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Vorwürfe von Läuferinnen : Gesperrter Trainer Salazar gibt „gefühllose“ Kommentare zu

  • Aktualisiert am

Mit Vorwürfen konfrontiert: Alberto Salazar, hier 2015 in Oregon Bild: AFP

Der umstrittene und derzeit wegen Doping-Vergehen gesperrte Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar hat die auch gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen teilweise eingeräumt. Manches davon sei notwendig für „Spitzenleistungen“ gewesen.

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          Der wegen Dopingverstößen gesperrte Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar hat nach den schweren Anschuldigungen der früheren Läuferin Mary Cain „gefühllose oder unsensible“ Kommentare eingeräumt. Vorwürfe von Missbrauch oder Geschlechterdiskriminierung wies der ehemalige Chefcoach des mittlerweile aufgelösten Nike Oregon Projects (NOP) aber zurück.

          In einem Statement an die Zeitung The Oregonian schrieb Salazar: „Im Laufe der Jahre habe ich gelegentlich bei der Unterstützung meiner Athleten bei hartem Training womöglich Kommentare abgegeben, die gefühllos oder unsensibel waren.“ Sollten dadurch Sportler verletzt worden sein, „war ein solcher Effekt völlig unbeabsichtigt, und es tut mir leid“, so der 61-Jährige.

          In der vergangenen Woche hatte die einstige amerikanische „Wunderläuferin“ Mary Cain Erfahrungen aus ihrer Zeit beim NOP öffentlich gemacht. Man habe sie unter anderem unter Druck gesetzt, ihr Gewicht deutlich zu reduzieren. Dies habe über drei Jahre zum Verlust ihrer Periode geführt, sie habe fünf Knochenbrüche erlitten und am Ende sogar über Suizid nachgedacht.

          „Vielleicht muss sich das ändern“

          „Ich war das Opfer eines Missbrauchs, durch ein System und einen Mann“, sagte die 23-Jährige, die sich 2013 als 17-Jährige dem NOP angeschlossen hatte, der New York Times. Die ehemalige Olympia-Teilnehmerin Amy Begley berichtete, Salazar habe sie einst vom Training ausgeschlossen, weil sie „zu fett“ sei und „den dicksten Hintern an der Startlinie“ habe.

          Salazar entgegnete, der Fokus auf das Gewicht stehe bei Athleten im Zusammenhang mit „dem Zielgewicht und dem Leistungsgewicht, um Spitzenleistungen zu erzielen und gleichzeitig ein allgemeines Wohlbefinden zu erhalten“. Dies gehöre seiner Ansicht nach zum Spitzensport, wenngleich Salazar zugab: „Vielleicht muss sich das ändern.“

          Am 10. Oktober war das umstrittene NOP vom Sportartikelriesen Nike offiziell für beendet erklärt worden. Wenige Tage zuvor war Salazar von der amerikanischen Anti-Doping-Behörde Usada wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für vier Jahre gesperrt worden, mittlerweile hat der Amerikaner dagegen beim Internationalen Sportgerichtshof Cas Einspruch eingelegt.

          Die deutsche WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) hatte seit Ende 2018 ebenfalls in den Vereinigten Staaten trainiert. Sie gehörte dem Elite-Laufteam NOP aber erst seit April offiziell an. Sie trainierte eigenen Angaben zufolge selbst nie unter Salazar, ihr Coach war Pete Julian.

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