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Leichtathletik-DM in Ulm : Europameister Bayer verpasst WM-Norm

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Dieser Satz reicht nicht. Sebastian Bayer verpasst die WM-Norm Bild: dpa

Große Enttäuschung für Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer: Er verpasst bei den deutschen Meisterschaften in Ulm die Norm für die WM in Moskau. Keinen Zweifel lässt Hammerwerferin Betty Heidler mit dem neunten Titelgewinn aufkommen.

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          Die Asse des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) haben sich bei den nationalen Meisterschaften in Ulm noch nicht in WM-Form präsentiert. Topleistungen blieben rar, nur einen weiteren Normerfüller für die Weltmeisterschaften in fünf Wochen in Moskau gab es am Samstag: den Sprinter Julian Reus. Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer hingen verpasste die WM-Norm. Bisher haben 44 Athleten die WM-Tickets in der Tasche. Der DLV hofft, rund 70 Sportler nach Russland zu entsenden.

          Bitter endete der Auftritt von Sebastian Bayer in Ulm. Der 27 Jahre alte Hamburger verfehlte mit 8,04 Meter die WM-Norm um 16 Zentimeter und belegte hinter Alyn Camara (Leverkusen) Platz zwei. Camara sicherte sich mit dem letzten Sprung und 8,15 Meter seinen ersten Titel. Dritter wurde der frühere Europameister Christian Reif (Rehlingen/7,90), der die WM-Fahrkarte wie Camara bereits sicher hatte. Bayer will noch zwei Anläufe auf die WM-Norm nehmen. „Ich werde wie geplant noch meine beiden Wettkämpfe im Juli bestreiten, dann sehen, wofür es reicht“, sagte er.

          Vizeweltmeisterin Betty Heidler lieferte zwar mit dem neunten Titelgewinn in Serie einen weiteren Beweis ihrer nationalen Unantastbarkeit, doch mit der Siegesweite von 73,93 Meter war sie nicht zufrieden. „Das ist eine Sache, auf die ich stolz sein kann und auf die ich stolz bin“, meinte die 29-jährige von der LG Eintracht Frankfurt zu ihrem Erfolgsabonnement, schränkte aber ein: „Ich bin konstant, aber noch zu wenig konstant, was die Weite angeht.“ Ihre Vereinskameradin Kathrin Klaas wurde mit 69,98 Meter Zweite.

          Unangefochtene Nummer eins im Kugelstoßen der Frauen ist Christina Schwanitz. Die Hallen-Europameisterin vom LV 80 Erzgebirge sicherte sich mit 19,76 Meter den zweiten Titel nach 2011 vor Josephine Terlecki (18,25 Meter). „Etwas mehr wäre schön gewesen“, sagte Schwanitz. Europameisterin Nadine Kleinert verzichtete in ihrem Abschiedsjahr auf den Titelkampf und auf die WM. Dafür verdiente sie sich lieber beim Diamond-League-Meeting in Paris ein paar Euros.

          „Ich wollte es meinen Kritikern beweisen“

          Die EM-Zweite Nadine Müller (Halle) wehrte den Angriff ihrer Herausforderinnen Anna Rüh und Julia Fischer im Diskuswerfen ab und nahm mit 64,17 Meter ihren fünften Titel mit. Rüh kam mit 63,79 Meter auf Rang zwei, Fischer (58,86) landete nur auf dem vierten Platz. „Ich wollte es meinen Kritikern beweisen“, erklärte Nadine Müller - vor allem der Berlinerin Fischer: „Es gab die Kampfansage von Frau Fischer, mich abzulösen. Ich bin aber die Nummer eins und will es noch ein paar Jahre bleiben.“

          Einen Dämpfer bekam im Stabhochsprung die sechsmalige deutsche Meisterin Silke Spiegelburg (Leverkusen). Mit 4,50 Meter wurde sie nur Zweite hinter Martina Strutz (Neubrandenburg/4,65), die nach 2011 wieder siegreich war.

          Ariae Friedrich muss passen

          Die deutschen Sprinter machten zur rechten Zeit einen Leistungsschub. Der Wattenscheider Julian Reus nutzte Sonnenschein und etwas Rückenwind, um den Moskau-Richtwert in 10,14 Sekunden um eine Hundertstelsekunde zu unterbieten und seinen ersten Titel zu gewinnen. Die frühere Europameisterin Verena Sailer (Mannheim) sprintete bei den Frauen in starken 11,09 Sekunden zum siebten Mal als Meisterin durchs Ziel.

          Wegen einer Knieblessur musste die deutsche Hochsprung-Rekordlerin Ariane Friedrich passen. Dass die Frankfurterin bis zum WM-Meldeschluss die Norm (1,95 Meter) überquert, erscheint unwahrscheinlich. Ihre Abwesenheit nutzte die Tübingerin Marie-Laurence Jungfleisch, die mit 1,93 Meter den Titel holte.

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