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Laura Dahlmeier : Vom Biathlon zur Berglauf-WM

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Jetzt steht der Erlebnisfaktor im Vordergrund: Laura Dahlmeier geht die neue Herausforderung anders an als Biathlon. Bild: Picture-Alliance

Laura Dahlmeier hat nach dem Biathlon viele Möglichkeiten vom Kinderbuch bis Klimaschutz. Aber der Sport lässt die Olympiasiegerin noch nicht los. Nun hat sich der Deutsche Leichtathletik-Verband bei ihr gemeldet.

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          Wenn Laura Dahlmeier spricht, geht es oft um Freiheit, um Ungezwungenheit. Das war so, als sie noch Biathletin war, und das hat sich auch nach Ende ihrer Karriere nicht geändert. Mitte Mai hatte die 26 Jahre alte Oberbayerin ihren Rücktritt erklärt, gewusst hatte sie allerdings schon beim Weltcup-Finale in Oslo knapp zwei Monate davor, dass es das war. Nicht mit dem Sport, denn die Bewegung ist ihr nach wie vor wichtig, aber eben nur, dann, wenn es ihr Spaß macht und nicht bestimmt von Trainings- und Wettkampfplänen. „Ich bin viel freier unterwegs, kann ungezwungen das machen, was ich will“, sagte Dahlmeier bei einem Pressetermin im Haus des Ski in Planegg.

          Pläne hatte sie genügend, als die zweimalige Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin beschloss, ihre Karriere zu beenden. Die Langlaufskier kamen in den Keller, das Gewehr in den Waffenschrank, „ich habe gedacht, die schaue ich ein Jahr lang nicht an. Ich hatte keinen Nerv mehr dafür.“ Das allerdings, war schnell klar, würde nicht ganz klappen, denn Ende Dezember findet beim Biathlon auf Schalke ihr Abschiedsrennen statt. Kürzlich hat Dahlmeier die ehemaligen Kolleginnen beim Lehrgang am Dachstein besucht – und sich natürlich mit Rollerski auf die Langlaufstrecke begeben. „Ich habe festgestellt, dass ich ganz gut gerüstet bin für Schalke“, sagte sie. „Ich kann sicher keine zehn, zwölf Rennen hintereinander mehr machen, aber eines sollte ich schaffen.“ Dahlmeier stellt klar, dass sie diesen Wettkampf, bei dem sie mit Erik Lesser ein Team bildet, ernsthaft angehen und „sicher nicht rückwärts über die Strecke stolpern“ wird.

          Kinderbuch und Klimaschutz

          Bis dahin liegen ihre Prioritäten aber anderswo. Sie hat ein Kinderbuch herausgegeben („Die Klima-Gang – Laura Dahlmeier und Freunde im Einsatz für die Natur“), engagiert sich für ein Klimaschutzprojekt in den Alpen und ist seit ein paar Wochen Studentin. Dahlmeier hat sich an der TU in München für Sportwissenschaften eingeschrieben. Zugegeben, „den ganz Tag ruhig zu sitzen, das fällt mir gar nicht so leicht“. Dass die Kommilitonen nicht alle so genau wissen, wer da neben ihnen in den Vorlesungen sitzt, gefällt ihr. Einer habe sie gefragt, „ob ich aus Österreich komme und Ski fahre. Und dann wollte er wissen, ob ich erfolgreich gewesen bin“, erzählt Dahlmeier und grinst.

          Im September begann sie außerdem mit der B-Trainerausbildung, weil sie sich schon als aktive Athletin für die wissenschaftlichen Hintergründe interessiert hat und „irgendwann“ ihr Wissen „an die richtigen Menschen weitergeben“ will. Das nährt die Hoffnung des Deutschen Skiverbandes, dass die erfolgreiche ehemalige Biathletin als Trainerin zurückkehrt. Allerdings sicher nicht so schnell, erklärte Dahlmeier der zuständigen Sportdirektorin im DSV, Karin Orgeldinger, denn „ich möchte nicht wieder jedes Wochenende unterwegs sein“. Sie ist lieber frei.

          Der DLV hat sich gemeldet

          Halbwegs jedenfalls, denn so ganz Freizeitsportlerin ist sie im Moment auch nicht. Weil sie im Sommer den Zugspitz Basetrail über knapp 40 Kilometer und den Karwendelmarsch über 52 Kilometer gewann, meldete sich der Deutsche Leichtathletikverband bei ihr. Ob sie nicht Lust hätte bei der Berglauf-WM im November in Villa la Angostura in Argentinien zu starten, hieß es. Darauf habe sie erst einmal gegoogelt, was da auf sie zukommen würde, sagte Dahlmeier – und Gefallen daran gefunden, 41,5 Kilometer und knapp 2184 Höhenmetern zu bezwingen. Allerdings starte sie in Südamerika „mit einer ganz anderen Erwartung als beim Biathlon“, sagt Dahlmeier. „Jetzt steht der Erlebnisfaktor im Vordergrund.“ Aber sie weiß auch: „Ich bin schon so weit noch Sportlerin, dass ich alles gebe, wenn ich die Startnummer anhabe.“ Egal, ob auf Schalke bei ihrem letzten Biathlon oder bei der Berglauf-WM in Argentinien.

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