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Schwimm-WM : Mäßiger Auftakt der deutschen Beckenschwimmer

  • Aktualisiert am

Christian vom Lehn zeigte sich nach seinem 100-Meter-Brust-Rennen enttäuscht. Bild: dpa

Beim WM-Einstand der Beckenschwimmer in Budapest schafft es nur eine deutsche Athletin ins Halbfinale. Von einem missglückten Einstieg in das Turnier will der Chefbundestrainer trotzdem nicht sprechen.

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          Von einem WM-Fehlstart der deutschen Beckenschwimmer wollte Chefbundestrainer Henning Lambertz trotz der durchwachsenen Ergebnisse nicht sprechen. „Wir hatten vier Athleten am Start, von der eine sehr gut war und drei aus bekannten Gründen Lehrgeld gezahlt haben. Von daher ist alles okay“, sagte Lambertz nach dem Auftakt am Sonntag in Budapest. „Unser allgemeines Problem ist: Das Grundniveau ist noch nicht hoch genug. Daran müssen wir arbeiten. Das kommt nicht durch Fingerschnippen.“

          Die nächste Runde erreichte lediglich Aliena Schmidtke über 100 Meter Schmetterling. Im Halbfinale war dann aber auch für sie Schluss - mit einem persönlichen Teilerfolg. Sie schlug nach 57,87 Sekunden an und verbesserte ihre eigene Bestzeit von den nationalen Titelkämpfen Mitte Juni in Berlin um 15 Hundertstelsekunden. Poul Zellmann, Damian Wierling und Christian vom Lehn schieden bereits in ihren Vorläufen aus. Ihre Bestzeiten verpassten sie zum Teil deutlich.

          Als erste Deutsche war am Morgen Schmidtke ins Wasser gesprungen und hatte nach 58,24 Sekunden angeschlagen. Nach dem schnelleren Semifinale sagte die 24 Jahre alte Magdeburgerin: „Mein Ziel war Halbfinale und unter 58 Sekunden, und das ist erreicht. Das Finale kommt dann hoffentlich beim nächsten Mal.“

          „Weiß nicht, woran es gelegen hat“

          Die Chance, sich in der zweiten Tageshälfte noch zu verbessern, hatten Zellmann, Wierling und vom Lehn erst gar nicht. Sie schieden in ihren Vorläufen aus. „Ich bin zu langsam angegangen, habe mich einlullen lassen“, sagte Zellmann nach seinem 20. Platz in 3:50,88 Minuten auf der 400-Meter-Freistil-Strecke. Er war mehr als drei Sekunden langsamer als bei den deutschen Meisterschaften Mitte Juni. „Zwanzigster der Welt ist annehmbar, aber die Zeit ist natürlich Mist.“

          Auch vom Lehn war nach seinem 100-Meter-Brust-Rennen, das er nach 1:00,60 Minuten als 25. beendete, enttäuscht. „Das habe ich mir anders vorgestellt“, sagte der 25-Jährige. „Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat.“ Der WM-Dritte über 200 Meter aus dem Jahr 2011 verpasste seine persönliche Bestzeit von den nationalen Titelkämpfen um eine gute Sekunde.

          Nicht ganz so unglücklich war Damian Wierling trotz Vorlauf-Aus über 50 Meter Schmetterling in 24,09 Sekunden. „Die Zeit stellt mich nicht zufrieden. Aber ich habe ein paar Sachen mitgenommen für die deutlich wichtigeren Rennen über 50 und 100 Meter Kraul und die Staffel“, sagte der 21-Jahre alte Essener.

          Katie Ledecky holt zweimal Gold

          Ohne Probleme überstanden die Lokalmatadore Katinka Hosszú und Laszlo Cseh ihre ersten Vorläufe. Der ohrenbetäubende Jubel bei jedem ungarischen Starter und besonders beim Bronze-Gewinn der 4 x 100 Meter Freistil-Staffel der Männer war der Stimmungshöhepunkt am Sonntag.

          Den ersten Beckenschwimm-WM-Titel von Budapest sicherte sich der Chinese Sun Yang über 400 Meter Freistil. Außerdem holte Katie Ledecky aus den Vereinigten Staaten gleich zweimal Gold: Alleine über 400 Meter Freistil und mit der Staffel über 4 x 100 Meter Freistil. Die amerikanische Männerstaffel über die gleiche Distanz war ebenfalls nicht zu schlagen. Im Staffel-Rennen der Frauen sorgte die Schwedin Sarah Sjöström als Startschwimmerin mit 51,71 Sekunden für den ersten Weltrekord dieser Titelkämpfe.

          Während die Beckenschwimmer gerade erst in ihre WM starteten, können sich die Wasserspringer in den Urlaub verabschieden. Nach Silber, Bronze und zuvor sieben weiteren Top-10-Plätzen belegten Tina Punzel und Lou Massenberg zum Abschluss noch einen überzeugenden vierten Platz im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Beim Synchronschwimmen kam der erste deutsche männliche WM-Starter Niklas Stoepel mit Amelie Ebert im freien Programm des gemischten Duetts auf Rang neun.

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