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Schwimm-WM in Südkorea : Stamms verrückter Wasserball-Sieg

  • Aktualisiert am

Von der Hand ins Tor: Marko Stamm erzielt trotz Verletzung fünf Tore im Vorrundenspiel gegen Brasilien. Bild: dpa

Marko Stamm führt die deutschen Wasserballer trotz Fußverletzung ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft. Ausruhen kann sich der Torjäger noch nicht. Ein wichtiges Vorrundenspiel steht noch an.

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          Trotz Schmerzen war dem humpelnden Wasserball-Ass Marko Stamm nach dem ersten WM-Sieg zum Scherzen zumute. „Ich habe vor einem halben Jahr 'mal gesagt, ich höre erst auf, wenn meine Mitspieler mich im Rollstuhl zum Beckenrand schieben“, sagte der trotz Bänderrisses herausragende Nationalspieler, „dass es doch so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Da muss ich meine Aussage nochmal revidieren.“

          Zwar musste der 30-Jährige am Mittwoch nicht wirklich im Rollstuhl vor dem 15:8 (4:1, 6:1, 2:2, 3:4) gegen Brasilien ans Becken in Gwangju geschoben werden. Aber im Athletendorf war er an den Tagen vor dem wichtigen Sieg Richtung WM-Viertelfinale schon so oder an Krücken unterwegs. Sogar getragen worden sei er von den Teamkollegen zwischenzeitlich, berichtete Stamm.

          „Den Rollstuhl musste ich nach einem Tag wieder abgeben, weil er nur für Notfälle ist und ich kein Notfall bin“, schilderte der mit fünf Treffern beste deutsche Torschütze, dessen linkes Sprunggelenk getapt war. „Nach und nach habe ich dann gesagt, Zähne zusammenbeißen. Denn wenn ich nicht laufen kann, kann ich auch nicht spielen.“

          „Er hat heute ein super Spiel gemacht“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm. Der Papa freute sich über den Auftritt mit viel Kämpferherz. „Ich könnte ja sagen, dass sind die Gene. Aber es sind nicht die Gene, er schießt die Tore alleine“, meinte Hagen Stamm.

          Zwei Tage nach dem 9:9 gegen die unbequemen Japaner bot die deutsche Auswahl, die erstmals seit sechs Jahren wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei ist, einen konzentrierten Auftritt. Mit dem Sieg gegen Brasilien sicherte sich die Nationalmannschaft mindestens das Achtelfinale. Die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) kletterte vorerst auf den zweiten Platz in der Gruppe D.

          Direkt ins Viertelfinale?

          Zum Vorrundenabschluss trifft die DSV-Auswahl am Freitag (5.30 Uhr MESZ) auf den dreimaligen Weltmeister und dreimaligen Olympiasieger Italien. Falls sie den Favoriten besiegen sollten, würden sie als Gruppensieger direkt ins Viertelfinale einziehen. Wenn sie dem Olympiasieger unterliegen, dann kommt es möglicherweise im Kampf um Platz zwei auf die Tordifferenz gegenüber Japan an. Die Asiaten verloren am Mittwoch 7:9 gegen Italien. Dem Vorrundendritten droht im Achtelfinale bereits ein Top-Gegner. „Ich möchte alles werden, nur nicht Dritter. Dritter wäre eine hohe Strafe“, sagte Bundestrainer Stamm.

          Stamm will sich weiter durchbeißen. „Das ist die Weltmeisterschaft, wenn nicht hier, wann dann“, sagte der Leistungsträger. Ausgerechnet ihm blieb ein weiterer Gang nicht erspart: Gestützt auf das Treppengeländer kämpfte er sich die Stufen zur Dopingkontrolle hinunter.

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