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BMW International Open : Golf – einfach unberechenbar

  • -Aktualisiert am

Alles Strecken nutzt nichts: Maximilian Kieffer wird Zwölfter. Bild: dpa

Wie verrückt es manchmal im Golf zugeht, dafür liefert der Schlusstag einen weiteren Beweis. Martin Kaymer und Maximilian Kieffer starten in Pulheim gemeinsam als Führende in die Schlussrunde – am Ende triumphiert ein Engländer.

          Martin Kaymer ist doch nur ein Trostpreis geblieben. Mit einem Birdie am 18. Loch und einer Schlussrunde von 68 und insgesamt 279 Schlägen (9 unter Par) sicherte sich der 33 Jahre alte Golfprofi bei der 30. BMW International Open im Golf Club Gut Lärchenhof den zweiten Platz. Er teilte ihn sich mit dem Dänen Thorbjørn Olesen und dem Finnen Mikko Korhonen. Es war die beste Plazierung des ehemaligen Weltranglistenersten in diesem Jahr. Sie macht Hoffnung, dass er sich im zweiten Teil der Saison doch für den Höhepunkt qualifizieren kann, den Ryder Cup Ende September in der Nähe von Paris.

          Das erste Preisgeld von 333.333 Euro kassierte Matt Wallace. Dank einer glänzenden Abschlussrunde von 65 und insgesamt 278 Schlägen erzielte der 28 Jahre alte Engländer seinen dritten Erfolg auf der European Tour. In der Weltrangliste wird er sich vom 91. Rang um mehr als 30 Plätze verbessern.

          Wie verrückt es manchmal im Golf zugeht, wie unberechenbar Golf ist, dafür lieferte der Schlusstag dieses mit zwei Millionen Euro dotierten Turniers einen weiteren Beweis. Gleich sechs Profis waren am Sonntag bei idealen Bedingungen (19 Grad, kaum Wind) auf die Schlussrunde gegangen – aber keiner aus diesem Sextett, zu dem auch die beiden Deutschen Kaymer und Maximilian Kieffer gehörten, hielt am Ende die Trophäe hoch. Kaymer hatte schon geahnt, wie es am Sonntag ablaufen würde: „Wenn man auf diesem Platz die Fairways trifft, kann man sich viele Birdiechancen erarbeiten. Morgen wird einer eine ganz niedrige Runde spielen.“

          Genau das passierte. Bevor die sechs Spitzenreiter auf die Runde gingen, hatte Olesen schon die Marke gesetzt. Dem Dänen gelang mit neun Birdies und einem Eagle die beste Runde seiner zehnjährigen Profilaufbahn. Der 28 Jahre alte Skandinavier verfehlte mit 61 Schlägen (11 unter Par) den Platzrekord von Frederik Jacobson, den der Schwede 2003 beim German Masters aufgestellt hatte, nur um einen Schlag. Das war eine Verbesserung von 16 Schlägen gegenüber dem Vortag. Mit insgesamt 279 Schlägen für die vier Runden auf dem von der Golflegende Jack Nicklaus entworfenen Platz hatte Olesen etwas geschafft, das es zu unterbieten galt.

          Die Deutschen Kaymer und Kieffer gingen am Sonntag gemeinsam als Führende auf die letzten 18 Löcher – eine Premiere in der Geschichte der European Tour. Zumindest konnten die Statistiker dieser Turnierserie nicht ermitteln, ob es eine solche Konstellation schon einmal gegeben hatte. Die beiden Rheinländer wurden vom Großteil der mehr als 15 000 Zuschauer auf ihrer Runde begleitet und jeder gelungene Schlag mit Jubel bedacht. Kaymer war schon zum 13. Mal als Spitzenreiter auf die Schlussrunde gegangen. Fünf Mal hatte er den Sieg nach Hause gebracht. Seit drei Jahren, seit den Turnieren in Abu Dhabi und der Italian Open, hatte der ehemalige Primus nicht mehr eine so günstige Ausgangsposition, um seine lange sieglose Zeit zu beenden. Sie währt schon vier Jahre seit seinem überlegenen Triumph bei der US Open.

          Kieffer dagegen erlebte mit der Spitzenposition nach drei Runden ein Novum. Schon am ersten Loch zeigte der 27 Jahre alte Düsseldorfer Nerven. Mit einem Doppelbogey, mit 324 Metern eines der kürzesten des 6612 Meter langen Platzes, verabschiedete er sich früh aus dem Rennen. Am Ende belegte er nach einer Par-Runde von 72 Schlägen den geteilten zwölften Platz.

          Kaymer wiederum nährte lange die Hoffnung auf seinen zweiten Sieg nach 2008 bei diesem Turnier. Bis auf einen Schlag war er nach 16 Löchern an Wallace herangekommen, ehe ihn ein Bogey am 16. Loch aller Siegchance beraubte. An diesem 244 Meter langen Loch, für die Profis nur ein langes Eisen und ein kurzer Pitch, verfehlte er das Grün aus nur 40 Metern Entfernung – der entscheidende Fehlschlag. „Sehr schade, dass mir das gerade in Deutschland passiert. Aber der zweite Platz ist im Hinblick auf den Ryder Cup wichtig, denn man muss jeden Punkt sammeln. Das Birdie am 18. Loch macht Hoffnung für die nächsten Turniere“, sagte Kaymer. Von Donnerstag bis Sonntag spielt Kaymer bei der French Open auf dem Platz „Le National“, der Anlage, auf der das Kräftemessen mit den besten Amerikanern im Herbst stattfindet. Dieser Platz liegt Kaymer. Im Jahr 2009 errang er dort einen seiner bisher 13 Siege auf der European und PGA Tour.

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