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Missbrauch im Oregon Project : „Der dickste Hintern an der Startlinie“

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Y. Amy Yoder Begley litt im Nike Oregon Project (Bild von 2009). Bild: Picture-Alliance

Die Schilderungen sind erschreckend. Zuerst hatte Mary Cain die Courage, öffentlich über Missbrauch im Nike Oregon Project zu berichten. Seitdem melden sich immer mehr Leichtathletinnen mit Vorwürfen.

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          Der Bericht in einer Zeitschrift in der Juli-Ausgabe 2012 las sich wie eine lange Litanei über die vielen Leiden der jungen Y. Amy Yoder Begley, einst eine veritable Hoffnung in der amerikanischen Leichtathletik über mittlere und lange Strecken, hatte im Laufe der Jahre zahllose Verletzungen erlitten und war mehrfach operiert worden. Nun rieten ihr die Ärzte, Schluss zu machen. Obwohl die Publikation in Oregon herausgegeben wird und Yoder Begley damals in Portland lebte, fand sich keine einzige Zeile darüber, dass man sie ein Jahr zuvor aus einem Trainingszentrum in der Gegend geworfen hatte, in dem ein prominenter Coach mit Hilfe eines ortsansässigen Sportausrüsters seine bekannte Leistungsschmiede betrieb.

          Man redete in der leichtathletikfixierten Region offensichtlich nicht gerne über die Manien des Alberto Salazar. Und darüber, wie er in seinem Nike Oregon Project mit Athleten verfuhr, die nicht schnell genug liefen. Salazar war erfolgreich und bestens vernetzt. So verriet Yoder Begley erst sieben Jahre später zum ersten Mal, was damals passiert war: „Man hat mir gesagt, dass ich zu fett sei und den dicksten Hintern an der Startlinie hätte“.

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