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Überraschung im Baseball : Kuba beruft erstmals geflüchtete Profis in Nationalteam

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Andy Ibanez, hier noch im Trikot der Texas Rangers, wurde in die kubanische Auswahl berufen. Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der kubanische Verband nominiert drei Profis für die Nationalmannschaft, die im Ausland spielen. Sie waren vor acht Jahren aus dem Karibikstaat geflohen. Beobachter vermuten dahinter einen Plan.

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          Kuba hat erstmals geflüchtete Baseball-Profis in sein Nationalteam berufen. Acht Jahre nach ihrer Flucht aus dem Karibikstaat erhielten die mittlerweile in der nordamerikanischen Profiliga Major League Baseball (MLB) unter Vertrag stehenden Andy Ibanez und Yoan Lopez eine Einladung ihres Heimatverbandes, an einem Turnier teilzunehmen, das als Vorbereitung dient für den als Weltmeisterschaft geltenden World Baseball Classic im März kommenden Jahres. Auch der in Mexiko spielende Exil-Kubaner Elian Leyva wurde für Kubas Auswahl nominiert.

          Beobachter werten die überraschenden Berufungen der drei Spieler als Versuch, die Welle illegaler Ausreisen oder Fluchtversuche durch Spitzensportler einzudämmen. Erst im vergangenen Jahr hatte sich rund die Hälfte von Kubas 24-köpfiger U-23-Nationalmannschaft beim Baseball-Worldcup in Mexiko vom Team abgesetzt. Auch mehrere Boxer und Leichtathleten kehrten ihrem Heimatland auf unerlaubte Weise den Rücken.

          Weitere Berufungen erwartet

          Besonders im Baseball allerdings ist seit rund zehn Jahren eine Aufweichung der von Kubas früherem Diktator Fidel Castro verhängten Anti-Profisport-Doktrin zu registrieren gewesen. 2013 erhielten Baseballspieler generell die Erlaubnis, für Profi-Klubs im Ausland zu spielen. Fünf Jahre später folgte sogar eine Vereinbarung der MLB mit dem kubanischen Verband, dass Spieler aus Kuba in der stärksten Liga der Welt spielen dürften und ihr Verband dafür Zahlungen von der MLB erhält.

          Die Regierung des damaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump setzte das Abkommen jedoch kurz darauf wegen des Sanktionsregimes gegen Kuba aus. Dennoch stellten in der vergangenen MLB-Saison 23 kubanische Spieler unter den 275 für den Saisonauftakt gemeldeten Profis schon die drittstärkste Gruppe unter den „Legionären“.

          Ibanez spielt in der MLB als Infielder für die Detroit Tigers, Lopez fungiert bei den New York Mets als Pitcher, und Leyva steht bei den Naranjos de Hermosillo unter Vertrag. Außer dem Trio hat Kuba noch keine Spieler für das Turnier nominiert, allerdings wird inzwischen die Berufung weiterer aus Kuba geflüchteter MLB-Profis erwartet.

          Der World Baseball Classic ist das international wichtigste Turnier für Nationalmannschaften und hat den Stellenwert einer Weltmeisterschaft. Der seit 2006 viermal und jeweils in mehreren Ländern ausgetragene Wettbewerb ist das erste und einzige offizielle Länderturnier mit MLB-Profis.

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