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Schreck nach Silber bei EM : Mihambo bricht TV-Interview ab und kollabiert

Nach dem EM-Wettkampf in München kollabierte Malaika Mihambo. Bild: AFP

Vor der Leichtathletik-EM infiziert sich Weitspringerin Malaika Mihambo mit dem Coronavirus. In München holt sie Silber. Nach den Sprüngen sackt sie mit Kreislaufproblemen gleich zwei Mal zusammen.

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          Die Anstrengung stand Malaika Mihambo nach dem Weitsprung bei der Europameisterschaft von München ins Gesicht geschrieben. Sie hob die Arme, verbeugte sich vor den Zuschauern, die sie im Regen unterstützt hatten, doch kein Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht, als die Olympiasiegerin und Weltmeisterin die Silbermedaille gewonnen und den zweiten europäischen Titelgewinn um lediglich drei Zentimeter verpasst hatte. Gold ging an die Serbin Ivana Vuleta, die lediglich zwei gültige Sprünge machte, im ersten Durchgang aber auf 7,06 Meter flog.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Malaika Mihambo kam beim besten ihrer sechs Sprünge auf 7,03 Meter, übernahm sich bei dem Wettbewerb aber offenbar. Ein Fernsehinterview, in dem sie über Atemprobleme während der Konkurrenz klagte, brach sie ab. Wenig später kollabierte sie. Der Kreislauf, teilte ihr Verband mit.

          Die Weitspringerin wurde im Innenraum des Olympiastadions behandelt, kam wieder auf die Beine und stand kurz vor Mitternacht gemeinsam mit ihrem Trainer Uli Knapp in einer kleinen Gruppe beim Ausgang. Offenbar verfolgte sie die Diskussion, wie es weitergehen solle. Dann sackte sie wieder zusammen, wurde aufgefangen und musste sich auf den Boden legen, wie aus der Interview-Zone zu beobachten war. In einem Golf-Wägelchen wurde sie aus dem Stadion gefahren; sie saß dabei.

          Um 0.40 Uhr in der Nacht zu Freitag versandte der Deutsche Leichtathletik-Verband die Kurznachricht: „Update zu Malaika Mihambo: Nach einem Kreislauf-Kollaps im Anschluss an den Wettkampf geht es ihr wieder besser.“ Sie wird am Freitagnachmittag zu einer Pressekonferenz des Verbandes und am Abend zur Siegerehrung im Stadion erwartet.

          Erst in der vergangenen Woche hatte die 28 Jahre alte Sportlerin bekannt gemacht, dass sie sich auf dem Rückflug von der Weltmeisterschaft in Eugene (US-Bundesstaat Oregon) mit dem Coronavirus infiziert hatte und zehn Tage krank war. Der Verlauf der Infektion sei mild gewesen. Am Freitag entschied sie sich, zur Titelverteidigung anzutreten.

          Die Qualifikation am Dienstag, bei der sie zwei Sprünge machte, verlief für sie ohne Auffälligkeiten über die hinaus, dass sie mit 6,99 Metern die Beste war. Wegen Corona, sagte sie anschließend, spüre sie im Wettkampf weniger Druck als sonst. Sie werde schneller müde, sagte sie über ihren gesundheitlichen Zustand, fühle sie sich aber „fitter“ als noch vergangene Woche: „Der Körper regelt das jetzt.“

          Ihr Trainer Uli Knapp verriet, dass seine Athletin nach der Qualifikation „völlig kaputt“ gewesen sei. Auch am Donnerstag habe sie seiner Vermutung nach unter Nachwirkungen der Infektion gelitten und sei vermutlich zudem unterzuckert gewesen.

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