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Marathonfieber weltweit : Jetzt laufen sie wieder!

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Der ewige Fluss der Marathonläufer: hier beim Rennen in Wien mit einer Langzeitbelichtung eingefangen Bild: AFP

Rom, Rotterdam und Wien sind Schauplätze der ersten Frühjahrs-Marathons. Gabius verpasst in Hannover sein Ziel. Ein besonderes Spektakel über 42,195 Kilometer spielt sich in Pjöngjang ab.

          Der deutsche Rekordhalter Arne Gabius hat beim Hannover-Marathon die Norm für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio klar verpasst. In 2:14:28 Stunden kam der Leichtathlet am Sonntag als Siebter ins Ziel, blieb aber deutlich über dem Olympia-Richtwert von 2:11:30 Stunden. Immerhin kam der 38-jährige Wahl-Stuttgarter, dessen deutscher Rekord vom Frankfurt-Marathon aus dem Herbst 2015 bei 2:08:33 steht, erstmals bei einem Frühjahrs-Marathon ins Ziel. In London 2016, Hannover 2017 und im vergangenen Jahr in Boston musste er jeweils verletzungsbedingt vorzeitig aussteigen.

          „Solche Läufe sind gut für den Aufbau“, sagte Gabius im NDR: „Vor zwei Jahren wäre ich wahrscheinlich noch ausgestiegen, aber ich bin weiser geworden. Auf den letzten Kilometern habe ich mich zusammengerissen, um unter 2:15 zu bleiben.“ Er freue sich nun auf die kommenden Monate, „in denen ich mich aufs Training konzentrieren kann und nicht auf irgendwelche Verletzungen“, sagte Gabius.

          Das Rennen in der niedersächsischen Hauptstadt gewann der Kenianer Silas Mwetich in 2:09:37 Stunden vor seinem Landsmann Hosea Kipkemboi (2:10:40). Bei den Frauen stellte Racheal Jemutai mit einer Siegerzeit von 2:26:15 Stunden einen Streckenrekord auf. Damit verwies sie die Kenianerin Tigist Memuye (Äthiopien/2:27:35) auf Rang zwei. Beste deutsche Läuferin war die Regensburgerin Anja Scherl in 2:32:31 Stunden.

          Der ewige Wettlauf zwischen Kenianern und Äthiopiern

          Beim Marathon in Wien setzte sich der Kenianer Vincent Kipchumba in guten 2:06:56 Stunden durch. Tadesse Abraham (Schweiz) folgte als Zweiter (2:07:24). Bei den Frauen gelang den Kenianerinnen Nancy Kiprop (2:22:12), Angela Tanui (2:25:37) und Maurine Chepkemoi (2:26:16) ein Dreifachsieg.

          Lauf in die Sonne: Starter in Hannover Bilderstrecke

          Dagegen dominierten in Rom die ostafrikanische Konkurrenz der Kenianer: in Italiens Hauptstadt gab es zwei Dreifachsiege der Äthiopier zu bewundern. Bei den Frauen siegte Kebede Megertu Alemu (2:22:52) vor ihren Teamkolleginnen Muluhabt Tsega Chekol (2:26:41) und Chawo Chaltu Negesse (2:30:45). Bei den Männern setzte sich Tebalu Zawude Heyi (2:08:37) vor Tesfa Tiruneh Workneh (2:09:17) und Yihunilign Adane Amsalu (2:09:53) durch.

          Sifan Hassan verfehlt Europarekord

          Beim Berliner Halbmarathon verfehlte unterdessen die niederländische Europameisterin Sifan Hassan ihren Europarekord. Die gebürtige Äthiopierin siegte zwar souverän mit Streckenrekord von 65:46 Minuten, blieb aber 31 Sekunden über ihrer im September in Kopenhagen erzielten Bestmarke. Beim Laufspektakel mit knapp 36.000 gemeldeten Startern setzte sich Hassan mit riesigem Vorsprung auf die Kenianerin Veronica Nyaruai (68:52) durch. Beste Deutsche war Fabienne Amrhein (Mannheim) als Fünfte (71:40).

          Bei den Männern verfehlte Sieger William Wanjuki aus Kenia in 61:00 Minuten den Streckenrekord (58:56) deutlich. Als Siebter lief Richard Ringer (Friedrichshafen) bei seinem ersten Halbmarathon in 62:10 gleich auf Platz zehn der „ewigen“ deutschen Bestenliste.

          Unterdessen wurde der Regensburger Moritz Beinlich bei den nationalen Halbmarathon-Titelkämpfen in Freiburg im Breisgau in 64:24 Minuten deutscher Meister. Er siegte im Endspurt vor dem Tübinger Dominik Notz (64:27). Bei den Frauen gewann Miriam Dattke in 71:55 vor Thea Heim (73:57 / beide Regensburg).

          Westliche Hobbyläufer in Pjöngjang

          Eine Rekordzahl von 950 westlichen Hobby-Joggern trat am Sonntag beim Marathonlauf in Pjöngjang an. Die fünftägige Exkursion ins bunt geschmückte Herz der politischen Finsternis kostete 1299 Euro mit inkludierter Zuganreise von Peking nach Nordkorea. Das restriktiv überwachte Besichtigungsprogramm der historischen und wirtschaftlichen Errungenschaften des bettelarmen Landes war im Preis enthalten. Individualtourismus ist im Lande von Diktator Kim Jong Un weder bekannt noch erwünscht.

          Die „Westler“ wurden beim Zieleinlauf von rund 50.000 Zuschauern im Kim-Il-Sung-Stadion sorgsam choreographiert beklatscht. Sportlich dominieren aber einheimische Läufer das Heimrennen. Der Nordkoreaner Ri Kang Bom gewann das Rennen, das anlässlich des Geburtsjubiläums des verstorbenen Machthabers Kim Il Sung am Tag der Sonne stattfand.

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