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World-Boxing-Super-Series : Ex-Champion Huck taumelt dem Ruhestand entgegen

  • Aktualisiert am

Alexander Usyk (r) besiegt Marco Huck durch technischen K.o. am 9. September 2017 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Bild: dpa

Marco Huck kassiert bei der Weltpremiere der Muhammad-Ali-Trophy die nächste herbe Pleite. Wie es nun für ihn weitergeht, weiß der Ex-Weltmeister selbst nicht genau.

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          Mit versteinerter Miene schleppte sich Marco Huck noch einmal durch den Ring. Artig stellte sich der verbeulte Ex-Weltmeister dem Berliner Publikum und breitete ein letztes Mal ermüdet seine Arme aus. In der Luft lag ein Hauch von Abschied. Die derbe Niederlage bei der Weltpremiere der Muhammad-Ali-Trophy gegen den Ukrainer Alexander Usyk bedeutet für Huck die nächste Zäsur in seiner ins Stocken geratenen Karriere. Gut möglich, dass der stolze Cruisergewichtler nach der fünften Niederlage im 46. Profikampf die Boxhandschuhe endgültig an den Nagel hängt.

          "Erst mal mache ich ein bisschen Urlaub, dann entscheide ich, wie es weitergeht", sagte der ausgelaugte Huck noch im Ring. Das sollte sich der 32-Jährige tatsächlich gut überlegen. Zweimal hat Huck in diesem Jahr gekämpft, zwei enttäuschende Pleiten kassierte er. Im Duell gegen WBO-Weltmeister Usyk am Samstag hatte Ringrichter Robert Byrd in der zehnten Runde ein Einsehen und brach den Kampf vor 5890 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle vorzeitig ab.

          Hucks Analyse im Anschluss verlief ernüchternd. "Irgendwie war die Aufregung so groß. Da war ich, obwohl ich so erfahren bin, ein bisschen wie ein Anfänger. Das hat mich sehr viel Kraft gekostet", sagte der frühere Champion. Und recht hatte er. Immer wieder ließ er sich von Usyk von Ringecke zu Ringecke prügeln, im Schlaghagel des Osteuropäers waren die Angriffe Hucks nur ein Sturm im Wasserglas. "Was soll ich machen?", fragte ein ratlos wirkender Huck nach dem Kampf. Denn nicht eine Runde ging an ihn.

          Der weiterhin ungeschlagene Usyk tritt durch den Erfolg im Viertelfinale der Ali-Trophy in der Vorschlussrunde im Januar gegen WBC-Champion Mairis Briedis aus Lettland, der Huck im April in Dortmund klar bezwungen hatte, oder den Kubaner Mike Perez an. Das Finale des mit 50 Millionen US-Dollar dotierten Wettbewerbs steigt schließlich im kommenden Mai. Aus deutscher Sicht ist in der zweiten Gewichtsklasse, dem Supermittelgewicht, noch der Schweriner Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer vertreten.

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          Für Huck jedoch ist der Traum von der Rückkehr auf den WM-Thron wohl für immer geplatzt. Von 2009 bis 2015 hatte er den WBO-Gürtel gehalten, zumindest der Wille, ihn zurückzuerobern, war Huck gegen Usyk anzumerken. Häufig preschte er ungestüm voran und schlug - wie gewohnt - wilde Hände. In der achten Runde traf eine von jenen Usyk unterhalb der Gürtellinie, bevor er ohne Schlagwirkung zu Boden ging - Punktabzug für Huck.

          Usyk aber schien Hucks Treffer zu genießen, lächelte teilweise gar, wenn ihn eine Gerade traf, und provozierte seinen Gegner mit unorthodoxen Hampel-Einlagen unentwegt zur Attacke. "Was mir letztendlich ein bisschen gefehlt hat, war dieses Nachsetzen. Ich habe gemerkt, dass ich ihn mit meinen Schlägen erschütterte", sagte Huck.

          Nachhaltig erschüttert bleibt allenfalls Hucks Karriere. Der Deutsch-Serbe hatte bereits Glück, durch die Einführung der Ali-Trophy nach der Briedis-Pleite erneut um einen WM-Gürtel kämpfen zu dürfen. Entscheidet sich Huck gegen ein Karriereende, müsste er also wieder bei Null anfangen. Und dass es gegen die absolute Weltklasse nicht mehr reicht, ist spätestens jetzt bewiesen.

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