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Begeisternde Leichtathletik-EM : Im Rausch der Nacht

„Ist das wirklich passiert?“: Gina Lückenkemper bejubelt ihren Sieg über 100 Meter. Bild: dpa

Fast wie Olympia: So viel Erfolg und so gute Stimmung wie bei der Europameisterschaft in München hat die deutsche Leichtathletik lange nicht erlebt. Woran liegt das?

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Kristin Pudenz und Claudine Vita durften die besten Plätze beim 100-Meter-Lauf im Münchner Olympiastadion einnehmen. „Wir haben in der allerersten Reihe gesessen“, sagte Diskuswerferin Pudenz freudig: „Wir durften auf die Hot Seats, das war sehr bequem.“ Sie nahmen auf den Sitzgelegenheiten auf Höhe der Ziellinie Platz, auf denen sonst die Sportler ausharren, die noch nicht wissen, ob ihre Leistungen für den Einzug in ein Finale reichen. Es ist normalerweise ein Ort für jene Gefühle, die zwischen Hoffen und Bangen changieren. Für Kristin Pudenz und Claudine Vita bescherte er dagegen Momente zwischen Jubel und Ausrasten. Denn was sie beim finalen Gold-Lauf von Gina Lückenkemper erlebten, hätten sie so nicht erwartet.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Die beiden deutschen Diskuswerferinnen selbst hatten zuvor an jenem rauschhaften Dienstagabend bei der Leichtathletik-EM schon ihren Teil für die allgemein blendende Stimmung beigetragen. Die 29 Jahre alte Kristin Pudenz erzielte persönliche Bestleistung mit 67,68 Metern. Zum Gold fehlten ganze acht Zentimeter. „Am Anfang hat mich das geärgert“, verriet sie: „Aber ich habe Bestleistung geworfen. Besser geht’s nicht. Beim nächsten Mal dann.“ Eine Medaille ist eine Medaille, und wie bei Olympia wurde es Silber. Den Titel gewann, zum sechsten Mal nacheinander, die Kroatin Sandra Perkovic. Claudine Vita schaffte 65,20 Meter, Saisonbestleistung, es reichte zu Bronze – ihr erster großer internationaler Erfolg. Klar, dass die Freude groß war: „Ein unglaublicher Abend“, resümierte die 25-Jährige.

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