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Leichtathletik-Star bei DM : Malaika Mihambo – kaum Anlauf, trotzdem unschlagbar

  • Aktualisiert am

Gute Laune bei der deutschen Meisterschaft: Malaika Mihambo Bild: dpa

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo gewinnt bei der Leichtathletik-DM in Braunschweig ihren vierten nationalen Titel. Speerwerfer Johannes Vetter beeindruckt mit seiner Weite.

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          Malaika Mihambo tänzelte ein bisschen umher, zog immer mal wieder entspannt ihren Lippenstift nach, flirtete mit der Kamera – und ließ der Konkurrenz keine Chance. Der Auftritt der Weitsprung-Weltmeisterin sorgte für ein bisschen Glamour bei einer ansonsten eher traurigen Veranstaltung. Das Golden Girl sprang bei der Geistermeisterschaft der Leichtathleten aus verkürztem Anlauf, aber auch ein Satz auf 6,71 m reichte Mihambo locker zu ihrem vierten nationalen Titel. „Mit den 6,71 Meter bin ich super zufrieden“, sagte Mihambo: „Mit dem Wind war es nicht leicht, einen richtigen Anlauf zu finden.“

          Mihambo, Deutschlands Sportlerin des Jahres, war der Topstar dieser besonderen Titelkämpfe, bei denen kein Athlet so richtig zünden konnte. Am Sonntag genügte neben Mihambo, die nur 16 statt der sonst üblichen 20 Schritte Anlauf nahm und damit nicht genügend Geschwindigkeit für die ganz großen Weiten aufbauen konnte, einzig Speerwerfer Johannes Vetter international höheren Ansprüchen. Der frühere Weltmeister aus Offenburg warf immerhin 87,36 Meter weit.

          Und auch der WM-Vierte Bo Kanda Lita Baehre, der seine Bestleistung im Stabhochsprung auf 5,75 m steigerte, oder Sprint-Jungspund Deniz Almas, der unbekümmert über 100 m in 10,09 Sekunden zum Titel rannte, zeigten ansprechende Leistungen. Doch das große Spektakel fiel – fast schon naturgemäß ohne Zuschauer – aus. Und ein Jahr vor Olympia ist klar: Die deutschen Leichtathleten müssen noch deutlich zulegen.

          Hoch und vor allem weit: Malaika Mihambo springt zum Titel.
          Hoch und vor allem weit: Malaika Mihambo springt zum Titel. : Bild: dpa

          Diese merkwürdigen Titelkämpfe im Glutofen von Braunschweig, die wegen der Coronakrise ohne Fans stattfinden mussten, waren allerdings auch nicht unbedingt leistungsfördernd. Der größte Erfolg des Wochenendes war es wohl, dass dieses „Mini-Tokio“ dank eines umfangreichen Hygienekonzeptes überhaupt stattfinden durfte.

          So etwas wie Atmosphäre kam aber nicht auf an der Hamburger Straße. Das ständige Einspielen von Musik-Fetzen über die Lautsprecher wirkte wie ein etwas verzweifelter Versuch, ein bisschen Stimmung zu erzeugen. „Ohne Zuschauer fehlt natürlich der letzte Kick“, sagte der ehemalige Dreisprung-Europameister Max Heß.

          Und dann schwächelten auch noch einige Hochkaräter, die sonst für starke Vorstellungen sorgen. Der frühere Weltmeister David Storl stieß seine Kugel nur mäßige 20,17 Meter weit. Hindernis-Star Gesa Felicitas Krause musste ihr Rennen nach 2000 von 3000 Metern völlig entkräftet aufgeben. Überhaupt nicht lief es ebenfalls für Pamela Dutkiewicz über die Hürden. Die Vize-Europameisterin stolperte bei ihrem Saisoneinstieg am drittletzten Hindernis und schied damit bereits im Halbfinale aus. Der Diskus des Olympiadritten Daniel Jasinski landete schon bei 61,68 Meter.

          Einige andere prominente Namen haben nach der Olympia-Verschiebung gleich ganz auf die Reise nach Braunschweig verzichtet: So waren Mittelstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen, Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler oder Sprinterin Gina Lückenkemper aus unterschiedlichen Gründen ebenso nicht dabei wie Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul oder Christoph Harting, Diskus-Olympiasieger von Rio.

          Mihambo, die zukünftig bei der Leichtathletik-Legende Carl Lewis in den Vereinigten Staaten trainieren will, absolviert in diesem Jahr nur wenige Wettkämpfe. Wahrscheinlich wird sie nur noch beim ISTAF in Berlin (13. September) im Weitsprung antreten, der Fokus der Europameisterin liegt ganz auf Olympia im nächsten Jahr.

          Dort will Mihambo zur Not auch wieder in einem leeren Stadion um Gold kämpfen. „Für uns Sportler ist es wichtig, dass wir uns präsentieren und uns miteinander messen können. Von daher hoffe ich einfach, dass die Olympischen Spiele stattfinden. Wenn es Geisterspiele sein sollten, dann eben so“, hatte sie im Vorfeld der DM dem Sport-Informationsdienst gesagt: „Ich denke, die Zuschauer würden sich auch freuen, wenn sie es im Fernsehen sehen könnten.“

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