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Hindernisläuferin Gesa Krause : In Kenias Höhen unterwegs nach Tokio

  • Aktualisiert am

Auf Kenias Landstraßen auf dem Weg nach Tokio: Gesa Krause Bild: dpa

Hindernis-Europameisterin Gesa Krause trainiert trotz der Corona-Pandemie in Kenia. Die Hoffnung auf Olympia 2021 treibt sie an. „Unglaublich motiviert“ läuft sie 150 Kilometer pro Woche, doch es bleibt auch Zeit für Seitenblicke.

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          Elefanten, Giraffen, Zebras, Wasserbüffel, auch ein Gepard, Leopard und Löwe - Gesa Krause hat sie jetzt alle bewundern können. Endlich Safari! In den 19 Höhentrainingslagern zuvor in Kenia sah die Weltklasse-Leichtathletin nur die Laufstrecken und ihr Hotel. „Noch nie war ich so lange hier, deshalb habe ich mir das gegönnt  einfach mal nicht nur an das intensive Training zu denken“, sagt sie. Gleich sechs Wochen lang legt die zweimalige WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis die Grundlagen für die olympische Saison und geht damit in Corona-Zeiten ungewöhnliche Wege.

          „Das war eine sehr knifflige Entscheidung, da es in Deutschland ja eine Reisewarnung für Kenia gibt. Wir haben lange mit uns gerungen, aber es geht um die Vorbereitung auf das olympische Jahr, und wir hätten es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren können, nicht alles versucht zu haben“, sagte die 28-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

          Bei der Einreise mussten Krause und ihr langjähriger Trainer Wolfgang Heinig einen Corona-Test vorlegen und so einige Formalitäten klären. Nach der Rückreise nach Deutschland muss die deutsche Rekordhalterin zunächst in Quarantäne und bis zum fünften Tag einen Test vorweisen. Es ist keine offizielle Maßnahme des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), aber Krause ist nicht allein: Die Lauf-Asse Fabienne Königstein, Denise Krebs, Lisa Oed sowie die Österreicherin Nada Ina Pauer sind dabei. Auch der Wattenscheider Amanal Petros hatte sich in Iten vorbereitet, ehe er am Sonntag in Valencia den deutschen Marathon-Rekord brach. „Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe ich Trainingspartnerinnen, das macht schon Spaß“, sagte Krause. An Weihnachten wird sie wieder in ihrem Haus in der Nähe von Dillenburg sein.

          Ihr letzter großer Lauf: WM-Dritte 2019 in Doha
          Ihr letzter großer Lauf: WM-Dritte 2019 in Doha : Bild: dpa

          Im Gegensatz zum tristen November in Deutschland sieht sie in Kenia viel Grün. „Ich bin wirklich, wirklich froh, dass ich hier bin. Die Bedingungen sind sehr gut“, sagte die zweimalige Europameisterin und deutsche Rekordhalterin. „Die Situation in Deutschland ist einfach bedrückend im Moment. Aber hier in Kenia lebe ich sehr sorgenfrei, fernab von dieser täglichen Corona-Wirklichkeit, auch wenn ich natürlich die Nachrichten verfolge.“ Das Projekt habe auch einen „gewissen mentalen Erholungscharakter“.

          Die Menschen würden auf den Straßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken tragen. „Dafür, dass es hier auch oft ärmliche Verhältnisse gibt, herrscht eine große Vorsicht. Es gibt zum Beispiel überall Waschbecken oder auch mal Wasserkanister und Seife.“

          Nach einem ganz schwierigen Sommer habe es Krause „gut getan, eine längere Pause zu machen“, sagte Heinig. Bei den deutschen Meisterschaften im August in Braunschweig hatte die Seriensiegerin ihr Rennen überraschend und völlig erschöpft aufgegeben. Danach tankte sie erst einmal Kraft im Urlaub in Griechenland und Italien und besann sich dann wieder auf ihre große Leidenschaft.

          „Unglaublich motiviert“ sei sie, versicherte Krause, und auch ihr Trainer bestätigte: Das Training laufe „außergewöhnlich gut“. Die Wochen in Kenia sind  bis auf die Safari  kein Spaß, das Grundlagentraining ist die härteste Zeit im Jahr. „Ich fühle mich fit, alles ist prima. Ich absolviere 13 Einheiten in der Woche, im Schnitt zwischen 140 und 150 Kilometer.“

          Jetzt hofft Krause „inständig“, dass eine Hallensaison irgendwie stattfindet. Und Olympia? Tokio 2021 wären ihre dritten Spiele nach London 2012 (Siebte) und Rio 2016 (Sechste). „Für mich persönlich findet Olympia im nächsten Jahr statt wahrscheinlich unter ganz, ganz anderen Umständen. Das heißt aber nicht, dass meine Motivation deshalb geringer wäre“, meinte die zweimalige Europameisterin. Für ihren Traum von der ersten Olympia-Medaille schuftet sie unter Kenias Sonne. Bereits im Januar soll es wieder nach Iten gehen. Zum 21. Mal.

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