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Startzeit-Ärger bei Läufern : Warnung vor Hitzekollaps bei EM-Marathon in München

Die Italienerin Giovanna Epis braucht medizinische Unterstützung während des WM-Marathon 2019. Bild: dpa

Die dramatischen Bilder von der WM 2019 aus Doha sind den Athleten noch präsent. Zusammenbrüche wie in Qatar sollen in München vermieden werden. Das fordern die Marathonläufer in einem offenen Brief.

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          Die ersten beiden Wettbewerbe der Leichtathletik-Europameisterschaft in München, die am 15. August beginnt, sind die umstrittensten: die Marathonläufe der Frauen und Männer. Mehr als fünfzig Läuferinnen und Läufer protestieren gegen die Startzeit am Mittag.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Verhüten Sie einen gefährlichen Hitze-Marathon“, fordern sie in einem offenen Brief vom Europäischen Leichtathletikverband, von den Veranstaltern der European Championships, zu denen ihre Europameisterschaft gehört, und von den Organisatoren der Münchner Olympiapark GmbH: „Verschieben Sie die Startzeiten.“

          Laut Zeitplan sollen die Frauen ihren 42,195 Kilometer langen Lauf durch die Innenstadt um 10.30 Uhr, die Männer ihren um 11.30 Uhr beginnen. Athleten wie die stärksten deutschen Teilnehmer Katharina Steinruck (Bestzeit 2:25:59 Stunden) und Amanal Petros (2:06:27) sowie Mitfavoritin Lonah Chemtai Salpeter aus Israel (2:18:45) beklagen ernsthafte Gesundheitsrisiken und warnen vor Hitzekrämpfen, Hitzekollaps und potentiell tödlichem Hitzschlag.

          Gesundheit hat Vorrang

          Sie verweisen darauf, dass bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften die Marathonläufe am frühen Morgen ausgetragen wurden, und erinnern an dramatische Bilder von zusammenbrechenden Läuferinnen und Läufern bei der WM von Doha 2019, wo die Läufe wegen der extremen Hitze in der Nacht ausgetragen wurden. Einwände der Athletenkommission seien nicht gehört worden.

          „Wir unterstützen die Absicht vollkommen, unseren Sport durch die Fernsehübertragung am Tag zu fördern und ihn für Zuschauer zugänglicher zu machen“, heißt es in dem Brief: „Jedoch sollten diese Überlegungen niemals Vorrang vor unserer Gesundheit haben.“

          Laut der Website wetter.de werden die Temperaturen am kommenden Wochenende fallen und am Wettkampftag bei wechselhaftem Wetter 18 Grad Celsius nicht übersteigen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband ist seit Jahresbeginn mit Veranstaltern und Organisatoren in Kontakt und teilt mit, dass die Startzeiten, wenn große Hitze zu erwarten sei, auf den Morgen verlegt würden.

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