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Hallen-Leichtathletik : Gabius läuft angekündigten Rekord

  • -Aktualisiert am

Neuer deutscher Hallenrekord über 5000 Meter: Arne Gabius Bild: Imago

Eben noch erfolgreicher Marathon-Debütant, nun Rekordhalter über 5000 Meter. Arne Gabius ist kaum aus dem Flugzeug aus Kenia gestiegen, schon bringt er die Halle im Rheinland zum Beben.

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          Wer aus dem Höhentrainingslager in Kenia zurückkommt, hat zwei Möglichkeiten: „Entweder in den 48 Stunden nach der Rückkehr alles geben, oder erst wieder nach zehn Tagen.“ Arne Gabius entschied sich für Variante A und hatte damit Erfolg. Nachdem er erst am Mittwoch früh gegen 5 Uhr am Flughafen Schiphol in Amsterdam gelandet war, rannte er am Donnerstagabend kurz vor 19 Uhr beim Leichtathletik-Meeting in Düsseldorf zu einem neuen deutschen Hallen-Rekord über 5000 Meter - den er im Vorfeld bei FAZ.NET mutig angekündigt hatte. In 13:27,53 Minuten unterbot er die fast 20 Jahre alte Bestmarke von Stephane Franke (13:30,15) um gut zweieinhalb Sekunden.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          „Die letzte Runde war herrlich“, schwärmte Gabius, nachdem er im Ziel erstaunlich schnell wieder bei Atem war, von den „emotionalen Momenten“ auf den abschließenden 200 Metern, die er im Vollsprint absolvierte, begleitet von „Arne, Arne“-Rufen und stehenden Ovationen der 2000 Zuschauer in der Arena-Sporthalle im Sportpark Düsseldorf.

          Erst vor 13 Wochen hatte Gabius mit einem fulminanten Marathon-Debüt in Frankfurt auf sich aufmerksam gemacht, als er auf Anhieb 2:09:32 Stunden lief. Nun stellte der laufende Arzt, der sich selbst trainiert, unter Beweis, dass sich lange Trainingsläufe und enge Hallenrunden nicht ausschließen. Im Gegenteil, meint der 33-Jährige: „Ich lebe als Marathonläufer von den kurzen Distanzen, ich brauche die Laktatverträglichkeit.“ Das bedeutet: Der Körper braucht den Kick der schnellen Meter, um auch auf den großen Distanzen die nötige Tempohärte zu haben.

          Der Rekordlauf in Düsseldorf war eigens auf Gabius zugeschnitten. Meeting-Manager Marc Osenberg hatte ein kleines, aber feines Starterfeld mit nur sieben Teilnehmern zusammengestellt, das es dem Deutschen ermöglichen sollte, seinen Rekordtraum zu verwirklichen. Der Kenianer Hillary N’Getich fungierte als Tempomacher, sein Landsmann Victor Chumo gab die zweite Lokomotive und der für Bahrein startenden Aweke Ayalew ist ein tempoharter Läufer, der im Freien schon eine Zeit von 13:05 Minuten stehen hat, wovon Gabius (13:12,50) noch ein Stückchen entfernt ist.

          Drei Wochen lang hatte er Hunderte Kilometer im kenianischen Hochland hinter sich gelassen. Nun fühlte sich Gabius auf den engen Kurven der Halle sichtlich wohl. Von der vierten Position kontrollierte der 1,86 Meter große Deutsche seine im Schnitt einen halben Kopf kleineren Vorläufer. Nach den ersten zehn von 25 Runden lief der Tross genau auf Rekordschnitt durch die Lichtschranke. Der dritte Kilometer war dann etwas verbummelt. „Faster, faster“, brüllten die Manager am Streckenrand. „Da wusste ich, ich muss was machen.“

          Gabius ging an die zweite Position und verschärfte deutlich das Tempo. Fünf 200-Meter-Runden vor Schluss waren nur noch Ayalew und er im Rennen um den Tagessieg. Zwei 31er Runden ließen die beiden folgen, dann setzte sich der Deutsche 150 Meter vor dem Ziel an die Spitze und rannte unter ohrenbetäubenden Lärm schließlich nach einer finalen 28er-Runde mit weit aufgerissenen Augen und ebenso weit ausgebreiteten Armen zu seinem ersten Landesrekord seines Lebens ins Ziel. „Das ist Laufen“, schwärmte er.

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