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Kurzbahn-EM der Schwimmer : Meeuw und Rupprath protestieren in Badehosen

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Wie im Training bei Olympia: Schwimmer Helge Meeuw überrascht schon mal mit Bart und knapper Badehose Bild: picture-alliance/ dpa

Thomas Rupprath und Helge Meeuw starteten im Finale über 50 Meter Rücken in altertümlichen Badehosen. Sie verschenkten damit Medaillenchancen und brachten ihren Unmut über die Entwicklung der Wettkampfanzüge zum Ausdruck.

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          Mit einer bislang einmaligen Protestaktion haben Thomas Rupprath und Helge Meeuw bei den Kurzbahn-Europameisterschaften der Schwimmer in Rijeka für einen Eklat gesorgt. Rupprath und Meeuw starteten im Finale über 50 Meter Rücken in altertümlichen Badehosen, schenkten damit eine mögliche Medaille her und brachten so den Unmut über die Situation im Schwimmsport mit der Entwicklung der Wettkampfanzüge zum Ausdruck. Platz drei für die Freistilstaffel der Frauen geriet durch die Aktion beinahe völlig in den Hintergrund.

          Zuvor hatte schon Paul Biedermann mit einer Boykott-Ankündigung des Wettkampfanzugs für die WM 2009 in Rom die Wellen beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hochschlagen lassen und den Verband sowie DSV-Ausrüster adidas unter Druck gesetzt. Ob die Aktion von Rupprath und Meeuw ein Nachspiel haben wird, ist noch offen.

          „Wir wollten ein klares Zeichen setzen“

          „Das hat nicht mehr viel mit Schwimmen zu tun. Hier kommen Leute, die wir sonst im Griff haben und nehmen uns unsere Rekorde und Medaillen weg“, sagte Rupprath und forderte: „Entweder es gibt bald einheitliche Regeln oder wir sollten zumindest die Anzüge frei wählen können.“ Rupprath verlor im Halbfinale seinen Europarekord an den Slowaken Lubos Krizko (23,15) sowie seinen Titel an den Russen Stanislaw Donez (23,22). Er wurde in der knappen Badehose Fünfter (24,18). Der Frankfurter Meeuw (24,36) belegte im Endlauf den achten Rang und sagte anschließend: „Wir wollten ein klares Zeichen setzen. Uns geht das so auf den Keks.“

          Schlag ins Wasser: Meeuw „wollte ein klares Zeichen setzen” und wurde Achter

          DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow verwies auf den bis Ende 2009 laufenden Vertrag und betonte: „Der DSV hält sich daran. Wir sind zuverlässige Vertragspartner.“ Alle Schwimmer sind laut Vertrag bei EM, WM oder Olympia an den offiziellen Ausrüster gebunden. Der Vertrag mit adidas bringt dem DSV nach Schätzungen etwa eine Million Euro jährlich an Sach- und Geldwerten ein. Derzeit laufen Verhandlungen. Da passt die laute Kritik gar nicht. In Peking war Britta Steffen im adidas-Anzug zum Doppel-Olympiasieg geschwommen.

          Den zu erwartenden finanziellen Verlust des Verbandes bei einer freien Anzugwahl wollen die Schwimmer mittragen. „Wir sind bereit, Trainingslager und Wettkämpfe selber zu zahlen. Wir wünschen uns alle, dass wir uns allein an den Leistungen messen können“, sagte Biedermann.

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