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Tod von „blauem Mädchen“ : „Ich denke, dass die Fifa Verantwortung trägt“

Fifa-Präsident Infantino mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani Bild: dpa

In der Fußballwelt kommt es zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen mit der verstorbenen Sahar Chodarjari. Und Fifa-Boss Infantino wird attackiert.

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          Der Tod der Iranerin Sahar Chodarjari hat bei vielen Fußballvereinen in Europa zu Solidarisierungsaktionen geführt. So trugen die Spielerinnen des 1. FC Köln am Freitagabend während des Bundesligaspiels gegen Turbine Potsdam (1:2) blaue Armbänder. Andere Vereine, wie der AS Rom, Fortuna Düsseldorf, Tennis Borussia Berlin und der Oberliga-Klub MSV Pampow aus Mecklenburg färbten ihre Klubwappen auf Homepages und in Sozialen Netzwerken blau.

          Sahar Chodarjari, Anhängerin des FC Esteghlal in Teheran, dessen Vereinsfarbe blau ist, war am vergangenen Wochenende ihren selbst zugefügten Brandverletzungen erlegen. Sie hatte sich angezündet, nachdem sie ein Teheraner Gericht zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten wegen Beamtenbeleidigung verurteilt hatte.

          Welche Verantwortung trägt die Fifa?

          Die 30-Jährige war im März verhaftet worden, als sie versucht hatte, sich als Mann verkleidet Zugang zu einem Spiel des FC Esteghlal zu verschaffen. Ihr Tod hat zu massiven Protesten iranischer Fußballfans gegen das Stadionverbot für Frauen und zu einer Solidarisierung unter den Spielern vieler iranischer Klubs und der iranischen Nationalmannschaft geführt. Marjam Schodschaei, die in Nordamerika lebende Schwester des Kapitäns der iranischen Nationalmannschaft, Masud Schodschaei, sagte in einem Interview des Senders „CNN“, sie mache auch den Internationalen Fußballverband Fifa für die Situation verantwortlich.

          „Herr Infantino war im März 2018 in Teheran und hat ein Derby angeschaut. Vor dem Stadion wurden Frauen verhaftet. Sahar wurde im März 2019 verhaftet, weil sich nichts geändert hatte. Ich hatte persönlich einen Brief an die Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura übergeben. Ich denke, dass die Fifa Verantwortung trägt.“ Das Treffen fand am 8. November 2018 statt.

          Marjam Schodschaei sagte, sie glaube, dass die Fifa dafür sorgen werde, dass Frauen beim WM-Qualifikationsspiel gegen Kambodscha am 10. Oktober in Teheran sein werden. „Aber wir wollen zu jedem Spiel und in jedes Stadion.“ Wenn dies nicht möglich sei und der Weltverband seine eigenen Regeln ernst nehme, sei eine Suspendierung des iranischen Fußballverbands „die einzige Option“.

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