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Leichtathletik-EM : Farah folgt auf Fitschen - Nadine Kleinert nur Siebte

  • Aktualisiert am

Mo Farah aus Großbritannien gewann das 10.000-Meter-Rennen Bild: AFP

Bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften glänzt sie, doch bei Europameisterschaften kann Nadine Kleinert keine Medaillen gewinnen. Neuer 10.000-Meter-Europameister und damit Nachfolger von Jan Fitschen ist der Brite Mo Farah.

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          Der Brite Mo Farah wurde in Barcelona als 10.000-Meter-Europameister Nachfolger von Jan Fitschen. Der in Somalia geborene Favorit gewann in 28:24,99 Minuten. Den britischen Doppelsieg machte Chris Thompson als Zweiter in 28:27,33 vor dem zeitgleichen Italiener Daniele Meucci perfekt.

          Der Wattenscheider Jan Fitschen, der sich nach zu viel Trainingsausfall in den letzten Jahren und auch im unmittelbaren Vorfeld der EM keine Chance gegeben hatte, landete nach Führungsarbeit bei der Hälfte des Rennens in 29:16,95 auf dem zwölften Platz. (siehe auch: Läufer Jan Fitschen: „Der bekloppte Sportlerehrgeiz“)

          Der deutsche Meister Christian Glatting (ebenfalls Wattenscheid) wurde als bester des DLV-Trios Neunter in 29:09,84 Minuten, Filmon Ghirmai (Tübingen) wurde 15. in 29:28,31 Minuten.

          Wieder eine Enttäuschung bei einer Europameisterschaft: Nadine Kleinert

          Kugelstoßerin Nadine Kleinert bleibt der Europameisterschaften ohne Erfolgserlebnis. Nach drei sechsten Plätzen in Serie musste sich die Magdeburgerin auch in Barcelona ohne die lang ersehnte Medaille von einer Leichtathletik-Europameisterschaft verabschieden. 18,94 Meter reichten dem 34 Jahre alten Team-Kapitän der deutschen Mannschaft nur zum enttäuschenden siebten Rang. Dafür jubelten am Dienstagabend zwei starke Frauen aus Weißrussland: Nadeschda Ostaptschuk gewann mit 20,48 Metern vor Natalja Michnewitsch (19,53). Bronze erkämpfte die Russin Anna Awdejewa (19,39).

          Nach Silber bei Olympia (2004) und gleich drei Weltmeisterschaften (1999, 2001, 2009) flog Kleinerts vier Kilo schwere Eisenkugel auch beim vierten EM-Start am Edelmetall vorbei. Petra Lammert schaffte den Sprung aufs Podest ebenfalls nicht: Nach Bronze 2006 in Göteborg wurde die Neubrandenburgerin mit 18,94 Metern diesmal nur Sechste. Denise Hinrichs (Wattenscheid/18,48) landete auf Platz acht.

          Mit Licht und Schatten, Frust und Freude hatte die erste Leichtathletik-EM auf spanischem Boden für die deutschen Asse begonnen. Hammerwerfer Markus Esser verpasste überraschend das Finale, musste danach mit den Tränen kämpfen und verstand die Welt nicht mehr. Auch die beiden Weitspringerinnen können den Rückflug buchen: 6,50 Meter und Platz 17 reichten der deutschen Meisterin Bianca Kappler (Rehlingen) nicht. Auch die 21-jährige Hamburgerin Nadja Käther sprang als 14. mit 6,61 Metern am Finale vorbei. Den ersten von 47 Titeln hatte am Vormittag der Russe Stanislaw Emeljanow über 20 Kilometer Gehen geholt.

          „Ich kann jetzt nichts sagen, ich weiß noch gar nicht, was passiert ist“, sagte ein am Boden zerstörter Esser. „Ich habe gerade drei Fernsehinterviews abgebrochen, weil ich fast geheult habe.“ Der 105-Kilo-Mann vom TSV Bayer 04 Leverkusen hatte in der Qualifikation einen rabenschwarzen Tag erwischt. Mit schwachen 71,89 Metern blieb der 30 Jahre alte deutsche Meister weit unter der geforderten Qualifikationsweite (77,50) und kam nicht über Platz 19 hinaus. Mitte Mai hatte der Routinier und EM-Vierte von 2006 den Hammer schon 78,87 Meter weit geschleudert. „Ich habe diesmal nicht weit genug geworfen. Das ist die einzige Erklärung. So einfach ist das“, sagte Esser, der bei den großen Medaillenkämpfen immer leer ausging.

          Hoffnung auf den Titel weckte Diskuswerferin Nadine Müller. Die Weltjahresbeste aus Halle übertraf mit 60,54 Metern auf Anhieb die geforderte Qualifikationsweite (60,00). „Sicher handelt man mich als Favoritin auf Gold“, sagte Müller. „Egal, ich habe immer gesagt, ich will eine Medaille. Und der erste Schritt dazu ist getan.“ Als Achte mit 58,41 Meter rutschte auch Sabine Rumpf (Niederselters) noch in das Finale an diesem Mittwochabend.

          Souverän zogen auch die Speerwerferinnen Christina Obergföll und Katharina Molitor ins Finale ein. 400-Meter-Hürdenläuferin Fabienne Kohlmann erreichte bei ihrem EM-Debüt das Halbfinale. Mit der persönlichen Bestzeit von 55,69 Sekunden wurde die Läuferin der LG Karlstadt Zweite im Vorlauf.

          Erst 19 Jahre alt ist das neue „Wunderkind“ der Geher: Emeljanow gewann in 1:20:10 Stunden und holte sich seinen ersten großen Titel. Zweiter auf dem Stadtkurs wurde der favorisierte Alex Schwazer aus Italien (1:20:38) vor Joao Vieira (Portugal/1:20:49). Der einzige Deutsche, Maik Berger, belegte Platz 16 (1:25:01). Der Berliner fand es mit 31 Jahren „ergreifend“, überhaupt einmal bei einer EM dabei gewesen zu sein. „Für mein fortgeschrittenes Alter und die erste große Meisterschaft war das ein schönes Ergebnis.“

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