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Marathon des Sables : „Ein Abenteuerlauf ist wie eine Party für die Sinne“

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Unter sengender Sonne Bild: AFP

Hitze, Sand, Einsamkeit, 240 Kilometer lang - das ist der Marathon des Sables. Brigid Wefelnberg startete schon zum dritten Mal beim Wüstenrennen in Marokko. Im FAZ.NET-Interview spricht sie über Sandstürme, Halluzinationen und die hohen Teilnahmegebühren.

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          Am vergangenen Sonntag begann der Marathon des Sables: Hitze, Sand, Einsamkeit, 240 Kilometer lang. Die Deutsche Brigid Wefelnberg startete schon zum dritten Mal beim Wüstenrennen in Marokko, das am 7. April endet. Im FAZ.NET-Interview spricht sie über Sandstürme, Halluzinationen und hohe Teilnahmegebühren.

          Warum tun Sie sich das an?

          So ein Abenteuerlauf ist wie eine Party für die Sinne. Was man da erlebt, sieht, riecht, fühlt, das begleitet einen sehr lange. Man tritt in eine andere Dimension, in eine andere Welt, wenn man sich diesen Naturgewalten aussetzt. Wann erlebt man schon mal einen Sandsturm?

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          Marathon des Sables : „Ein Abenteuerlauf ist wie eine Party für die Sinne“

          Was spielt sich da im Kopf ab?

          Die Gedanken drehen sich hauptsächlich ums Laufen, ums eigene Wohlbefinden. Man fragt sich: Hast du genug getrunken? Denn wenn nicht, drohen Halluzinationen. Man ist fixiert auf den nächsten Checkpunkt, an dem es die nächste Flasche Wasser gibt.

          Wie viel trinken Sie täglich?

          Man bekommt im Schnitt neun Liter Wasser. Fürs Trinken, Zähneputzen, Waschen, alles. Wie man sich die einteilt, kann jeder selbst entscheiden.

          Wie bereitet man sich im deutschen Winter auf einen Wüstenmarathon vor?

          Wenn man Glück hat, kann man, etwa im Schwarzwald, mit Schneeschuhen trainieren, das kommt dem Laufen im Sand schon ziemlich nahe, da rutscht man auch bei jedem Schritt wieder zurück. Sonst bereite ich mich mit Bergläufen vor.

          Hilft Laufen in der Sauna?

          Manche machen das angeblich. Aber die Hitze in der Sauna ist anders. Zudem besteht der Reiz des Rennens auch darin, dass man nicht weiß, was auf einen zukommt.

          Was kostet die Teilnahme?

          3000 Euro.

          Viel Geld, um sich eine Woche durch die Wüste zu quälen.

          Das stimmt. Aber wer einmal beim Marathon des Sables dabei war, denkt über diese Frage keine Sekunde lang mehr nach.

          Verändert einen die Wüste?

          Sie verändert das ganze Leben. Nach den Strapazen, dem Abenteuer, dem Kennenlernen all der Menschen wirken die Probleme im Alltag wie ein Klacks. Man hat einfach irrsinnig viel geschafft.

          Was ist das Schlimmste: Staub, Hitze, Stürme, Blasen?

          Wenn Sie eine Umfrage machen würden, wohl die Blasen. Vor allem in den Steinfeldern stößt man immer wieder an die empfindlichen Stellen.

          Was tut man im Ziel als Erstes?

          Man weint. Erst aus Erlösung, dass es vorbei ist, bald danach aber auch aus Trauer, weil das Abenteuer zu Ende ist.

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