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Erst DM-Titel, dann Schock : Kugelstoßerin Schwanitz in Autounfall verwickelt

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Christina Schwanitz in Aktion auf dem Hauptmarkt in der Nürnberger Altstadt. Bild: dpa

Nach ihrem ersten 20-m-Stoß seit ihrer Babypause hat Christina Schwanitz bei einem Autounfall viel Glück. Die 32-Jährige kommt mit leichten Blessuren davon.

          Ihr emotionaler Abend bei den deutschen Meisterschaften geriet für Christina Schwanitz schnell zur Nebensache. Bei einem Auffahrunfall mit dem Auto am Samstagabend hatte die 32-Jährige reichlich Glück im Unglück. „Es waren viele Schutzengel unterwegs. Das war ein großer Schockmoment“, sagte Schwanitz dem SID, konnte am Sonntag aber vorsichtige Entwarnung geben: „Ich bin soweit heile. Alle anderen Beteiligten auch.“ Am Montag wolle sie aber noch einmal „zur Kontrolle zum Arzt“.

          Die Kugelstoßerin war am Samstag auf dem Weg ins ZDF-Sportstudio nach Mainz, um dort über ihren ersten 20-m-Stoß nach ihrer Babypause zu sprechen. Schwanitz musste ihren Auftritt nach dem Unfall jedoch kurzfristig absagen. Sie wurde stattdessen im Krankenhaus untersucht, konnte die Klinik am Abend aber noch verlassen. Die Heim-EM in Berlin (6. bis 12. August) soll nicht in Gefahr sein, eine endgültige Entscheidung darüber wird voraussichtlich aber erst in den nächsten Tagen fallen. Für Dienstag wäre die Anreise ins Trainingslager nach Kienbaum geplant.

          Für die EM im Olympiastadion hatte sich Schwanitz am Freitagabend bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg mit einer Weite von 20,06 m und ihrem sechsten nationalen Titel in die Favoritenrolle geworfen – und das nach einer längeren Pause wegen der Geburt ihrer „Krümel“, wie sie ihre Zwillinge liebevoll nennt. Anschließend hielt sie ein Plädoyer, das weit über den Sport hinausreichte. „Familie und Leistungssport sind vereinbar. Aber nur mit viel Hilfe. Wenn man sagt, beide Elternteile gehen arbeiten, und das wurstelt man so hin – das funktioniert nicht. Das sollte man sich in Deutschland auch mal überlegen“, sagte die Kugelstoß-Europameisterin nach ihrem starken Auftritt. Ihre „magische“ Siegesweite hatte ihr kurz zuvor Freudentränen ins Gesicht getrieben. Bei der Heim-EM winkt der ehemaligen Weltmeisterin nun der historische Titel-Hattrick.

          Die Vorleistungen lassen viel erhoffen. Europas Nummer eins war sie schon zuvor, mit ihrem fünften Versuch in Nürnberg schob sie sich zudem hinter Weltmeisterin Gong Lijiao aus China auf Platz zwei der Welt vor. Vergaß dabei aber nicht, all jenen zu danken, die ihr bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf helfen. „Die Frauen sollen wieder in den Job, weil das ja alles ganz einfach ist, wenn man acht Stunden arbeitet und der Kindergarten um 17.00 Uhr schließt“, sagte Schwanitz: „Wenn wir nicht so viele Freunde und Unterstützer hätten, wenn ich nicht das Training schieben könnte, wenn die Firma meines Mannes uns nicht entgegenkommen würde – dann könnte ich keinen Leistungssport mehr betreiben.“

          Dennoch entschied sie sich ganz bewusst, wieder in den Ring zurückzukehren. Im Vorfeld hatte sie erklärt, auch sich selbst etwas „beweisen“ zu wollen. Mit viel Organisationstalent gelingt ihr es derzeit nahezu perfekt. Auch deshalb sei der Erfolg in Nürnberg ein „besonderer Sieg“. „Ich hatte mir gewünscht, dass ich wieder an die 20 Meter herankomme, so richtig dran geglaubt habe ich aber nicht“, sagte Schwanitz.

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