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Marion Jones : Nun sind die Mitläuferinnen dran

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Jones und Monique Hennagan nach dem Sieg mit der 4 x 400-Meter-Staffel 2000 in Sydney Bild:

Das amerikanische Nationale Olympische Komitee hat die Staffel-Kolleginnen der überführten Dopingsünderin Marion Jones aufgefordert, ihre Olympia-Medaillen ebenfalls zurückzugeben. Jones hatte 2000 in Sydney mit der 4 x 400-Meter-Staffel Gold und mit der 4 x 100-Meter-Staffel Bronze gewonnen.

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          Der Absturz von Marion Jones geht in rasantem Tempo weiter: Nach der harten Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) gegen die prominente Dopingsünderin müssen nun auch die befreundeten Staffel-Kolleginnen der überführten amerikanischen Sprinterin mit Medaillenverlust rechnen.

          Das Nationale Olympische Komitee der Vereinigten Staaten (USOC) hat am Freitagabend (Ortszeit) in Colorado Springs acht amerikanische Athletinnen aufgefordert, die bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewonnenen Goldmedaillen mit der 4 x 400-Meter-Staffel und Bronzeplaketten mit der 4 x 100-Meter-Staffel zurückzugeben.

          Jones soll 700.000 Dollar zurückzahlen

          Mitgehangen, mitgefangen. Chryste Gaines, Torri Edwards, Nanceen Perry und Passion Richardson (Vorlauf) waren mit Jones in der 4 x 100-Meter-Staffel, Jearl Miles-Clark, Monique Hennagan, LaTasha Colander- Richardson und Andra Anderson (Vorlauf) liefen im siegreichen 4 x 400-Meter-Quartett. „Durch das Betrugs-Geständnis von Marion Jones sind wir der Meinung, dass die Medaillen zurückgegeben werden sollten“, erklärte USOC-Sprecher Seibel nur Stunden, nachdem die IAAF in Monte Carlo die zweijährige Dopingsperre gegen Jones bestätigt, alle Resultate seit dem 1. September 2000 gestrichen und ihre WM-Medaillen aberkannt hatte. Zudem muss die 32 Jahre alte Kalifornierin sämtliche Siegprämien und Antrittsgelder zurückzahlen. Diese Einnahmen werden laut IAAF-Sprecher Nick Davies auf rund 700.000 Dollar geschätzt.

          Die 4 x 400-Meter-Staffel (von links): Jearl Miles-Clark, Monique Hennagan, La Tasha Colander-Richardson und Marion Jones

          Marion Jones hat sich allerdings für pleite erklärt. „Ich bin gebrochen. Mein 2,5 Millionen Dollar teures Traumhaus gehört mir nicht mehr, ich habe nur noch 2000 Dollar“, gab sie nach Informationen der „Los Angeles Times“ bereits im Juni in Indianaplis vor Gericht zu Protokoll.

          Der Beschluss des IAAF-Councils ist eine Steilvorlage für das Internationale Olympische Komitee (IOC). Die IOC-Disziplinar-Kommission unter Vorsitz des Deutschen Thomas Bach wird vom 10. bis 12. Dezember in Lausanne das Ergebnis ihrer Untersuchungen im Fall Jones bekanntgeben. „Die IAAF-Entscheidung fließt natürlich in unsere mit ein. Ich bin sicher, dass wir in Lausanne der Exekutive ein Ergebnis präsentieren können“, erklärte Bach.

          Wer erhält die Jones-Medaillen?

          Die Streichung ihrer fünf Olympia-Medaillen gilt als beschlossene Sache. Offen ist, an welche Athletin das IOC die Medaillen vergeben wird, da einige Läuferinnen wie zum Beispiel die Olympia-Zweite über 100 Meter, die Griechin Ekaterina Thanou, selbst unter Dopingverdacht stehen. Ungeklärt bleibt auch das Schicksal der Staffel-Kolleginnen von Jones. „Wir werden uns nicht äußern, solange wir nicht wissen, wie das IOC entscheidet“, meinte John Nubani, der Manager von Miles-Clark und Richardson.

          Am 5. Oktober hatte Jones nach jahrelangem Schweigen und Leugnen zugegeben, mit dem Designer-Steroid THG gedopt zu haben und drei Tage später ihre fünf Olympia-Medaillen zurückgeschickt.

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