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Konstanze Klosterhalfen : Eine Läuferin in zweifelhaftem Milieu

Konstanze Klosterhalfen gehört jetzt auch offiziell zum Nike Oregon Project. Bild: Picture-Alliance

Konstanze Klosterhalfen und ihr Umfeld bestritten lange, dass sie zum Nike Oregon Project gehört. Nun ist die Verbindung zur Gruppe um den umstrittenen Alberto Salazar offiziell. Der Zweifel, der ihn begleitet, betrifft nun auch sie.

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          Probezeit bestanden, soll das wohl bedeuten. Am Samstag hat das Nike Oregon Project auf Facebook und Instagram Konstanze Klosterhalfen offiziell willkommen geheißen. Die hochveranlagte junge Läuferin vom Rhein trainiert seit Herbst am Stammsitz des Sportartikelherstellers Nike bei Portland an der Westküste der Vereinigten Staaten – ein Privileg, das noch kein Athlet aus Deutschland hatte, doch auch der Schritt in ein zweifelhaftes Milieu.

          Die Nachricht, dass sie nun wirklich dazugehöre, macht Beteuerungen der vergangenen Monate obsolet, dass sie, irgendwie, Distanz halte zu der von Alberto Salazar geführten Sportgruppe. Salazar, einst einer der erfolgreichsten Marathonläufer der Welt, pflegt den Ruf, innovative Trainingsmethoden anzuwenden, von sauerstoffreduzierter Luft im Wohnhaus der Athleten über Laufbänder im Wasser bis zu echtem Boxtraining.

          Der britische Läufer Mo Farah ist mit vier Olympiasiegen und sechs Weltmeisterschaften der Vorzeige-Athlet des Projekts. Doch stets stand er auch in dem Verdacht, den Salazars Verhalten nährt. In einem von Hackern verbreiteten Bericht der amerikanischen Doping-Kontroll-Agentur (Usada) wird der Trainer verdächtigt, L-Carnitin höher zu dosieren als erlaubt. Die Läuferin Kara Goucher warf ihm vor, sie zur Einnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin gedrängt zu haben (welches nicht auf der Doping-Liste steht).

          Der Trainer Steve Magness machte bekannt, dass Salazar im Besitz von Testosteron gewesen sein soll. Und Salazar räumte ein, dass er seine Söhne beim Basketball zu Hause mit testosteronhaltiger Salbe eingerieben habe. Zudem gab er private Doping-Kontrollen in Auftrag. Die angehende Journalistin Klosterhalfen dürfte solche Berichte, die auf Versuche zur Nachweisbarkeit von Doping-Mitteln hinweisen, bei Recherchen im Internet längst gefunden haben.

          Sie dürfte wissen, dass dies mehr ist als „irgendwelche Mutmaßungen, die irgendwer mal getätigt hat“, wie ihr Förderer und freundschaftlicher Berater Oliver Mintzlaff abtat, was gegen eine Verbindung mit dem System Salazar spricht. Der Geschäftsführer des Red-Bull-Projekts RB Leipzig und ehemalige Läufer sieht vielmehr die Chance, die sich dem Jahrhunderttalent Klosterhalfen auf dem Campus des größten Sportartikelherstellers der Welt bietet.

          Deshalb trägt Konstanze Klosterhalfen nun das Logo des Nike Oregon Projects: einen Totenkopf mit Lorbeerzweigen. Dass sie und ihr Umfeld lange bestritten, dass sie dazugehört, lässt vermuten, dass sie weiß, dass der Zweifel, der Alberto Salazar begleitet, nun auch sie betrifft. In der Öffentlichkeit hat die Probezeit von Konstanze Klosterhalfen erst begonnen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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