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Zukunft der Leichtathletik : Einfach mal Lückenkemper fragen

„Die Leichtathletik ist nicht innovativ genug“: Gina Lückenkemper Bild: dpa

Um die Leichtathletik attraktiver zu machen, gibt es bei den Europaspielen einen Versuch, den nicht jeder versteht. Vor der nächsten Reform sollten die Funktionäre vielleicht besser mit Gina Lückenkemper sprechen.

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          Gina Lückenkemper hat die Gabe, Dinge auf den Punkt zu bringen. Kein Wunder, wenn die hauptsächliche Beschäftigung darin besteht, möglichst schnell von Punkt A zum 100 Meter entfernten Punkt B zu kommen. Und auch sonst gelingt es ihr, sozusagen generationenübergreifend, mitzuteilen, was so Sache ist in der Leichtathletik.

          Ihre Instagram-Posts enthalten für gewöhnlich genügend Textanteil, um digitalaffine Silver Ager bei der Stange zu halten, aber auch Emojis, um sich jüngeren Followern verständlich zu machen. In dieser Woche brachte sie die Situation in ihrem Sport zur Sprache. „Die Leichtathletik ist nicht innovativ genug und muss noch eine Menge lernen“, sagte sie „t-online.de“. „So wie die meisten Wettkämpfe derzeit organisiert sind, ist unsere Sportart nicht zukunftsfähig.“ Das ist zwar anderen auch schon aufgefallen, aber das macht es nicht besser.

          Bei den Europaspielen in Minsk wurden die „Dynamic New Athletics“ ausprobiert, von Svein Arne Hansen, 73, als Hip-Hop-Version seines Sports bezeichnet. Die Erfahrungsberichte klingen, als hätte die Generation Funktionär eine andere Vorstellung von Hip-Hop als die Generation Sportler. Dass es eine Einzelwertung gibt, so Weitspringerin Melanie Bauschke, sei ihr erst am Abend vorher erklärt worden. „Es hat eine Weile gedauert, bis uns der ganze Modus erklärt werden konnte.“ Klingt beunruhigend, denn noch nie war als Grundübel der Leichtathletik identifiziert worden, dass der Sport zu unkompliziert ist. Idee: Vor der nächsten Reform vielleicht besser mit Gina Lückenkemper sprechen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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