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Ringen : Kurt Beck will mitringen

Harter Kampf: Auch für Weltmeister Frank Stäbler hat die Zukunft der Bundesliga Bedeutung Bild: Picture-Alliance

Im Streit um die Zukunft der deutschen Ringer-Bundesliga scheint eine Wende möglich: Die aufbegehrenden Klubs haben Kurt Beck als Mediator vorgeschlagen. Der Deutsche Ringer-Bund reagiert abweisend.

          Kurt Beck ist Pfälzer. Und er ist Sportfan mit Wissen um die Bedeutung von Tradition. Als Politiker wusste er deshalb ziemlich genau, welche Chancen und Pflichten diese Kombination im Kampf um Stimmen mit sich bringt. Und so zeigte sich der fast ewige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz auch während seiner fast zwei Jahrzehnte im Amt nicht nur oft beim damals noch als Vorzeigeverein des Landes geltenden 1. FC Kaiserslautern, seiner fußballerischen Liebe. Beck setzte sich auch des öfteren an die Matte, um gemeinsam mit seiner ringsportbegeisterten Frau Roswitha beim VfK Schifferstadt, dem zweiten großen Traditionssportverein der Pfalz, den Ringern bei Gewinnen diverser deutscher Mannschaftsmeisterschaften zuzuschauen.

          Auch wenn in der Zwischenzeit die Gemeinsamkeiten von FCK und VfK eher in tiefen finanziellen und sportlichen Krisen lagen, so haben die Klubs noch immer ihre Bedeutung im Leben des SPD-Politikers, der seit dem Ende seiner Ministerpräsidenten-Zeit im Jahr 2013 als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung fungiert. Nach mehreren Rettungsmissionen beim 1. FC Kaiserslautern, die nie wirklich nachhaltige positive Wirkung erzielten, will sich Beck nun in den Dienst der Schifferstädter und des deutschen Ringens überhaupt stellen.

          DRB muss noch zustimmen

          Der 67 Jahre alte Beck hat sich nach Angaben der Deutschen Ringer-Liga (DRL) bereit erklärt, im Streit zwischen dem Deutschen Ringer-Bund und den aufbegehrenden Top-Klubs, die sich im Zusammenschluss als DRL deutlich mehr Selbstbestimmung bezüglich Liga-Organisation und Vermarktung wünschen, um eine Lösung zu ringen.

          Ringen um die Zukunft: Kurt Beck will den Ringern helfen

          Der Streit gefährdet massiv die Zukunft der Bundesliga in der jetzigen Form. Fünf der acht Erstligaklubs, darunter auch Germania Weingarten und der KSV Ispringen, die am Samstagabend (19.30 Uhr) den ersten von zwei Finalkämpfen um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft bestreiten, haben auf eine Meldung für eine weitere Saison unter Führung des DRB verzichtet, um eine eigene Liga zu gründen.

          Die DRL hat Beck für die Mediatorenrolle gewonnen. Der DRB scheint indes wenig geneigt, dem Vorstoß der Klubs Folge zu leisten. Am Samstag erklärte der Verband, dass eine Vermittlung bislang „völlig unangebracht“ sei. „Eine Vermittlung macht weiterhin dann Sinn, wenn es konkrete Inhalte gibt, über die man sprechen kann. Diese Inhalte, also ein Konzept darüber, wie sich die „DRL“ einen alternativen Bundesligabetrieb genau vorstellt, liegen dem DRB trotz vielfacher Aufforderung nicht vor“, heißt es auf der Homepage des DRB. „Eine Vermittlung kann schließlich nur dann gelingen, wenn beide Seiten Gesprächspartner benennen, die legitimiert für ihre Seite sprechen. Dies ist nach Auffassung des DRB bei der „DRL“ nicht der Fall. Der DRB erkennt die „DRL“ – ebenso wie übrigens der Weltverband UWW – nicht an.“

          Immerhin betonte der DRB, „auf der Grundlage eines stimmigen Konzeptes sowie klarer Gesprächspartnerschaften gesprächsbereit“ zu sein.

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