https://www.faz.net/-gtl-a1plg

„Unmöglich zu kontrollieren“ : Frankfurt-Marathon vor der Absage

  • -Aktualisiert am

Dieses Bild wird 2020 in der Bankenmetropole wohl fehlen: Läufer vor Glastürmen beim Marathon. Bild: dpa

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Frankfurt-Marathon in diesem Jahr wegen Corona abgesagt werden musst, ist hoch. Dabei wären nicht mal die Läufer das Problem.

          2 Min.

          Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Frankfurt Marathon, der in diesem Jahr auf den 25. Oktober terminiert wurde, offiziell abgesagt wird. Jo Schindler, der Inhaber der Sportagentur motion events, die als Veranstalter fungiert, hat das Land Hessen als „Verordnungsgeber“ und damit dessen Staatskanzlei gebeten, bis Ende Juli eine Entscheidung in der Sache herbeizuführen.

          Den Worten von Schindler ist zu entnehmen, dass die Großveranstaltung diesmal aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen muss. „Wir halten die Absage für wahrscheinlicher als die Durchführung“, sagte er dieser Zeitung. Denn nach heutigem Stand dürfen Veranstaltungen und Versammlungen bis Ende Oktober nur mit maximal 250 Teilnehmern stattfinden.

          „Das Problem ist letztendlich bei diesen großen Veranstaltungen mit vielen Zuschauern der Zuschauerbereich. Dieser ist natürlich nicht zu erfassen. Sie können bei einer Marathonstrecke von über 42 Kilometern unmöglich eine Kontaktverfolgung machen, wer wann und wo gestanden hat“, sagt Schindler.

          Im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter insgesamt rund 400.000 Zuschauer an der Strecke. „Das ist unmöglich zu kontrollieren.“ Was die Läuferinnen und Läufer angeht – 2018 waren knapp 27.000 am Start –, wäre aus Sicht von Schindler der Start des Marathons durchführbar gewesen. „Das ist das geringste Problem. Wir würden immer in kleinen Gruppen im nötigen Abstand starten, so dass wir immer unter diesen 250 Leuten gewesen wären. Diesen Platz hätten wir an der Messehalle.“

          Ein Problem hingegen wären „zum Teil die Strecke und der Zielbereich“ gewesen. Dieser sei schwierig zu gestalten, „weil dann die Emotionen mit den Leuten durchgehen, das ist ja auch gut so. Schließlich ist der Marathon eine emotionale Angelegenheit“. Das Tragen von Masken hätte in diesem Fall am Zielort eine Lösung sein können, meint Schindler.

          Wirtschaftlich stellt die bevorstehende Absage eine „große Herausforderung“ dar. „Wir müssen schauen, mit der Firma ins nächste Jahr zu kommen. Wir sind ein kleiner Betrieb mit mir und acht Mitarbeitern. Wir haben keinen großen Konzern hintendran wie zum Beispiel beim Ironman.“

          Schindler führt mit seiner Hausbank Gespräche, um einen „dieser berühmten KfW-Kredite zu bekommen“. Unterstützung wünscht sich Schindler auch vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt. „Die Zusage gibt es auf jeden Fall, uns nicht im Regen stehen zu lassen. Die Stadt und das Land wollen, dass es im kommenden Jahr wieder einen Frankfurt Marathon gibt.“ Trotz der entstehenden Probleme rechnet Schindler fest mit dem Fortbestand des Marathons. „Es müsste jetzt schon alles total schiefgehen, damit es anders käme“, sagt er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Cornelia Koppetsch im Oktober 2019 auf der Frankfurter Buchmesse

          Plagiate bei Soziologin : Disziplinarverfahren gegen Cornelia Koppetsch

          Sie habe „rücksichtslos“ gehandelt, die gute wissenschaftliche Praxis sei gravierend missachtet worden: Eine interne Untersuchungskommission der TU Darmstadt findet deutliche Worte zu den Plagiaten ihrer Soziologin Cornelia Koppetsch.

          Stumpfe Klingen : Wenn Metall am Haar zerbricht

          Amerikanische Forscher wollten wissen, warum Rasierklingen sich abnutzen. Sie fanden heraus: Die Dinger werden überhaupt nicht stumpf. Das Problem liegt anderswo. Und langlebigere Klingen sind eventuell gar nicht erwünscht.
          Im Hafen von Sassnitz lagern Rohre für die fast fertig gebaute Nord-Stream-2-Gasleitung.

          Washingtons Sanktionen : Uniper hält Scheitern von Nord Stream 2 für möglich

          Das erste Unternehmen warnt davor, dass die Gasleitung Nord Stream 2 womöglich nicht zu Ende gebaut wird. „Kein Staat hat das Recht, der EU ihre Energiepolitik zu diktieren“, sagt der deutsche Außenminister Maas in Richtung Washington.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.