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Leichtathletik : Weltrekord mit Ansage

  • Aktualisiert am

Blumen und Zahlen: Ruth Jebet mit neuem Weltrekord Bild: dpa

Bei der Diamond League in Paris strahlt Ruth Jebets Stern am hellsten. Die für Bahrain laufenden Kenianerin rennt Weltrekord über 3000 Meter Hindernis. Weniger glanzvoll läuft es für die Deutschen.

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          Olympiasiegerin Ruth Jebet hat beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Paris den Weltrekord über 3000 Meter Hindernis gleich um sechs Sekunden verbessert. Die gebürtige Kenianerin, die seit 2013 für Bahrain startet, lief am Samstagabend im Stade de France in 8:52,78 Minuten zu einem überlegenen Sieg.

          Nach ihrem Sturmlauf wurde sie ganz groß gefeiert, den üppigen Blumenstrauß konnte die schlanke Läuferin kaum halten. „Ich freue mich riesig über diesen Rekord, denn ich hatte schon mehrmals vergeblich versucht, den Weltrekord zu brechen“, sagte die Junioren-Weltmeisterin von 2014, die künftig das Maß aller Dinge und die Gejagte ist. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich die Bestzeit so deutlich unterbieten würde. Jetzt werden ich wohl meine Saison beenden“, kündigte Jebet an.

          Ungewöhnliche Hürdentechnik, aber extrem schnelle Beine: Ruth Jebet

          Schon bei den Olympischen Spielen war die erst 19 Jahre alte Läuferin in 8:59,75 Minuten nur knapp am alten Weltrekord von Gulnara Galkina vorbei gelaufen, den die Russin seit ihrem Olympiasieg 2008 in Peking mit 8:58,81 Minuten gehalten hatten.

          In Rio vor 14 Tagen hatte Jebet bei ihrem überlegenen Sieg gegen Ende des Rennens noch etwas Tempo rausgenommen, und damit vermutlich deshalb die Bestmarke verpasst. Am Samstag in Paris spielte sie nun ihre Leistungsfähigkeit komplett aus und deklassierte das Feld. Auch die Olympia-Zweite Hyvin Kiyeng aus Kenia rannte in 9:01,96 eine Weltklassezeit und kratzte immerhin an der neun-Minuten-Marke - lag aber fast zehn Sekunden zurück. Die Amerikanerin Emma Coburn rannte wie in Rio auf Rang drei (9:10,19). Die deutsche Rekordhalterin Gesa Felicitas Krause war nicht am Start.

          Röhler bleibt hinter den Erwartungen

          Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler musste sich im ersten Wettkampf nach seinem Triumph in Rio de Janeiro mit dem dritten Platz und 84,16 Metern begnügen. Er landete noch einen Rang hinter seinem Landsmann Julian Weber aus Mainz (87,39), dem der zweitbeste Wurf seiner Karriere gelungen war. Den Sieg sicherte sich überraschend der Olympia-Achte Jakub Vadlejch aus Tschechien mit der persönlichen Bestleistung von 88,02 Metern. Vadlejch ist nun auch im „Diamond Race“ vor dem letzten Wettkampf beim Finale am 1. September in Zürich mit 30 Punkten bis auf vier Zähler an den Führenden Röhler herangekommen.

          Gold in Rio, Platz drei in Paris: Thomas Röhler

          Beste deutsche Diskuswerferin war die Hallenserin Nadine Müller als Fünfte mit 60,07 Metern direkt vor Shanice Craft (Mannheim/59,32). Top-Favoritin Sandra Perkovic (Kroatien) gewann nach ihrem Olympiasieg auch in Paris mit 67,62 Metern souverän.

          Wie schon in Rio wurde über die Leipzigerin Cindy Roleder (12,75 Sekunden) Fünfte über 100 Meter Hürden. „Mega geil“, bilanzierte sie selbst auf Facebook, „nach der langen Reise aus Rio und noch etwas Jetlag". Die amerikanische Weltrekordlerin Kendra Harrison (12,44) gewann überlegen. Nadine Hildebrand aus Sindelfingen wurde Siebte (13,04).

          Lavillenie stellt die Hackordnung wieder her

          Stabhochspringer Tobias Scherbarth, bei den Olympischen Spielen in der Qualifikation gescheitert, enttäuschte auch diesmal: Über 5,36 Meter und Rang neun kam der Leverkusener nicht hinaus. Den Heimsieg sicherte sich Lokalmatador Renaud Lavillenie. Nach verpasstem Olympia-Gold wäre er auch diesmal fast geschlagen worden - 5,81 Meter, die der Amerikaner Sam Kendricks gemeistert hatte, schaffte der Weltrekordhalter erst im dritten Versuch. Doch danach überwand Lavillenie noch 5,87 im zweiten und, als er schon als Sieger feststand, 5,93 sogar im ersten Versuch. Erst bei sechs Metern war Schluss.

          Den spannendsten Wettbewerb gewann Kugelstoßer Tom Walsh: Der Olympia-Dritte aus Neuseeland übertrumpfte mit 22,00 Metern im letzten Versuch noch Olympiasieger Ryan Crouser aus den Vereinigten Staaten - und das um einen Zentimeter.

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