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Läuferin Gesa Felicitas Krause : Studieren und Hochleistungssport - „das ging nicht“

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Zu viel vorgenommen? Gesa Felicitas Krause Bild: dpa

Gesa Felicitas Krause ist Junioren-Europameisterin und eines der größten Talente der deutschen Leichtathletik. Doch nach Abitur und Olympia ging es wider Erwarten nicht voran bei der 20-Jährigen.

          4 Min.

          Der Aufstieg von Gesa Felicitas Krause begann im Juli 2011 mit dem Gewinn der U20-Europameisterschaft über 3000 Meter Hindernis. Nur einen Monat später belegte die Läuferin der LG Eintracht Frankfurt bei der „großen“ WM in Daegu den neunten Rang. 2012 folgte der vierte Platz bei der Leichtathletik-EM. Bei den Olympischen Spielen in London belegte sie mit persönlicher Bestzeit in 9:23,52 Minuten Rang Acht. Seit Oktober 2012 studiert sie an der accadis Hochschule Bad Homburg Marketing und Event Management.

          Die deutschen Cross-Meisterschaften mit dem vierten Platz waren Ihr erster Wettkampf seit dem Sommer. Warum hat man so lange nichts von Gesa Krause gehört?

          Ich musste eine Sehnenscheidenentzündung an der Achillessehne auskurieren. Nach meiner obligatorischen Pause im Herbst konnte ich kaum laufen. Die Verletzung hat sich insgesamt über zehn Wochen hingezogen - von Oktober bis Weihnachten. Alle zwei Tage waren fünf, sechs Kilometer möglich, weiter ging es nicht, dann kamen die Schmerzen. Ganz ehrlich: Diese Verletzungsmonate zuvor waren die schlimmste Zeit meines Lebens. Richtig laufen durfte ich erst wieder an den Weihnachtsfeiertagen. Begonnen habe ich bei gefühlten null Prozent und dachte: Du kommst nie wieder dorthin, wo du aufgehört hast.

          Wie haben Sie die Auszeit genau erlebt?

          Ich hatte viel Krafttraining absolviert, dadurch war mein Laufgefühl weg, alles ging extrem schleppend. Ich hatte das Gefühl, ständig einen 180er Puls zu haben und kaum Luft zu bekommen. Das ging so etwa vier, fünf Wochen. Es war extrem schwer, denn viel Geduld bringe ich ohnehin nicht auf. Und ich habe gemerkt, dass ich ziemlich unter Druck stand.

          Die ersten großen Sprünge sind ihr schon gelungen: WM-Neunte 2011, Olympia-Achte 2012

          Inwiefern?

          Den Druck hatte ich mir selbst gemacht, weil ich lange nicht richtig trainieren konnte. Ich wollte schnell wieder einsteigen. Mit meinem Trainer Wolfgang Heinig bin ich dann übereingekommen, dass ich mich langsam, ordentlich und mit Ruhe an mein Grundlagenniveau herankämpfen muss. Und nach dieser Entscheidung ging es mir wieder richtig gut. Ich habe jetzt acht sehr gute Trainingswochen hinter mir, die bei einer Leistungsdiagnostik im Leipziger Institut für Angewandte Trainingswissenschaft bestätigt wurden. Ich habe gespürt, dass ich wieder an Grenzen gehen kann.

          Das Gefühl hatten Sie vorher nicht?

          Es ist immer schwierig, ins Training für eine neue Saison einzusteigen. Die letzten Wettkämpfe, die ich in Erinnerung hatte, waren die Olympischen Spiele und das Meeting in Zürich. Beide Male hatte ich ein großes Leistungsvermögen. Und dann laufe ich in der Halle ohne Hindernisse vielleicht nur 9:30 Minuten und werde bei den deutschen Meisterschaften Fünfte, Sechste oder Siebte, weil ich noch nicht so weit bin? Mein Kopf spielt auch schnell verrückt, wenn ich weiß, dass ich keine guten Leistungen erreichen kann.

          Wie läuft Ihr Studium, das Sie zum Wintersemester an einer privaten Hochschule in Bad Homburg begonnen haben?

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