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Martin Kaymer im Gespräch : „Das Geld ist eine schöne Begleiterscheinung“

  • Aktualisiert am

Guter Start ins neue Golf-Jahr: Martin Kaymer kommt in Abu Dhabi in Schwung Bild: dpa

Martin Kaymer ist bei der Abu Dhabi Championshipein guter Start ins neue Golf-Jahr geglückt. Der Rheinländer verteidigt erstmals einen Titel auf der europäischen Tour. Im F.A.Z.-Interview spricht er über deutsche Probleme, die PGA Tour und horrende Preisgelder.

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          Martin Kaymer ist ein guter Start ins neue Golf-Jahr geglückt. Der 24-jährige Rheinländer aus Mettmann spielte am ersten Tag der mit 1,52 Millionen Euro dotierten Abu Dhabi Championship nach fünf Birdies und einem Bogey eine 68 und lag zum Zeitpunkt der Unterbrechung mit vier Schlägen unter Par aussichtsreich auf Platz acht im Rennen.

          Die Spieler mussten aufgrund eines Hagelsturms am Morgen zwei Stunden lang pausieren, so dass nur gut die Hälfte des Teilnehmerfeldes die Runde vor Einbruch der Dämmerung beenden konnte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Schweden Johan Edfors und Mikael Lundberg mit 66 Schlägen in Führung. Marcel Siem (Ratingen) hatte erst 14 Löcher absolviert und lag mit zwei Schlägen über Par auf Platz 93.

          Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht Kaymer über „deutsche“ Probleme, die PGA Tour - und die horrenden Preisgelder.

          Wie fühlen Sie sich vor dieser Saison?

          Mit den zwei Turniersiegen in Abu Dhabi und Eichenried im Vorjahr habe ich es mir selbst schwergemacht. Es wird nicht einfach sein, da anzuknüpfen, das war eine sehr, sehr gute Saison. Aber ich bin ganz entspannt.

          Wie gut sind Sie in Form?

          Ich habe gut trainiert und fühle mich fit und bestens in Form. Ich mache mir keinen Druck, den machen andere Leute. Ich fühle mich stark genug, meinen Titel in Abu Dhabi zu verteidigen, obwohl das Turnier noch besser besetzt ist als voriges Jahr. Dann geht es weiter nach Qatar und nach Dubai ...

          ... wo Sie ja voriges Jahr Zweiter nur einen Schlag hinter Tiger Woods waren. Was kommt danach?

          Dann spiele ich drei Turniere in den Vereinigten Staaten und komme von dort für zwei Turniere nach Europa zurück. Dann haben wir schon April, und das Masters in Augusta steht an. Die Einladung habe ich schon erhalten.

          Wie und wo haben Sie im Winter trainiert?

          Ich war jetzt seit Anfang Dezember in Arizona bei Bekannten. Da habe ich vor allem an meinem kurzen Spiel gearbeitet.

          Ist die amerikanische PGA Tour für Sie ein Thema?

          Ja, durchaus, wenn ich ebennoch stabiler spiele als derzeit. Ich habe ja schon voriges Jahr einige Turniere in Amerika gespielt. Das will ich von 2010 an noch intensivieren und in den Jahrenin den Jahren 2011 und 2012 weiter steigern. Aber alles hängt davon ab, in welcher Verfassung ich bin.

          In diesem Jahr gibt es für die europäische Tour erstmals das Race to Dubai, ausgestattet mit zehn Millionen Dollar Bonuspool und zehn Millionen Preisgeld beim Finalturnier der sechzig gewinnreichsten Spieler. Ist das eine Aufwertung der europäischen Tour?

          Unbedingt. Das zeigt sich schon daran, dass bereits einige namhafte Amerikaner, allen voran Phil Mickelson, der European Tour beigetreten sind. Dadurch wird es auch mehr Zuschauer geben, und für die Sponsoren ist die Tour dann ebenfalls interessanter. Das alles hilft ungemein und trägt zu einem höheren Stellenwert bei.

          Denkt man eigentlich während der einzelnen Turniere öfter mal an das viele Geld?

          Ach was, man wird ja nicht Profi wegen der vielen Millionen, die da im Spiel sind. Man wird es in erster Linie, weil man Spaß an dem Spiel hat und weil man sich mit den weltbesten Spielern messen will. Das Geld ist eine schöne Begleiterscheinung.

          Außer Marcel Siem und Ihnen ist kein Deutscher für die europäische Tour 2009 qualifiziert. Ist das nicht ein bisschen dürftig?

          Das ist wirklich sehr schade. Ich kann das gar nicht verstehen, Deutschland ist doch viel größer als die meisten anderen Länder, die wesentlich größere Kontingente stellen und auch erfolgreicher sind.

          Liegt es an der Förderung oder an den Spielern?

          Ich weiß es nicht, ich selbst bin jedenfalls optimal gefördert worden. Ich will hier einzelne Spieler nicht kritisieren, aber generell ist vielleicht die Einstellung der Sportler nicht gut genug. Mein Eindruck ist: Die Voraussetzungen stimmen, also muss es an den Profis liegen.

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