher gegangen, aber am Schlusstag spielte er nicht gut genug, um die nun schon fünf Jahre währende sieglose Zeit zu beenden. Immerhin brachte ihn dieser dritte Platz und Rang 35 bei den US Open erstmals seit langem wieder unter die Top 100 der Weltrangliste.

          Aber Platz 93 reicht nicht, um jetzt schon zu wissen, vom 18. bis 21. Juli bei der British Open definitiv mitspielen zu können. Dazu hätte er am Stichtag 26. Mai unter den Top 50 geführt werden müssen. Erst kürzlich bemerkte Kaymer, dass seine durch den US-Open-Sieg von 2014 erworbene fünfjährige Startberechtigung für das älteste der vier Majors im vergangenen Jahr abgelaufen war. Seit er in Abu Dhabi und bei der BMW International Open 2008 seine ersten beiden Turniersiege auf der European Tour gefeiert hatte, war Kaymer bei allen Majors mit Ausnahme der PGA Championship 2017, die er wegen einer Verletzung verpasste, immer angetreten.

          Sein nächstes Ziel lautet deshalb, sich noch für die British Open zu qualifizieren. Beim Heimspiel in Bayern kann er das nicht schaffen. Um sich mit den Besten der Welt auf dem spektakulären Dünenplatz von Royal Portrush zu messen, bleiben ihm in den ersten beiden Juli-Wochen noch zwei Chancen: Bei der Irish Open und der Scottish Open ergattern die jeweils drei am höchsten plazierten Profis aus den Top 10, die noch nicht für die British Open qualifiziert sind, einen Startplatz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer

          Kritik an AKK : „Eine Zumutung für die Truppe“

          Aus der Opposition gibt es heftige Kritik an der Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin. Kanzlerin und Union würden die „gebeutelte Bundeswehr“ für Personalspielchen missbrauchen, beklagt die FDP.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.