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Leichtathletik-EM : Kein deutscher Medaillen-Mittwoch

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Radschlag nach Dreisprung: die Griechin Hrisopiyi Devetzi Bild: AP

Die deutschen Leichtathleten konnten die Serie der Überraschungen am dritten EM-Tag von Göteborg nicht fortsetzen. Claudia Marx wurde über 400 Meter Hürden Vierte. Speerwerfer Peter Esenwein kam wie Geherin Sabine Zimmer auf Rang sechs.

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          Nach dem doppelten Gold-Coup durch Jan Fitschen und Ralf Bartels konnten die deutschen Leichtathleten die Serie der Überraschungen am dritten EM-Tag von Göteborg nicht fortsetzen.

          Claudia Marx wurde über 400 Meter Hürden Vierte. Speerwerfer Peter Esenwein kam wie 20-Kilometer-Geherin Sabine Zimmer auf Rang sechs. Doch Bundestrainer Jürgen Mallow war dennoch zufrieden: „Wir hatten schon zwei schöne Tage und liegen voll im Plan. Prima, das wird so weitergehen.“

          Für Schweden platzte ein Gold-Traum

          Der Russe Andrej Silnow schnappte dem favorisierten Stefan Holm den ersehnten Hochsprung-Titel weg. Der Olympiasieger aus Schweden mußte sich gar mit Platz drei hinter dem Tschechen Tomas Janku zufrieden geben. Sein junger Landsmann Linus Thörnblad wurde höhengleich Vierter.

          Stefan Holm kann's nicht fassen: Bronze beim Hochsprung-Heimspiel

          Den EM-Titel im Speerwurf hat sich Olympiasieger Andreas Thorkildsen gesichert. Der Norweger erzielte 88,78 Meter und verwies den WM-Vierten Tero Pikämäki (Finnland/86,44) sowie den 40 Jahre alten Weltrekordler Jan Zelezny (Tschechien/85, 92) auf die weiteren Medaillenplätze.

          Esenwein immerhin Sechster

          Sechster wurde der 38jährige Kornwestheimer Peter Esenwein, dessen Speer bei 81,11 landete. „Ich hatte einen guten ersten Versuch, doch im zweiten habe ich mir etwas den Rücken verschoben“, sagte der Oldie nach seiner ersten EM-Teilnahme. Stefan Wenk (Sindelfingen) mußte nach dem Final-Vorkampf die Segel streichen und belegte mit 75,71 Metern Platz zwölf.

          Für den dreimaligen Olympiasieger und dreimaligen Weltmeister Zelezny, der sich auf seiner Abschiedstournee befindet, war es nach 1994 in Helsinki erst die zweite EM-Medaille. Damals hatte er ebenfalls Bronze geholt.

          Melanie Seeger nur Zehnte

          Sabine Zimmer (Potsdam) kam über 20 Kilometern als Sechste in 1:29:56 Stunden mit 79 Sekunden Rückstand auf Bronze ins Ziel, die Olympia-Fünfte Melanie Seeger (Potsdam) wurde Zehnte in 1:31:29.

          Weißrußlands erstes EM-Gold in Göteborg holte in 1:27:08 Stunden die WM-Zweite Rita Turawa beim Start-Ziel-Sieg vor der Russin Olga Kaniskina (1:28:35) und der Italienerin Elisa Rigaudo (1:28:37).

          Claudia Marx Hürden-Vierte

          Nach 54,99 Sekunden kam Claudia Marx über 400 Meter Hürden als Vierte ins Ziel: „Im Moment überwiegt die Freude“, sagte sie nach dem couragierten Rennen, bei dem eine knappe halbe Sekunde zu Bronze fehlte: „Ich kann alles genießen, was hier passiert. Es ist so super“, lobte die Erfurterin das schwedische Publikum.

          Gold gewann Jewgenia Isakowa (Rußland) in 53,93 Sekunden vor der Griechin Fani Halkia (54,02) und Tatjana Tereschtschuk-Antipowa (Ukraine / 54,55).

          Dreisprung-Gold für Lebedewa

          Mit großer Nervenstärke hat Weitsprung-Olympiasiegerin Tatjana Lebedewa ihre Titelsammlung um EM-Gold im Dreisprung erweitert. Die Russin sprang im sechsten und letzten Versuch auf 15,15 Meter.

          Silber ging an die bis dahin führende Olympia-Zweite Hrisopiyi Devetzi aus Griechenland (15,05). Bronze holte wie schon bei der WM im Vorjahr in Helsinki Lebedewas Landsfrau Anna Pjatych (15,02).

          Zwei Lauftitel für Frankreich

          Mit einem unwiderstehlichen Endspurt hat der Franzose Marc Raquil die Nachfolge des nicht qualifizierten Titelverteidigers Ingo Schultz (Leverkusen) als 400-Meter-Europameister angetreten. In 45,02 Sekunden fing der 29 Jahre alte WM-Dritte von 2003 auf der Zielgeraden noch den bis dahin führenden Russen Wladislaw Frolow (45,09) ab. Dritter wurde Leslie Djhone (45,40), ein weiterer Franzose.

          Raquils Landsmann Mehdi Baala hat wie vor vier Jahren in München den Titel über 1500 Meter gewonnen. Der 27jährige setzte sich in 3:39,02 Minuten vor dem ukrainischen Hallen-Weltmeister Iwan Heschko (3:39,50) und dem zweimaligen Europacup-Gewinner Juan Carlos Higuero aus Spanien (3:39,62) durch.

          Sebastian Ernst mit Trauerflor

          Im Hammerwerfen stehen Ex-Weltmeister Karsten Kobs (Dortmund/77,52 m) und der WM-Vierte Markus Esser (Leverkusen/76,67) am Freitag im Finale. „Ich war sehr nervös. Das erste Horrorszenario ist abgewendet“, meinte Kobs, der nach dem WM-Triumph von Sevilla 1999 zuletzt vier Mal in Serie bei internationalen Meisterschaften in Runde eins auf der Strecke geblieben war. „Es nutzt doch was, sich einen Smiley aufs Gesicht zu kleben“, meinte der 34jährige.

          Im Stabhochsprung erreichten Junioren-Weltmeisterin Silke Spiegelburg (Leverkusen), die Schwerinerin Martina Strutz (je 4,40 m) und die frühere Hallen-Weltmeisterin Nastja Ryshich (Ludwigshafen/4,30) den Endkampf am Samstag.

          Der deutsche Meister Sebastian Ernst hat sicher das Halbfinale über 200 m erreicht. „Das war routiniert runtergespult“, sagte Ernst: „Im Halbfinale will ich jetzt mindestens Platz vier und damit in den Endlauf.“ Der 21jährige trug Trauerflor in Gedenken an den vor eineinhalb Wochen nach einem leichten Training plötzlich verstorbenen 400-Meter-Läufer Carlo Schaper.

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