https://www.faz.net/-gtl-82wdl

Mayweather gegen Pacquiao : „Grace ist beinahe eingeschlafen“

  • Aktualisiert am

Floy Mayweather (links) besiegte Manny Pacquiao nach Punkten Bild: AFP

Floyd Mayweather besiegt Manny Pacquiao nach Punkten. Experten halten sich mit deutlicher Kritik am „Jahrhundertkampf“ nicht zurück und sind erbost über das Urteil. Auch Dirk Nowitzki äußert sich.

          2 Min.

          Vom „Boxkampf des Jahrhunderts“ sind hauptsächlich Ernüchterung und Enttäuschung übrig geblieben. „Das war sehr langweilig, ein besseres Sparring“, lautete die Kritik von Experte Jean-Marcel Nartz, früher technischer Leiter der deutschen Boxställe Sauerland und Universum, nach dem klaren Punktsieg von Floyd Mayweather gegen Manny Pacquiao (118:110, 116:112, 116:112) Samstagnacht in Las Vegas (Ortszeit).

          „Grace ist beinahe eingeschlafen“, fügte Nartz hinzu, der gemeinsam mit Graciano Rocchigiani vom deutschen Bezahlsender Sky zu einer Expertenrunde nach München eingeladen worden war. Rocchigiani formulierte es drastisch: „Wir müssen hier nicht versuchen, noch etwas Gutes aus dem Scheiß-Kampf rauszuziehen. Wenn das ein guter Kampf war, dann tut es mir leid. Wenn man so ein großes Maul hat wie der Mayweather, muss man mehr tun“, sagte er bei Sky.

          Das Jahrhundert-Prädikat will Nartz dem Kampf lediglich in wirtschaftlicher Hinsicht zubilligen. Mit Einnahmen von bis zu 400 Millionen Dollar, vor allem aus dem Pay-Per-View-Verkauf, ist das Weltergewichts-Duell das lukrativste in der Box-Geschichte.

          Trainer Ulli Wegner war erbost über das Urteil. „Mit so einer schlechten Leistung gewinnt er den Kampf - mit so einer miserablen Leistung?“, fragte der 73-Jährige, der als Ko-Kommentator bei Sky am Ring saß und eigentlich Pacquiao als Gewinner ausgemacht hatte.

          Halbschwergewichts-Weltmeister Jürgen Brähmer sah Mayweather vorn. „Es war ein enger Kampf, viel enger als auf den Punktzetteln. Aber Mayweather hat gewonnen“, sagte der Schweriner, der gemeinsam mit Axel Schulz eine Talkrunde der „Bild“-Zeitung im Europapark Rust bestritt. „Es war nicht das Spektakel. Mayweather hat geboxt wie immer, Pacquiao hat nicht das gemacht, was er sonst tut.“

          Promoter Kalle Sauerland war indes angetan: „Das war Boxen auf allerhöchstem Niveau. Das war etwas für Liebhaber des technischen Boxens.“ Für Sauerland war Pacquiao in den letzten vier Runden nicht aktiv genug. „Mayweather ist mit seinen schnellen Händen eine Klasse für sich.“

          Weiß, dass er der Größte ist: Floyd Mayweather Bilderstrecke

          Supermittelgewichts-Champion Arthur Abraham kritisierte: „Ich habe einen besseren Kampf erwartet, aber beide waren zu vorsichtig.“ Auch für Box-Legende Mike Tyson hielt der Kampf nicht, was er versprochen hatte: „Auf das haben wir fünf Jahre gewartet...#unbeeindruckt“, twitterte er. Dagegen war sein früherer Weltmeister-Kollege George Foreman beeindruckt. „Es war ein guter Kampf“, meinte der 66-Jährige. „Der linke Jab hat Mayweather den Sieg gebracht, aber Manny hat einen echten Fight geliefert.“ Foremans früherer Gegner Axel Schulz meinte: „Das Urteil der Punktrichter ist einen Tick zu hoch ausgefallen.“

          Enttäuscht war Basketball-Superstar Dirk Nowitzki. „Mehr erwartet. Floyd ist zu lang und zu schnell“, twitterte er. Der einstige Champion Oscar de la Hoya befand: „Sorry Boxfans. Nennt mich old school, aber ich mag es, wenn die Fans einen actiongeladenen Kampf sehen, der sein Geld wert ist.“ Das war er für ihn nicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Karl-Theodor zu Guttenberg bekam 2010 noch Applaus auf dem CDU-Parteitag.

          Rückkehr in die Politik? : Guttenberg und sein Verhältnis zu Merkel

          Karl-Theodor zu Guttenberg hat noch immer einen guten Draht zur Kanzlerin. Das wurde im Zuge der Wirecard-Affäre deutlich. Arbeitet der frühere Verteidigungsminister an seiner Rückkehr oder hat er sich endgültig die Finger verbrannt?

          Macrons Besuch im Libanon : Von Reue fehlt bislang jede Spur

          In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Frankreichs Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch nichts deutet darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt. Am Abend werden 16 Hafenmitarbeiter festgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.