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Leichtathletik : Die Magie der zwanzig Meter

Der beste Wettkampf ihres Lebens: Christina Schwanitz Bild: AFP

Christina Schwanitz steigert bei der Diamond League in Shanghai ihre persönliche Bestleistung im Kugelstoßen um fast einen Meter auf 20,20 und gewinnt das Meeting.

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          Magische Zahlen spielen in der Leichtathletik eine große Rolle. Es sind oft durch das Dezimalsystem gesetzte Grenzen, die Athleten zu übertreffen anstreben. Wie elf Sekunden über 100 Meter oder zwei Meter im Hochsprung sind es bei den Frauen im Kugelstoßen die zwanzig Meter: sie sind das Maß zum Eintritt in die Weltelite. Es ist vielleicht nur ein psychologischer Effekt, aber ein gelungener Versuch über diese Grenze kann Kräfte freisetzen, Selbstbewusstsein einpflanzen, der Karriere einen neuen Schub geben.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          An diesem Samstag ist es Christina Schwanitz gelungen, eine solche Mauer einzureißen. Beim Diamond-League-Meeting in Shanghai hat die 27 Jahre alte  Leichtathletin von der LV Erzgebirge eine neue Bestleistung aufgestellt und mit 20,20 Metern den Kugelstoß-Wettbewerb gewonnen. Die Hallen-Europameisterin zeigte in China den besten Wettkampf ihrer Karriere. Dabei waren alle vier gültigen Versuche weiter als ihre bisherige Bestleistung: Sie stieg ein mit 19,76 Meter, die schon zum Sieg gereicht hätten, steigerte sich auf 20,12, ließ 19,69 folgen und wuchtete die vier-Kilo-Kugel zum krönenden Abschluss auf 20,20 Meter. Damit steigerte sie ihre persönliche Bestleistung gleich um 89 Zentimeter und schob sich auf Rang zwei der Weltjahresbestenliste hinter Olympiasiegerin Valerie Adams (Neuseeland).

          Die in Dresden geborene Schwanitz wird somit nach Jahren des mühsamen Formaufbaus, bei dem sie immer wieder von Verletzungen gebremst worden war, in ihren mittleren Wettkampfjahren immer erfolgreicher. Erst nachdem ihr im vergangenen Winter fünf Schrauben aus den Füßen entfernt worden waren, erlebte sie Kugelstoßen nicht mehr als Muss, sondern als Spaß. Prompt errang sie im März ihren ersten großen Titel. Bei der Hallen-EM in Göteborg reichten dabei 19,25 Meter zum Sieg. „Das ist ein super schönes Gefühl“, hatte sie damals unter Tränen gesagt - und war bei der Ehrenrunde blind vor Glück fast über eine Startblock gestolpert.

          Terlecki knapp an der WM-Norm vorbei

          Die in Shanghai favorisierte Olympia-Dritte aus China, Lijiao Gong, wurde mit 19,73 Metern Zweite. Josephine Terlecki aus Neubrandenburg belegte mit 17,97 Metern Rang fünf. Sie verpasste damit hauchdünn eine andere, wenn auch nicht magische, sondern nur pragmatische Grenze: zur DLV-Norm für die Weltmeisterschaften in Moskau Mitte August fehlten ihr nur drei Zentimeter.

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