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Malaika Mihambo : Ab in den Wilden Westen

Von Gold umgeben: Weitspringerin Malaika Mihambo bei der Ehrung zur Sportlerin des Jahres 2019 Bild: AFP

Als Athletin und als Mensch weiterentwickeln: Malaika Mihambo will bald in Amerika trainieren. Die Erste ist sie damit nicht. Für den Verband kommt das überraschend.

          3 Min.

          Die Selbstverständlichkeit, mit der sie im Weltmeisterschafts-Finale von Doha vor dem letzten Sprung den Lippenstift auffrischte – Farbe: Chocolate Shock – und das Selbstbewusstsein, die Ehrung als Sportlerin des Jahres in Baden-Baden im goldene Kleid in Empfang zu nehmen, können im Nachhinein als Signale interpretiert werden: Malaika Mihambo will mit mehr glänzen als mit sportlicher Leistung. Die beste Weitspringerin der Welt verlässt, man möchte beinahe sagen: konsequenterweise, die Provinz, in der sie behütet aufgewachsen ist, und geht in den Wilden Westen. Im Sommer wird die 26-jährige, so die Corona-Einschränkungen dies erlauben, aus Oftersheim im Rhein-Neckar-Kreis nach Houston (Texas) ziehen, um dort beim neunmaligen Olympiasieger Carl Lewis im Weitsprung und Leroy Burrell im Sprint zu trainieren. Unterstützt wird sie dabei vom Sportartikelhersteller Nike.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Nachricht kommt, so suggeriert es die Mitteilung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), überraschend. Am Freitag habe die 26 Jahre alte Athletin im Gespräch mit Chef-Bundestrainerin Annett Stein und dem Leitenden Bundestrainer Uwe Florczak mitgeteilt, dass sie über einen Wechsel in die Vereinigten Staaten nachdenke. Am Samstag teilte sie demnach per Mail mit, dass sie sich entschieden habe. Am Sonntag erschien in der „Bild am Sonntag“ ein Interview, im dem sie, über den Anspruch hinaus, sich in Houston als Athletin und als Mensch weiterentwickeln zu wollen, ihre Gemeinsamkeiten mit Lewis formuliert: „Er interessiert sich für Politik, spielt Klavier und hat sich vegan ernährt. All das ist mir auch sehr wichtig.“ Und: „Er hat gesungen, geschauspielert und hatte ein eigenes Mode-Label.“ Die Aufzeichnung von Lewis‘ Intonation der Nationalhymne bei einem der Endspiele um die Basketball-Meisterschaft 1993 muss sie sich offenbar erst noch anschauen. „Er beginnt mit einer Note so sauer wie eingelegtes Gemüse, das man in den tiefsten Tiefen Deutschlands findet“, schreibt der Fernsehsender CBSN über das grausame Scheitern, das ihn auf Platz zwei des „schlimmsten Abschlachtens der Nationalhymne“ setzt.

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