https://www.faz.net/-gtl-8jcfx

Letzter Test vor Olympia : Deutsche Handballer gewinnen gegen Tunesien

  • Aktualisiert am

Ein hartes Stück Arbeit: Patrick Wiencek (Mitte) setzt sich durch. Bild: dpa

Rio kann kommen! Das deutsche Handball-Team hat sein letztes Testspiel vor Olympia gegen Tunesien souverän gewonnen. Einige Fragezeichen gibt es aber noch mit Blick auf den endgültigen Turnier-Kader.

          2 Min.

          Einen Tag vor der Kader-Nominierung für die Olympischen Spiele hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft ihr Testspiel gegen Tunesien gewonnen. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) besiegte die Nordafrikaner am Mittwoch in Stuttgart mit 38:32 (17:14). Vor 4113 Zuschauern war Uwe Gensheimer mit acht Toren der erfolgreichste Werfer der Deutschen. Für Tunesien war Amine Bannour mit elf Treffern bester Schütze.

          „Wir haben ingesamt zu viele Gegentore kassiert. Ich habe viele gute Sachen heute gesehen, aber auch Sachen, an denen wir arbeiten müssen. Ich fahre nach Rio, um Gold zu gewinnen“, sagte Torwart Andreas Wolff im ZDF. „Es war der eine oder andere Konzentrationsfehler zu viel drin“, erklärte Gensheimer.

          Am Donnerstag wird Bundestrainer Dagur Sigurdsson bekanntgeben, welche 14 Spieler und welcher Reservist mit zum olympischen Turnier im August dürfen. Im Kader des Europameisters standen für die Testpartie 21 Handballer. „Es ist sehr schwierig, bei Olympia wollen alle dabei sein“, sagte Sigurdsson.

          Lichtlein fehlt überraschend

          Überraschend fehlte EM-Torwart Carsten Lichtlein im deutschen Aufgebot. Er konkurriert mit Andreas Wolff und Silvio Heinevetter um voraussichtlich zwei Olympia-Tickets für Keeper. Auch die EM-Spieler Jannik Kohlbacher und Erik Schmidt sowie Tim Kneule mussten zuschauen. Einen Einsatz von Steffen Fäth hatte der Bundestrainer schon im Vorfeld ausgeschlossen.

          Auf Rechtsaußen bekam Tobias Reichmann rund zwei Drittel der Spielzeit. Er liefert sich mit Patrick Groetzki vom Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen ein Duell um die Position. Nach einem frühen 0:2-Rückstand drehte Deutschland dank einiger Paraden von Wolff auf und konnte rasch in Führung gehen.

          Die beiden für das olympische Turnier qualifizierten Mannschaften agierten aggressiv in der Verteidigung, spielten aber auch zielstrebig nach vorne. Für die DHB-Auswahl kamen immer wieder Fabian Wiede und Julius Kühn aus dem Rückraum zu erfolgreichen Abschlüssen, Linksaußen Gensheimer veredelte vor allem schnelle Angriffe und Siebenmeter-Würfe gewohnt sicher.

          Am Ende ein souveräner Sieg

          Tunesien, Zweiter der Afrikameisterschaft, bekam nach der Pause mit den schnellen Angriffen der Deutschen immer mehr Probleme. Für das DHB-Team kam Heinevetter ins Tor, auch er war ein sicherere Rückhalt. Die Spieler von Trainer Sigurdsson gewannen am Ende souverän.

          Nach der Nominierung am Donnerstag gibt es eine kleine Pause für die Nationalmannschaft, bevor sie sich am 19. Juli wieder trifft. Dann bestreitet das Olympia-Team gemeinsam mit Gastgeber und Olympiasieger Frankreich, dem zweimaligen Europameister Dänemark und Afrika-Champion Ägypten das EuroTournoi in Strasbourg (22. bis 24. Juli).

          Am 1. August fliegen die Handballer nach Rio, wo zwei Tage später die Generalprobe gegen Kroatien auf dem Programm steht. Das erste Spiel der Deutschen beim olympischen Turnier ist am 7. August gegen Schweden. Weitere Kontrahenten in der Gruppe B sind Polen, Brasilien, Slowenien und Ägypten. Die ersten vier Teams beider Gruppen erreichen das Viertelfinale.

          Weitere Themen

          Deutschland sucht den Spielmacher

          Handball-WM : Deutschland sucht den Spielmacher

          Auf der Mittelposition ist der deutsche Handball seit Jahren auf der Suche nach dem Schlüssel. Bei dieser WM ist dort Philipp Weber die Nummer eins. Doch die Zukunft im Nationalteam gehört Juri Knorr.

          Topmeldungen

          Ist da noch jemand? Einblick in einen Büroturm in Frankfurt

          Corona und Homeoffice : So teuer kann Büro-Zwang werden

          Die Politik bringt durch neue Corona-Regeln die Wirtschaft gegen sich auf. Wer Homeoffice verweigert, riskiert Strafzahlungen. Entscheiden bald Ämter, wer wo arbeiten darf?
          Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj wird am Montag aus einer Polizeistation nahe Moskau gebracht.

          Enthüllung über Putin : Nawalnyjs nächster Paukenschlag

          Kaum hat der Kreml Alexej Nawalnyj nach dessen Rückkehr weggesperrt, kommt von den Mitstreitern des Oppositionspolitikers eine neue Korruptionsenthüllung. Erstmals geht es um Präsident Wladimir Putin persönlich.
          Der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke und der derzeit von der AfD ausgeschlossene Brandenburger Rechtsextremist Andreas Kalbitz singen im August 2019 die deutsche Nationalhymne im brandenburgischen Königs Wusterhausen.

          Gegen Verfassungsschutz : Die letzten Abwehrversuche der AfD

          Hat der offiziell längst aufgelöste „Flügel“ an Einfluss in der AfD gewonnen? Das ist eine Kernfrage, wenn es um die bevorstehende Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz geht. Parteichef Meuthen rüstet sich mit Argumenten.
          Schon drin?

          Clubhouse-App : Willkommen im Vereinshaus

          Die Berliner Blase hat ein neues Spielzeug: Die Plauder-App Clubhouse verspricht Zerstreuung in schwierigen Zeiten. Ist der Hype von Dauer?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.