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Leichtathletik : Springstein auch in griechischer Doping-Affäre

  • Aktualisiert am

Doping in Griechenland? Thomas Springstein Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Thomas Springstein ist laut Athener Medien auch in Griechenland in eine seltsame Dopingaffäre verwickelt. Doch der Anwalt des 47jährigen Leichtathletik-Trainers dementierte die Gerüchte.

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          Thomas Springstein ist auch in Griechenland in eine Dopingaffäre verwickelt. Der 47jährige, der voraussichtlich im November wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in Magdeburg vor Gericht steht, wird vom griechischen Leichtathletik-Verband (Segas) offiziell als Trainer von 800-Meter-Rekordlerin Maria Papadopoulou bezeichnet, die laut Welt-Anti-Doping-Agentur WADA im Juli positiv getestet wurde.

          Ähnlich wie die Segas-Homepage hatten auch ein Internet-Anbieter (www.athletix.org) und das renommierte Blatt „Ethnos“ Springstein als Coach von Papadopoulou dargestellt. Gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (mdr) dementierte Springstein-Anwalt Peter-Michael Diestel (Potsdam) allerdings eine Verbindung seines Mandanten zu der Athletin. Der letzte DDR-Innenminister teilte dem Sender mit, die neuerlichen Vorwürfe seien haltlos und nur Begleitmusik für das anstehende Verfahren gegen Springstein.

          10-Millionen-Euro-Klage

          Diestel hatte auch in der Magdeburger Affäre vergeblich versucht, Springstein aus der Schußlinie zu bringen. Maria Papadopoulou bestreitet ihrerseits Doping und kündigte eine 10-Millionen-Euro-Klage wegen Verleumdung gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA an.

          Die 30jährige, die sich 2005 gegenüber den beiden Vorjahren um mehr als fünf Sekunden auf die Landesrekordzeit von 1: 59,79 Minuten steigerte, erklärte über ihren Anwalt Kostas Ioannidis, entgegen der Behauptung der WADA sei sie am 29. Juli in Trikala nicht zur Urinprobe gebeten worden, weil sie gar nicht in dieser Stadt gewesen sei. Sie weigere sich, einen Vertrauensmann zur Öffnung der B-Probe zu bestellen, die nicht von ihr stammen könne.

          Formfehler bei Dopingprobe

          Papadopoulou hat in einem Punkt nicht Unrecht, denn der Wada-Kontrolleur schrieb versehentlich „Trikala“ auf die Probe, die allerdings im Trainingszentrum in Athen gezogen worden war. Offenbar hofft die Athletin, nun wegen eines Formfehlers ungeschoren davon zu kommen. Allerdings bestätigte sie durch ihre Unterschrift im Begleitschreiben, daß sie die Probe (in Athen) abgegeben habe.

          Für Springstein wäre es nach den Affären um Katrin Krabbe und seine Lebensgefährtin Grit Breuer aus dem Jahre 1992 der vierte Fall ähnlicher Art. Er war für eine Stellungnahme zum neuen Fall nicht zu erreichen. Diestel bereitet sich derweil auf die Verteidigung des früheren Trainer-Stars vor, gegen den der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) vor einem Jahr Anzeige erstattet hatte.

          Springstein droht Freiheitsstrafe

          Vorausgegangen war die Aussage von Sprinterin Anne-Kathrin Elbe, die unter Springstein in Magdeburg trainiert hatte. Sie behauptet, ihr Ex-Coach habe ihr verbotene Substanzen verabreicht. Am 28. September 2004 hatten die Ermittlungsbehörden dann bei einer Durchsuchung in Springsteins Haus in Gerwisch bei Magdeburg das anabole Steroid Andriol mit dem Wirkstoff Testosteron-Undecanoat gefunden. Laut Springstein, der im September 2004 von seinem Magdeburger Verein entlassen worden war, war das Mittel für den Eigenverbrauch bestimmt.

          Derzeit ist noch unklar, wann die Hauptverhandlung beginnt. Joachim Strauss, Justitiar von Elbes neuem Verein Bayer Leverkusen, rechnet damit, daß sie für November terminiert werde. Laut Strauss enthält die Anklageschrift allerdings „eine detaillierte und beweiskräftige Auflistung von möglichen Dopingvergehen“. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, droht Springstein eine Freiheitsstrafe.

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