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Moderner Fünfkampf : Schöneborn holt WM-Titel nach Glanzauftritt

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„Das war Weltklasse“: Lena Schöneborn erhält Lob für den WM-Titel Bild: AP

Diese Vorstellung von Lena Schöneborn erinnert an Peking 2008. Die Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf nutzt bei der WM in Berlin den Heimvorteil optimal. Der erste Einzel-Titel ist der verdiente Lohn.

          Ein Glanzauftritt beim Fechten hat Lena Schöneborn den Weg zum ersehnten Einzel-Titel bei der Weltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf geebnet. Sieben Jahre nach ihrem Triumph bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking setzte sich die 29-Jährige bei der Heim-WM im Olympiapark in souveräner Manier durch und löste zugleich das Olympia-Ticket für Rio 2016. „Das war Weltklasse“, lobte Bundestrainerin Kim Raisner.

          Janine Kohlmann aus Potsdam belegte als zweite deutsche Starterin Rang 16 unter 36 Teilnehmerinnen. Die Mannschaftswertung sicherte sich Polen vor Deutschland und Ungarn. Für Schöneborn war es ein zusätzliches Bonbon.

          „Die Beine wollten gar nicht mehr. Wir haben schließlich noch die Team-Medaille ein bisschen im Blick, deshalb habe ich noch ein bisschen mehr gegeben“, sagte Schöneborn in der ARD, die von ihrer ganzen Familie gefeiert wurde. „Ich hab sie eingebrieft, dass sie nicht nur hysterisch irgendwas reinrufen, sondern mir auch wirklich etwas mitgeben können. Das haben sie gemacht“, freute sie sich.

          Bei brütender Hitze lief die Mitfavoritin am Samstagabend mit klarem Vorsprung vor Chen Qian (China) und Yane Marques (Brasilien) im abschließenden Combined über den Zielstrich. Das war zuvor noch keiner deutschen Mehrkämpferin in der Geschichte der Frauen-WM seit 1981 gelungen. Der Berliner Eric Walther, am Samstag einer von rund 500 Fans, hatte 2003 das bisher einzige WM-Gold im Einzel für den Deutschen Verband für Modernen Fünfkampf geholt.

          Mit dem Sieg löste sie gleichzeitig das Ticket für Olympia in Rio

          Die begeisterten Zuschauer feierten mit „Lena-Lena“-Rufen die nervenstarke Weltmeisterin. Sie war mit einem mäßigen Schwimm-Ergebnis in das WM-Finale gestartet und katapultierte sich mit der grandiosen Bilanz von 30 Siegen und nur fünf Niederlagen beim Degenfechten in die Podestränge. Dafür gab es 280 Punkte, mehr als jemals zuvor eine Moderne Fünfkämpferin beim Fechten erreicht hatte.

          Nach einem abwurffreien Ritt auf Ordynat - wegen der Temperaturen um 36 Grad war der Jackettzwang für die Athletinnen aufgehoben - startete die amtierende Europameisterin mit einem Vorsprung von neun Sekunden in die letzte Disziplin. Die laufstarke Schöneborn behielt auch am Schießstand die Übersicht und holte nach einmal Silber und zweimal Bronze erstmals Gold im WM-Einzel.

          Einfach goldig: Schöneborn und ihr Freund Alexander Nobis, der in der Männer-Staffel auch den Titel gewann

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