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Vorlauf zu London-Marathon : Lauf-Idole als Streithähne

  • Aktualisiert am

Mo Farah: Hotelrechnung nicht bezahlt? Bild: AP

Im Vorfeld des London-Marathons überschattet ein bizarrer Streit zwischen Mo Farah und Haile Gebrselassie das Rennen. Es geht um Diebstahl, eine unbezahlte Hotelrechnung und die Ehre.

          2 Min.

          Zwischen den beiden Leichtathletik-Idolen Mo Farah und Haile Gebrselassie ist kurz vor dem traditionsreichen London-Marathon am Sonntag ein erbitterter Streit entbrannt, der das traditionsreiche Rennen am Sonntag in den Hintergrund treten lässt. Es geht um einen Diebstahl, eine unbezahlte Hotelrechnung und eine angeblich gerade so abgewendete Anzeige wegen Körperverletzung.

          Der viermalige britische Olympiasieger Farah warf dem ehemaligen Marathon-Weltrekordler Gebrselassie vor, ihm nach einem Diebstahl im Hotel des Äthiopiers nicht geholfen zu haben. Bei dem Vorfall, der sich Ende März bei der Vorbereitung Farahs auf den London-Marathon ereignet haben soll, seien ihm umgerechnet rund 2900 Euro, eine Uhr und zwei Telefone entwendet worden.

          Gebrselassie, zweimaliger Olympiasieger über 10.000 Meter, wies die Vorwürfe umgehend und ungewohnt scharf zurück. Der 46-Jährige beschuldigte Farah, selbst teils massive Verstöße begangen zu haben. So soll Farah seine Hotelrechnung in Höhe von umgerechnet rund 2600 Euro nicht bezahlt haben – trotz einer 50-prozentigen Ermäßigung nach dem Diebstahl.

          Außerdem habe es mehrere Beschwerden anderer Hotelgäste über das ungebührliche Verhalten Farahs und dessen Teams gegeben. In einem Fall habe die Polizei eingeschaltet werden müssen, weil Farah im Fitnessraum einen anderen Sportler angegriffen habe. „Wegen meiner Vermittlerrolle wurde die Strafanzeige fallen gelassen“, teilte Gebrselassie mit.

          Ein Sprecher Farahs wies in einem Statement diese Vorwürfe zurück. Diese dienten nur dazu, von der Tatsache abzulenken, „dass Hotelangestellte einen Zimmerschlüssel benutzt haben, um Geld und Gegenstände aus Mo Farahs Raum zu stehlen“. Gebrselassie führte nun aus, es habe Ermittlungen der Polizei gegeben. Fünf seiner Angestellten hätten drei Wochen in Haft verbringen müssen, ehe ihre Unschuld festgestellt wurde.

          Haile Gebrselassie: Dem Bestohlenen nicht geholfen?
          Haile Gebrselassie: Dem Bestohlenen nicht geholfen? : Bild: Reuters

          „Ich bin sehr traurig. Ich habe diesen Menschen geliebt, aber jetzt versucht er, meinen Ruf zu zerstören“, sagte Gebrselassie der englischen Tageszeitung „The Guardian“. Er führte weiterhin aus, dass Farah „getreten und geschlagen“ habe. „Er kann es nicht leugnen, es waren genug Zeugen im Fitnessraum“, sagte Gebrselassie.

          Nun habe Farah versucht, ihn unter Druck zu setzen. In einer Textnachricht habe der Brite geschrieben: „Denk daran, dass ich nicht dafür verantwortlich bin, was ich während der Pressekonferenz in London sagen werde. Und was es für einen Einfluss auf dein Ansehen und dein Geschäft haben wird.“

          Der Streit der beiden Lauf-Idole dürfte noch weiter gehen. Laut Gebrselassie habe Farah einen äthiopischen Anwalt beauftragt, der eine Forderung von mehr als 15.000 Euro für den Diebstahl aufgerufen habe. Gebrselassie betonte, er werde die Summe nicht zahlen, da es nicht erlaubt sei, mehr als 350 Dollar in den Hotelzimmern aufzubewahren: „Er hat einen Anwalt, wir haben einen Anwalt, jetzt wird der Kampf beginnen - und einer von uns wird der Sieger sein.“

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