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Leichtathletik-EM : Gold, Silber und Bronze für Deutschland

  • Aktualisiert am

Deutsche des Tages: Ulrike Maisch Bild: REUTERS

Völlig überraschend hat Ulrike Maisch am Samstag den Marathonlauf bei der Leichtathletik-EM gewonnen. Thomas Blaschek ist über 110 Meter Hürden zu Silber gesprintet und Petra Lammert gewann Bronze im Kugelstoßen.

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          Ulrike Maisch hat goldenen Glanz auf die regennassen Straßen von Göteborg gezaubert. Als erste deutsche Marathonläuferin erkämpfte die 29 Jahre alte Rostockerin am Samstag in der persönlichen Bestzeit von 2:30:01 Stunden sensationell den Europameistertitel. „Die Medaille ist so utopisch für mich - ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte sie (siehe auch: Ulrike Maisch: Utopischer Titel).

          Olivera Jevtic kam 26 Sekunden später ins Ziel und freute sich über Silber ganz besonders - es war die erste EM-Medaille für das seit diesem Jahr politisch eigenständige Serbien. Bronze holte sich die Russin Irina Permitina (2:30:53). Claudia Dreher (Gänsefurth) wurde in 2:33:53 Elfte, Susanne Hahn (Saarbrücken) kam in 2:36:17 auf Rang 14.

          Blaschek sprintet zu Hürden-Silber

          Der deutsche Meister Thomas Blaschek ist über 110 m Hürden zu Silber gesprintet. In 13,46 Sekunden mußte sich der Leipziger nur dem Letten Stanislvas Olijars geschlagen geben (13,24).

          Silber für Thomas Blaschek

          „Ich habe einige Fehler gemacht, sonst wäre die Zeit noch besser gewesen. Mit Silber bin ich überglücklich, ich könnte heulen“, meinte der 25jährige. Bronze holte der Brite Andy Turner (13,52). Jens Werrmann aus Zweibrücken wurde in 13,73 überraschend Sechster.

          Kugel-Bronze für Petra Lammert

          Für Petra Lammert war Gold greifbar, den Kugelstoßring verließ sie etwas traurig mit Bronze. Mit 19,17 Metern mußte die 22jährige vom SC Neubrandenburg den beiden Weißrussinnen Natalja Choroneko (19,43) und Nadeschda Ostaptschuk (19,42) den Vortritt lassen.

          „Es war heute möglich, zu gewinnen“, meinte ihr Trainer Dieter Kollark, denn „das war ihr Leistungsbereich. Sie wird den Osteuropäerinnen in den nächsten Jahren die Zähne zeigen.“ Die Olympia-Zweite Nadine Kleinert vom SC Magdeburg wurde mit 18,47 Meter Sechste.

          Markus Esser hat den Blech-Hammer

          Hammerwerfer Markus Esser fehlten fast zwei Meter zu Bronze. Der WM-Vierte aus Leverkusen wurde mit 79,19 m wieder Vierter, sein Dortmunder Mannschaftskollege Karsten Kobs belegte den achten Rang (77,93).

          Neuer Europameister wurde der Weißrusse Iwan Tichon mit 81,11 Metern vor dem Finnen Olli-Pekka Karjalainen (80,84) und dem Weißrussen Vadim Dewjatowski (80,76).

          Möllenbeck und Riedel auf fünf und acht

          Der fünfmalige Weltmeister Lars Riedel und der zweimalige WM-Dritte Michael Möllenbeck sind im Diskus-Finale leer ausgegangen. Beim Sieg des zweimaligen Olympiasiegers Virgilijus Alekna aus Litauen mit 68,67 Metern belegte Möllenbeck (64,82 ) Rang fünf und Riedel (64,11) Platz acht.

          Der WM-Zweite Gerd Kanter aus Estland (68,03) und sein Landsmann, der Olympia-Dritte Aleksander Tammert (66,14), holten Silber und Bronze.

          Drei deutsche Stab-Frauen in den Top Ten

          Das deutsche Frauen-Trio im Stabhochsprung-Finale hat sich in den Top Ten plaziert, eine Medaille aber wie erwartet verpaßt. Martina Strutz (Schwerin) belegte nach der Einstellung ihrer persönlichen Bestleistung von 4,50 Metern Rang fünf, Silke Spiegelburg (Leverkusen) kam mit der gleichen Höhe auf Platz sechs. Nastja Ryshich (Ludwigshafen) wurde Neunte (4,35).

          Als das deutsche Trio schon ausgeschieden war, stieg Jelena Isinbajewa bei 4,60 Meter erst in den Wettbewerb ein und gewann mit 4,80 Gold vor der Polin Monika Pyrek und der Russin Tatjana Polnowa (beide 4,65).

          Sechster Platz für Mockenhaupt

          Fünf Tage nach Rang acht über 10.000 m ist Sabrina Mockenhaupt in 15:11,38 Minuten Sechste über 5000 Meter geworden. Den Titel verteidigte die Spanierin Marta Dominguez in 14:56,18 erfolgreich.

          Silber gewann die Russin Lilija Schobuchowa (14:56,57), Bronze holte die in Äthiopien geborene und jetzt für die Türkei laufende Europarekordlerin Elvan Abeylegesse in 14:59,29. „Ich wollte unter die ersten 10, der sechste Platz ist super“, sagte Mockenhaupt.

          Dreisprung-Gold für den Schweden Olsson

          Olympiasieger Christian Olsson hat Gastgeber Schweden das dritte Gold beschert. Der Titelverteidiger im Dreisprung sprang unterstützt von 25.000 Zuschauern zur europäischen Jahresbestleistung von 17,67 Metern. Silber erkämpfte mit 17,21 Nathan Douglas aus Großbritannien, Bronze der Rumäne Marian Oprea (17,18).

          Erste Europameisterin über 3000 m Hindernis der Frauen wurde die Weißrussin Alessia Turowa. Die 26 Jahre alte Schwester von Geher-Titelträgerin Ryta Turowa gewann bei der EM-Premiere der Disziplin in 9:26,05 Minuten vor Tatjana Petrowa (Rußland/9:28,05) und Wioletta Janowska (Polen/9:31,62).

          Gute Aussichten für Sonntag

          Das männliche Stabhochsprung-Trio Tim Lobinger, Lars Börgeling und Richard Spiegelburg greift am Sonntag nach den Medaillen. Chancen haben am Schlußtag der EM auch die Speerwerferinnen Steffi Nerius, Annika Suthe (beide Leverkusen) und Christina Obergföll (Offenburg).

          Erfreulich, daß alle vier deutschen Staffeln die Endläufe erreicht haben.

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