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Leichtathletik-EM am Freitag : Vier Medaillen für das deutsche Team

Daumen hoch: Nach Weltmeisterin ist Betty Heidler nun auch Europameisterin Bild: AFP

Betty Heidler gewinnt bei der Leichtathletik-EM in Barcelona überlegen das Hammerwerfen. Silke Spiegelburg und Lisa Ryzih schwingen sich zu Silber und Bronze im Stabhochspringen auf. Und Carsten Schlangen wird überraschend Zweiter über 1500 Meter.

          3 Min.

          Betty Heidler hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften als dritte Deutsche eine Goldmedaille in Barcelona gewonnen, die Stabhochspringerinnen Silke Spiegelburg und Lisa Ryzih steuerten Silber und Bronze bei. Aber die größte Überraschung am Freitagabend lieferte der 1500-Meter-Läufer Carsten Schlangen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der 29 Jahre alte Berliner musste sich nach einem taktisch klugen Rennen in 3:43,52 Minuten nur dem spanischen Sieger Arturo Casado geschlagen geben, der 3:42,74 lief. Im Fotofinish verwies Schlangen den zweiten Spanier Manuel Olmedo (3: 43,54) auf Rang drei.

          Betty Heidler, die 26 Jahre alte Hammerwerferin von der LG Eintracht Frankfurt übernahm mit einem unangestrengt wirkenden zweiten Wurf von 75,92 Meter die Führung und steigerte sich im fünften sogar auf 76,38 - mehr als einen halben Meter über ihrer besten Leistung der Saison. Damit hatte die Polizistin und Jurastudentin die zwischenzeitlich wegen Dopings gesperrte ehemalige Weltmeisterin Tatjana Lysenko aus Russland (75,65) und die Polin Anita Wlodarczyk (73,34), die ihr 2009 Berlin den WM-Titel weggeschnappt hatte, deutlich besiegt.

          Betty Heidler hat den Dreh raus: Europameisterin im Hammerwerfen

          „Als Tatjana über 75 Meter geworfen hat, habe ich gedacht: Jetzt muss ich noch mal nachlegen“, schilderte die Weltmeisterin von 2007 ihre Gedanken. „Ich bin total happy, und ich glaube, auch mein Trainer ist zufrieden. Was sollte Michael Dehyle auch zu meckern haben, wenn seine Athletin beim Saisonhöhepunkt Bestleistung wirft und Gold gewinnt?

          Silber und Bronze für Silke Spiegelburg und Lisa Ryzih

          Im Stabhochsprung holten die Leverkusenerin Silke Spiegelburg und die Ludwigshafenerin Lisa Ryzih Silber und Bronze hinter der überlegenen Russin Swetlana Feofanowa, die sich mit nur fünf Sprüngen über 4,75 Meter Höhe katapultierte. Die beiden Deutschen versuchten sich ebenfalls an der Höhe, scheiterten aber.

          Die 24 Jahre alte Silke Spiegelburg schoss von ihrer Einstiegshöhe 4,45 über 4,55 jeweils im ersten Versuch auf 4,65. Erst bei 4,70 Meter wurde das Springen im böigen Wind schwierig; zwei Mal riss sie. Ihren dritten Versuch nutzte sie für einen Versuch über 4,75 Meter. Die Medaille sei ja ganz schön, klagte sie, aber sie habe nicht umgesetzt, was sie eigentlich könne. Für sie wie die frühere Jugend- und Junioren-Weltmeisterin und U23-Europameisterin des vergangenen Jahres stehen damit 4,65 Meter in der Ergebnisliste.

          Carsten Schlangen rettet die Ehre der deutschen Männer

          Lisa Ryzih war damit hoch zufrieden. Auch sie ließ 4,75 Meter auflegen, lief aber durch, nachdem sie lange auf den richtigen Moment zum Anlauf gewartet und ihre Konzentration verloren hatte. „Ich konnte nicht mehr, war völlig fertig, konnte keinen Schritt mehr machen.“ Sie hatte für 4,35 Meter zwei Versuche und für 4,55 drei gebraucht - 4,45 ließ sie aus - und flog dann sicher im ersten Versuch über die auf 4,65 Meter liegende Latte - fünf Zentimeter über ihrer gerade einmal sechs Wochen alten Bestleistung. Bei 4,70 Meter lief sie im ersten Versuch durch und riss beim zweiten. Schließlich scheiterte sie dann an 4,75 Meter.

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